Gift-Alarm in Geesthacht: Rehabilitationsklinik evakuiert
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Gift-Alarm in Geesthacht: Rehabilitationsklinik evakuiert

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13:16 07.09.2020
Gefahrgut-Spezialisten waren Montagmorgen an der Vamed-Klinik in Geesthacht im Einsatz. Quelle: Timo Jann
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Geesthacht

Gefahrgut-Alarm am Montagmorgen in der neurologischen Rehabilitationsklinik des Unternehmens Vamed in Geesthacht: Im Schwimmbadtrakt der Einrichtung an der Johannes-Ritter-Straße waren irrtümlich Schwefelsäure und Natronbleichlauge zusammengeschüttet worden.

Mischung erzeugte Chlorgas

„Als die Stoffe miteinander reagierten und zu blubbern anfingen, wurde auch noch Wasser drauf geschüttet“, berichtete Geesthachts Feuerwehrchef Sascha Tönnies. Dabei entstand vermutlich Chlorgas. Nach einem Notruf aus der Klinik wurde Großalarm ausgelöst, unter anderem rückte der Löschzug-Gefahrgut des Kreisfeuerwehrverbands und ein Großaufgebot des Rettungsdienstes an.

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Gebäude wurde evakuiert

„Zunächst wurde der betroffene Gebäudetrakt evakuiert, Patienten waren aber glücklicherweise nicht betroffen“, so Tönnies. Danach legten die Gefahrgut-Spezialisten, die sich durch luftdichte Schutzanzüge schützten, los. Tönnies: „Der Behälter wurde in ein Überfass aus Edelstahl gepackt und ins Freie gebracht. Drinnen haben wir den Bereich dann gespült und belüftet. Gut zwei Stunden waren etwa 100 Einsatzkräfte vor Ort. Die Vamed-Klinik kümmert sich um die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit schweren neurologischen Verletzungen. Die Klinik hat mehr als 100 Betten und befindet sich im Susannen-Haus der ehemaligen Stiftung Hamburgisches Krankenhaus Edmundsthal-Siemerswalde.

Die Farbe des Behälters sorgte für Verwirrung

Möglicherweise kam es zu dem Irrtum, weil die Schwefelsäure plötzlich in einem blauen statt wie bisher in einem roten Behälter angeliefert wurde. Auch die Natronbleichlauge wird in blauen Kanistern genutzt. Nach dem Alarm um 9.04 Uhr rückten am Montagmorgen kreisweit Mitglieder des Löschzug-gefahrgut (LZG) nach Geesthacht aus.

In der Spezialeinheit sind Feuerwehrleute unter anderem auch aus Ratzeburg, Mölln, Schwarzenbek, Büchen und Lauenburg aktiv. Leiter des LZG ist Marko Fischer, der mit seinen Kameraden regelmäßig den Einsatz im Umgang mit gefährlichen Stoffen trainiert. In der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Elmenhorst stehen dafür unter anderem ein Gerätewagen und Messfahrzeuge bereit. Wegen zahlreicher Gewerbebetriebe, dem Forschungszentrum und dem Kernkraftwerk verfügt auch Geesthachts Feuerwehr über viel Spezialtechnik für Gefahrguteinsätze.

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Von Timo Jann