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Lauenburg Guter Ernteauftakt: Landwirte sind voller Optimismus
Lokales Lauenburg Guter Ernteauftakt: Landwirte sind voller Optimismus
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20:10 18.07.2014
Eine CDU-Abordnung mit Landtagspräsident Klaus Schlie (3. v. r.), Fraktionschef Johannes Callsen (2. v. r.) und Kreistagsfraktionsvize Michael Sauerland (l.) informierte sich auf der Domäne Steinhorst bei Cay Jansen und seinem Vater Hans-Joachim (3. + 4. v. l.). Die beiden Landwirte unterhielten Unterstützung vom 2. KReisbauernchef Stephan Struve (r.), Paul Petersen (4. v. r.) und Tilmann Hack (2. v. l.), beide aus Lüchow. Quelle: Strunk
Steinhorst

Der Landwirtschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg geht es derzeit gut bis prächtig. „Alles andere wäre Jammern auf hohem Niveau“, sagt Cay Jansen, Pächter und Betreiber der Kreisdomäne Steinhorst, anlässlich des Besuchs einer CDU-Abordnung unter der Führung des Möllners Klaus Schlie, seines Zeichens auch Landtagspräsident in Kiel.

Mit der gerade eingefahrenen Wintergerste ist der erste Schritt für eine gute Ernte 2014 gemacht. „Einige haben heute auch schon mit dem Raps begonnen“, erklärte Stephan Struve, stellvertretender Kreisvorsitzender des Bauernverbandes. Seiner Meinung nach läuft alles auf ein sehr gutes Ergebnis hinaus — wie übrigens auch in den vergangenen beiden Jahren.

Von Strukturproblemen oder gar einer existenziellen Krise sei daher hierzulande auch nichts zu bemerken. Struve: „Ich kenne keinen Betrieb in unserem nordöstlichen Bereich des Kreises um Seedorf herum, der in den letzten drei Jahren aufgegeben hat.“ Die Landwirte profitierten dabei sowohl von den guten Erträgen bei alles in allem anständigen Preisen als auch einer gestiegenen Nachfrage nach ihren „Naturrohstoffen“. „Hier verdienen natürlich auch kleinere Betriebe, für die daher der Druck einer Anpassung durch Zusammenlegung oder Verpachtung ihrer Höfe geringer wird und sie so weiter arbeiten können“, führt Struve weiter aus.

Dennoch wollten Schlie und der Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, Johannes Callsen, die vom Kreistagsabgeordneten Michael Sauerland begleitet wurden, auch über Probleme sprechen. Hier gibt es durchaus einige.

Das erste ergab sich nach dem heftigen Gewitter am Dienstag, 8. Juli, als allein in Steinhorst innerhalb einer halben Stunde 60 Liter Regen auf einen Quadratmeter fielen. Was für etliche Hauseigentümer unangenehm wurde wegen überschwemmter Keller, traf auch viele Landwirte. Die Niederschlagsmassen konnten trotz der Felddrainagen nicht zügig genug ablaufen, „weil die meisten Gräben nur mangelhaft vom Gewässerunterhaltungsverband gepflegt werden“, so Cay Jansens Vater und Vorgänger Hans-Joachim. Eine regelmäßige Mähung des Grabenbewuchses würde nicht ausreichen. Eine Sohlräumung dann und wann wäre schon angebracht. Hier lege der Verband offenbar strengere Maßstäbe an als die Untere Wasserbehörde im Nachbarkreis Stormarn, ergänzte Michael Sauerland.

Ein weiteres heißes Thema ist die Knickpflege und die dazugehörige Verordnung von Landwirtschaftsminister Robert Habeck. Die sieht einen halben Meter Schutzstreifen zum Acker hin vor. „Wie soll man den genau einhalten?“, fragte Struve. Da noch lange nicht alle Fahrzeuge mit GPS ausgerüstet seien und viele nebenberufliche Erntehelfer im Einsatz seien, sei die Durchführung unmöglich. Zudem sei es eine Ungleichbehandlung für kleinere Betriebe mit vielen Knicks, die durch den Erlass schließlich Wirtschaftsland verlören.

Auch beim Denkmalschutz sieht Hans-Joachim Jansen Nachbesserungsbedarf: „Gerade bei den alten Domänen-Gebäuden sind Veränderungen oder Modernisierungen kaum möglich.“ Das könne Existenzen gefährden.

Schlie sieht hier eine Kompromisslösung für angebracht.

Die CDU-Fraktion wolle im übrigen auch noch mal mit der Polizeidirektion ein Gespräch führen, da es im Nordkreis einen Beamten gebe, dem oftmals „das Fingerspitzengefühl“ fehle, wenn er Mähdrescher oder andere Landfahrzeuge unverhältnismäßig lange kontrolliere und damit den Landwirten einen wirtschaftlichen Schaden zufüge.

Höfe und Domänen

900 landwirtschaftliche Betriebe gibt es aktuell im Kreis Herzogtum Lauenburg, die eine Fläche von 67 000 Hektar bewirtschaften — das ist mehr als die Hälfte der insgesamt 126 000 ha des Kreisgebietes. Ein weiteres Viertel entfällt auf Waldflächen, nur 11,1 Prozent werden für Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen.
13 Domänen sind im Besitz des Kreises, die 2237 Hektar bewirtschaften. Eine davon, in Fredeburg, arbeitet ökologisch (Demeter). Ein reiner Milchviehbetrieb ist die Domäne Linau; in Niendorf/St. wird ebenfalls Milchviehhaltung betrieben. Die übrigen sind Ackerbaubetriebe mit zum Teil Jungvieh- und Sauenhaltung.


Sämtliche Domänen sind verpachtet worden; die aktuelle Pachtperiode läuft auf 18 Jahre, beginnend am 1. Juli 2009 bis 30. September 2027.
„Die meisten Gräben werden nur mangelhaft gepflegt.“
Hans-Joachim Jansen,
Domäne Steinhorst

Joachim Strunk

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