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Lauenburg Amt Berkenthin verkauft Ex-Disco „Ziegelei“
Lokales Lauenburg Amt Berkenthin verkauft Ex-Disco „Ziegelei“
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17:22 30.10.2019
Die ehemalige Großdiskothek „Ziegelei“ in Groß Weeden hat einen neuen Eigentümer. Das Amt Berkenthin hat die Halle an den Investor Alexander Weischedel veräußert. Quelle: Joachim Strunk
Groß Weeden/Sierksrade

Wechselvoll, teils illuster, teils bizarr, war die Geschichte der „Ziegelei“ in Groß Weeden. Nun ist offensichtlich das Schlusskapitel aufgeschlagen worden: Am Dienstag, 29. Oktober 2019, wurde der Kaufvertrag zwischen dem Amt Berkenthin und dem Unternehmer und Investor Alexander Weischedel (Al-Car Ratzeburg) abgeschlossen.

Das Gebäude selbst hat eine Gesamtnutzfläche von rund 4000 Quadratmetern, das Grundstück eine Fläche von 24 000 qm. Das Mindestgebot für das Gebäude mit den Freiflächen betrug 600 000 Euro, so Amtsdirektor Frank Hase im vergangenen Mai. Auf Nachfrage bestätigte er damals das Interesse eines bisher einzigen Bieters.

Gebäude als Lager, Mieter dürfen bleiben

Und der machte nun auch das Rennen: „Die ehemalige Diskothek Groß Weeden einschließlich direkte Flächen im Umfeld des Gebäudes wurden mit Kaufvertrag vom 29.10.2019 an Weischedel Real Estate GmbH (Alexander Weischedel, Berkenthin) veräußert“, so die Mitteilung des Amtes.

Die Vorsteherin des Amtes Berkenthin, Iris Runge, und ihr Vorgänger Karl Bartels (l.) freuen sich über den Abschluss des Kaufvertrages: Das Amt hat Gebäude und umliegende Flächen an den Berkenthiner Unternehmer Alexander Weischedel verkauft, der die Halle als Lagerraum nutzen will. Quelle: Amt Berkenthin/hfr

Weischedel werde das Gebäude als Lager nutzen. Die Gemeinde Sierksrade mit ihrem Bauhof, das Amt Berkenthin mit eigenen Lagerräumen sowie das „Wellnesshuus“, ein privates Schönheitsstudio, werden dort weiter Mieter sein.

Künftiger Disko-Betrieb ausgeschlossen

Der Betrieb einer Diskothek – wie seit Anfang der 1970 bis Ende 2015 als „Nachtarena“ oder einfach „Ziegelei“ – ist ausgeschlossen. Möglicherweise wird der Stecknitz-Raum im Obergeschoss des Gebäudes wieder für Familienfeiern vermietet.

Historie

Vermutlich im 18. Jahrhundert entstand nach Rodungsarbeiten im Waldgebiet („Weeden“) bei Sierksrade ein Meierhof, der 1802 durch Verkauf vom Gutsbezirk Rondeshagen getrennt wurde. Es entstand ein eigenes Gut mit Ziegelei, um die herum die Arbeiter in eigenen Häusern angesiedelt wurden. Die Tonerde kam aus der „Blauen Kuhle“. In der Ziegelei arbeiteten jahrzehntelang Einwohner umliegender Dörfer. Der Betrieb wurde 1972 eingestellt und die Gebäude bis auf eine Halle abgerissen. Quelle: www.rondeshagen.com

Zu einem späteren Zeitpunkt erwägt der neue Eigentümer gegebenenfalls eine Bebauung mit weiteren Wohnhäusern auf der Außen- und Umgebungsfläche. Diese würden dann auf dem freien Markt zur Miete angeboten werden. Die im angrenzenden Bereich vorhandenen Wohnhäuser des Amtes bleiben als Flüchtlingsunterkünfte im Eigentum des Amtes bestehen.

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Coup des Amtsvorstehers Bartels

Zur Vertragsunterzeichnung beim Notar in Mölln wurde Amtsdirektor Frank Hase durch Amtsvorsteherin Iris Runge (Sierksrade) und ihrem Amtsvorgänger Karl Bartels (Klempau) begleitet, der das Grundstück und Gebäude vor fast genau vier Jahren für das Amt erwarb – und mit diesem Coup ein vom Land geplantes Flüchtlingslager für 1500 Menschen verhinderte.

Von Joachim Strunk