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Lauenburg Großfeuer zerstört Bauernhof – 27 Rinder tot
Lokales Lauenburg Großfeuer zerstört Bauernhof – 27 Rinder tot
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15:04 10.01.2019
Ein etwa 100 Jahre alter Bauernhof ist in der Nacht zu Donnerstag bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Etwa 30 Kühe verendeten. Quelle: TIMO JANN
Mühlenrade

Ein 100 Jahre alter Bauernhof ist in der Nacht zum Donnerstag ein Raub der Flammen geworden. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden, aber etwa die Hälfte aller dort untergebrachten Rinder verendete. Die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) Süd in Bad Oldesloe löste Großalarm aus und schickte insgesamt zehn Feuerwehren sowie mehrere Rettungswagen an die Einsatzstelle.

Schon aus 15 Kilometern Entfernung war der Feuerschein zu sehen. Kein Wunder, denn die Flammen loderte viele Meter hoch in den Nachthimmel. Das alte Bauernhaus brannte vollständig, als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen. Zunächst erhöhte die Leitstelle auf „Feuer 3“ und dann noch einmal um zwei Stufen auf „Feuer 5“. „Wir hatten zunächst „Feuer Groß“ alarmiert, aber schnell auf „Feuer 3“ erhöht, weil immer mehr Notrufe eingingen und dann auch zügig die erste Rückmeldung der Feuerwehr kam“, sagte ein Mitarbeiter der IRLS Süd.

Ein etwa 150 Jahre alter Bauernhof in Mühlenrade wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Raub der Flammen. Menschen wurden nicht verletzt. Etwa dreißig Rinder kamen in den Flammen um.

Benachbarte Häuser retten

Da das etwa 20 mal 60 Meter große Bauernhaus in Vollbrand stand, wurden dann noch ein zweiter Drehleiterzug und weitere Atemschutzgeräteträger alarmiert und das Stichwort aus „Feuer 5“ erhöht. Von den insgesamt elf Freiwilligen Feuerwehren wurde die Basthorster Wehr zum Schutz eines in der Nähe stehenden Reetdachhauses eingesetzt. Der Funkenflug war einfach zu stark.

In einem benachbarten Bauernhaus saßen Menschen, die das auf dem Dachboden eingelagerte Stroh beschützten, indem sie immer wieder Funken im Stroh mit Wasser ablöschten. Nach gut einer Stunde war diese Gefahr weitestgehend gebannt, denn der Dachstuhl war komplett eingestürzt und die Flammen schossen nicht mehr ganz so hoch aus dem brennenden Bauernhaus.

Etwa 30 Tiere kommen um

Wenig später hatten die Einsatzkräfte unter der Führung von Mühlenrades Wehrführer Florian Sokoll und Amtswehrführer Thomas Kulp das Feuer unter Kontrolle. Gleich zu Beginn des Einsatzes gegen 0.46 Uhr hatten es die Einsatzkräfte der Feuerwehr auch mit herumirrenden Rindern zu tun. Etwa 40 Tiere entkamen den Flammen und liefen völlig verwirrt über die Koppeln, Straßen und Vorgärten in der Dorfstraße. Feuerwehrleute trieben einige von ihnen vom Feuer weg auf eine Koppel abseits des Geschehens, damit die Tiere wieder zur Ruhe kommen konnten.

Etwa 30 Rinder kamen in den Flammen um. Ein Tierarzt aus Schwarzenbek und eine Kreisveterinärin wurden an die Einsatzstelle entsandt, um nach den Tieren, soweit es möglich war, zu sehen und einige gegebenenfalls von ihren Leiden zu erlösen. Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden die drei hauptamtlichen Rettungswagen wieder abgezogen und durch einen ehrenamtlichen Rettungswagen von der DLRG Lauenburg zur Sicherung der Einsatzkräfte ersetzt. Die DLRG Lauenburg übernahm auch die Verpflegung der etwa 120 Einsatzkräfte.

Zur Brandursache machte die Polizei in der Nacht noch keine Angaben. Auch die Schadenshöhe ist derzeit noch unbekannt. Die Beamten des zentralen Kriminaldauerdienstes (ZKD) aus Lübeck hatten noch während der Löscharbeiten ihre Ermittlungen aufgenommen. Die Landesstraße 220, Ortsdurchfahrt von Mühlenrade von Nusse in Richtung Trittau wurde im Bereich der Einsatzstelle komplett gesperrt.

Am Morgen nach dem verheerenden Brand stieg noch immer dichter Qualm aus der Brandruine auf. Die Polizei hatte den Brandort beschlagnahmt und die Ermittler der Kripo können wegen der starken Rauchentwicklung ihre Arbeit noch nicht beginnen. Der Landwirt und seine Frau, die in dem alten Bauernhaus gewohnt haben, sind vorerst bei ihrem Sohn gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite untergekommen.

Mit Glück gesegnet ist die Familie in der letzten Zeit nicht. Ein Feuerwehrmann wusste, dass die Tochter im vergangenen Jahr einen Unfall auf der Bundesstraße 207 zwischen Elmenhorst und Lanken hatte. Die junge Frau ist noch heute auf Gehhilfen angewiesen. Jetzt hat es den Eltern alles genommen, was sie hatten. Das Bauernhaus ist komplett abgebrannt. Die Wohnung, die vom Feuer nur wenig betroffen war, ist aber durch Rauchgase und Löschwasser nicht mehr bewohnbar. Das Dach ist auch über der Wohnung eingestürzt.

Die Kreisveterinärin hatte bereits am frühen Morgen festgestellt, dass 47 Rinder das Feuer überlebt hätten und 27 beim Feuer umgekommen waren oder gekeult werden mussten. Die letzten von ihnen wurden mit Hilfe eines Baggers vom THW aus dem Stall gehoben. Alle verendeten Tiere sollten schnellstmöglich von einem Abdeckerbetrieb abgeholt werden. Wann der Einsatz für die Feuerwehr und das THW beendet sein wird, vermochte niemand genau zu sagen.

Jens Burmester

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