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Lauenburg Gründer füllen Möllner Leerstand auf
Lokales Lauenburg Gründer füllen Möllner Leerstand auf
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18:10 28.01.2017
Die „Ali Baba Snack Bar“ hat erst vor zwei Wochen eröffnet. Bashar Abulil bietet Fleisch und vegetarische Speisen aus Syrien wie Falafel an. Quelle: Florian Grombein
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Mölln

Kein Grund für großen Jubel – aber Grund für Optimismus: Im Möllner Einzelhandel hat sich nach einem Leerstand-Hoch in 2016 einiges bewegt. In der Innenstadt zwischen Zob und Wassertor haben sich neue Gastronomen, Händler und Dienstleister angesiedelt, die einige leere Schaufenster mit Leben füllen. Insgesamt geht der Leerstand damit seit September 2017 nach Kommen und Gehen in der Summe von neun auf nur noch sechs verwaiste Geschäfte zurück. Anteil daran haben nicht nur die Bemühungen der Vermieter. Das City- und Standortmarketing ist zur Schnittstelle für Vermieter und Gründer geworden. Marketing-Aktionen zeigen Wirkung. Doch der Kampf um die florierende Innenstadt ist längst nicht beendet.

„Diese kleinen Erfolge strahlen aus. Wir sind auf dem Weg und es gibt Grund zur Hoffung“, sagt Monika-Siegel, City- und Standortmanagerin der Stadt. Jedes Ladenlokal, das genutzt werde, sei ein gutes Ladenlokal. Auf den Mix der Geschäfte habe sie keinen Einfluss. Eines will Siegel auf keinen Fall sein: Makler. „Kaufleute mit einer Geschäftsidee brauchen aber eine Stelle, an die sie sich wenden können.“ Ihrer Erfahrung nach wollen sich Händler oder Gastronomen auf der Suche nach einem Geschäft häufig nicht gleich an den Vermieter wenden. Das Citymarketing versteht sich aber auch als Ansprechpartner für Hauseigentümer, deren Immobilie sich im direkten Innenstadtkern befinden. Unter anderem werden leerstehende Schaufenster mit Mölln-Motiven verschönert, auf denen die Hotline für Vermieter und potentielle Mieter genannt wird. „Besucher nehmen diese Leerstände weitaus schärfer wahr als die Einheimischen“, so Siegel. Bewohner gewöhnen sich mit der Zeit an Leerstände und übersehen diese.

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Hilfestellung konnte die Stadt etwa bei Bashar Abulil, der seit knapp zwei Wochen syrische Speisen wie Falafel in seiner „Ali Baba Snack Bar“ in der Hauptstraße 66 anbietet. In der Mittagszeit ist dort reichlich Betrieb. Der Syrer ist seit drei Jahren in Deutschland und hofft in Mölln auf ein selbstbestimmtes Auskommen. „Wir sind zufrieden mit dem Laden“, sagt auch Tarik Say, der seinem Kiosk „my-TacS“ mit Zeitungen, Tabak und weit mehr handelt. Vorher hatte dort ein Spielzeuggeschäft aufgegeben. Lange stand das geräumige Ladenlokal leer. Bis Say im November 2016 eröffnete. Aus Sicht eines Geschäftsmannes können die Mieten sicher immer etwas niedriger sein, so Say. „Doch wir können auch die Vermieter verstehen“, sagt der Unternehmer. Es gab in der Zwischenzeit viele Wechsel. In der Hauptstraße 51 hat „Charlottines Modedesign“ eröffnet, der Handyladen „Pimp My Phone“ in der Hauptstraße 49. Miriam Koop arbeitet als Hörakustik-Meisterin für „Die Hör-Insel“. Die neuesten Hörgeräte werden seit Kurzem in einem aufwendig und schick renovierten Geschäft am Bauhof 2-4 angeboten und angepasst. Sie hofft weiterhin auf reichlich Kundschaft. Weitere Gespräche um neue Vermietungen laufen.

Um etwa den Bauhof zu beleben und insgesamt mehr Menschen in die Innenstadt zu locken, organisiert Monika Siegel dort ab 1. März jeweils am ersten Mittwoch im Monat den Feierabendmarkt von 15 bis 19 Uhr. Stylische Foodtrucks mit ausgefallenen Speisen sind dort genauso willkommen wie Blumen-, Fisch, Käse-, Wein oder Gemüsehändler. Es ist nur eine Aktion, mit der das City-Marketing die Innenstadt interessanter machen will. Am 5. März und am 2. April soll es wieder besondere Programme zum verkaufsoffenen Sonntag geben.

Außerdem werden mit einer aufwendigen Aktion unter dem Titel „Möllner Blüten“ 20 Kaufleute dazu gebracht, im Rahmen einer Verlosung mit vielen Preisen an einem Strang zu ziehen (siehe rechts).

 Florian Grombein

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