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Lauenburg Große Resonanz auf Artikel über Kita-Mangel
Lokales Lauenburg Große Resonanz auf Artikel über Kita-Mangel
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19:19 29.10.2019
Franziska Lerch (31) aus Mölln möchte gegen die Kreisverwaltung Klagen, weil Sie in Mölln keinen Kita-Platz bekommt. Die alleinerziehende Mutter macht eine Ausbildung zur Erzieherin und fühlt sich machtlos und im Stich gelassen. Quelle: Florian Grombein
Mölln/ Kiel

Die Berichterstattung über eine Möllner Mutter, die wegen eines fehlenden Kita-Platzes für Ihre Tochter jetzt den Klageweg gehen will, hat ein großes Echo ausgelöst. „Im Facebookauftritt Lübecker Nachrichten Herzogtum Lauenburg löste das Thema rund 3000 Interaktionen und viele Kommentare aus. „Ich hoffe, es sind noch mehr Eltern so mutig“, kommentierte eine Nutzerin den Artikel. „Das Problem ist seit Langem bekannt. Es wurden Versprechungen gemacht, die nicht zu halten sind“, schrieb eine andere Nutzerin.

Eine Tagesmutter etwa verwies darauf, dass es an nötigem Personal für Kitas fehle. Die Aussicht auf Erfolg der Klage wird von einigen Nutzern infrage gestellt: „Aus den Rippen schneiden kann sich niemand was - auch wenn Kitas gebaut werden, fehlt das Personal. Wenige möchten diesen Beruf erlernen und/oder ausüben“, hieß es. Eine Mutter berichtete, der Kita-Mangel im Lauenburgischen sei der Grund gewesen, warum sie in einen anderen Landkreis gezogen sei.

Sozialministerium schätzt Platzbedarf geringer als Eltern

Auch das Sozialministerium reagierte auf die Berichterstattung. Die Kieler Behörde wies auch darauf hin, dass die von der Landeselternvertretung geschätzten 25 000 fehlenden Kita-Plätze nicht mit der Schätzung des Ministeriums übereinstimmte. Ministeriumssprecher Christian Kohl rechnete vor, dass der Ausbaustand bei unter Dreijährigen derzeit mit 33,7 Prozent einen Spitzenplatz in Westdeutschland bedeutet, weil der Bundesdurchschnitt bei 29,4 Prozent liege. Der vom Ministerium prognostizierte Bedarf in dieser Altersgruppe liege in Schleswig-Holstein bei 49,4 Prozent. Das bedeute einen zusätzlichen Bedarf von 4000 Plätzen, die zu den vorhandenen 25 648 Plätzen für die unter Dreijährigen kommen würden.

Kohl verwies auf Aussagen, die kürzlich von Sozialminister Heiner Garg geäußert wurden. „Der Ausbau Kindertagesbetreuung muss mit großen Einsatz fortgesetzt werden“, so Garg. Die Landesregierung unterstütze daher die Kommunen mit zwei Ausbauprogrammen mit einem Volumen von rund 40 Millionen Euro. Die Beteiligten in Schleswig-Holstein hätten beim bisherigen Kita-Ausbau einen Kraftakt hingelegt, der bundesweit vorbildlich sei.

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Von Florian Grombein

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