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Lauenburg Großkontrolle auf A24: Beamte legen Laster still und vollziehen Haftbefehl
Lokales Lauenburg Großkontrolle auf A24: Beamte legen Laster still und vollziehen Haftbefehl
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18:00 22.05.2018
Die Polizeibeamten nahmen einen jungen Mann aus Sachsen fest, weil der mit einem Haftbefehl zur Fahndung ausgeschrieben war.  Quelle: jeb
Gudow

Das Ergebnis war wieder einmal ernüchternd. In der Zeit von 9 Uhr bis 13 Uhr hatten die 13 Beamten des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers sowie zwei Beamte der Polizei Ahrensburg auf dem Rastplatz Gudow-Ost zwei mobile Waagen aufgebaut. Der erste „Kunde“ ließ nicht lange auf sich warten. Ein polnischer Lkw, der Glasfenster geladen hatte, musste auf die Waage. Das Ergebnis war für den Fahrer ziemlich ernüchternd. Das Fahrzeug war um mehr als 40 Prozent überladen.

Damit war der Fahrer der Spitzenreiter und er sollte es an diesem Kontrolltag am Ende auch bleiben. Die Beamten untersagten ihm die Weiterfahrt und kassierten eine Sicherheitsleistung von mehr als 300 Euro direkt in bar. Sein Chef muss nun einen Ersatz-Lkw schicken und seine Fenster umladen. Solange blieb der Mann mit dem Lkw auf dem Rastplatz stehen.

Klicken Sie sich durch die Bilder der Lkw-Kontrolle auf der A 24 bei Gudow.

Wohnmobil mit drei statt zwei Personen

Nur eine halbe Stunde später zogen die Beamten ein älteres Wohnmobil aus Sachsen auf die Kontrollstelle. Zwar stimmte das Gewicht, doch es gab nur zwei Sitzplätze im Auto, aber es waren drei Personen an Bord. Und zu allem Überfluss bestand für den jungen Mann, der es sich im Wohnteil gemütlich gemacht hatte, ein Haftbefehl, weil er seiner eigenen Gerichtsverhandlung fern geblieben war. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest und brachten ihn zum Amtsgericht nach Ratzeburg, wo ein Richter ihm den Untersuchungshaftbefehl verkünden sollte. Anschließend sollte er in die JVA nach Lübeck gebracht werden, wo er auf seine Überführung nach Sachsen warten muss.

Auch bei den dicken Brummis fanden die Ordnungshüter Gründe für mindestens ein Bußgeld. Zwar waren die Lastwagen nur wenig überladen. Vielmehr gab es Beanstandungen wegen Überlänge oder wegen fehlender Genehmigungen der Spezialfahrzeuge, die mehr als 40 Tonnen auf die Waage brachten. So musste ein Schwerlastkran stehen bleiben, weil er für seine Fahrt keine Genehmigung hatte.

1500 Kilogramm geladen statt 500

Zurück zur Wiegekontrolle bei den Kleintransportern. Dort stand ein Klein-Lkw mit Plane und Spriegel auf der Waage und die Beamten staunten nicht schlecht, als sie das Ergebnis sahen. Statt der erlaubten 500 Kilogramm Zuladung hatte die große Holzkiste auf der Ladefläche ein Gewicht von etwa 1500 Kilogramm. Auch diesem Fahrer wurde die Weiterfahrt nach Polen untersagt. Zudem musste er eine Sicherheitsleistung von 265 Euro zahlen.

Bei der BAG allerdings wurde es für diesen Fahrer noch einmal deutlich teurer. Hier musste der Mann unter anderem wegen Verstößen gegen das Fahrpersonalrecht glatte 3000 Euro zahlen. Beide Summen musste der Mann in bar vor Ort entrichten. „An dem Ergebnis, 15 von 17 kontrollierten Fahrzeugen wurden beanstandet, kann man erkennen, wie wichtig solche Kontrollen sind“, erklärte Polizeisprecherin Rena Bretsch. Insgesamt acht der 17 kontrollierten Fahrzeuge wurde aus verschiedenen Gründen die Weiterfahrt untersagt.

Von Jens Burmester