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Lauenburg German Brass beim SHMF in Wotersen
Lokales Lauenburg German Brass beim SHMF in Wotersen
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11:33 29.07.2019
German Brass beim SHMF in Wotersen umjubelt. Quelle: Margret Pantelmann
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Wotersen

Mit German Brass war eines der traditionsreichsten Blechbläserensembles in Wotersen in einem ausverkauften Haus zu Gast. Das Ensemble, alles Solobläser aus den besten Orchestern Deutschlands, steht für höchste Qualität in den verschiedenen Genres und gehört seit vielen Jahren zu den Stammgästen beim Schleswig-Holstein Musik Festival.

Einleitung in Gedichtform

Außergewöhnlich amüsant begann schon die Einleitung in Gedichtform des Hornisten und Moderators Klaus Wallendorf, der von den Berliner Philharmonikern als „Hofpoet“ auserkoren wurde. Nicht nur als Musiker aktiv, sondern auch mit Scherzen begeisterte der zum Musikkabarettisten gereifte Unterhalter das Publikum als Programmvermittler, Anekdotenerzähler und mit Dialekten in einer Weise, die zum Schmunzeln und Lachen anregte.

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Das stilprägende Konzert mit prägnantem Klangbild begann mit Werken von Johann Sebastian Bach, der in diesem Jahr als Retrospektive den Schwerpunkt bildet. Die Bearbeitungen für Bläser in interessanten Variationen stammen alle aus der Feder des Lübecker Trompeters Matthias Höfs, der seit 1985 den German Brass angehört. Wie zuvor in Virtuosität und Frische ging es nach Bach aus der Suite „Porgy and Bess“ von George Gershwin weiter. Ab jetzt verstärkte der Schlagzeuger Herbert Wachter den Sound, bevor dramatische Opernklänge aus Verdis „Macht des Schicksals“ zu hören waren. Nach der Pause hieß es „Around the World“ mit einem Querschnitt von klassischen Meisterwerken aus Swing, Jazz und Filmmusik, besonders einfühlsam mit ausgewählten Klangfarben „Summertime“, sorgsam in der Gestaltung mit melodischer Kraft. Ebenso zu hören waren feinsinnig empfundene Elemente aus dem Soundtrack „To the Moon“, auch Kompositionen von Glenn Miller, Chick Corea und mehr. Mit einem Solo beeindruckte der Schlagzeuger, als er die Bühne für sich erhielt.

Zwei Stunden inklusive Zugabe

Für den vielseitig gestalteten Abend dankte das Publikum mit anhaltendem Applaus, für den sich die Musiker mit einigen Zugaben bedankten. Das „I-Tüpfelchen“ setzte der Posaunist Alexander Erbrich-Crawford, als er sich dazu als Sänger voller Humor und Fantasie sowie spielfreudige Klangexperimente auf einer Melodica präsentierte. Beschwingt und in bester Laune wurden die Besucher nach mehr als zwei Stunden kraftvoller Musik in den lauen Sommerabend entlassen.

Margret Pantelmann