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Lauenburg Guter Nachbar hält Einbrecher fern
Lokales Lauenburg Guter Nachbar hält Einbrecher fern
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21:13 03.02.2017
Meistens dringen Einbrecher über Fenster und Fenstertüren ein – die man gut sichern kann: Hanno Steinberg, Chef der Sicherheitsfirma „Alarmzentrale Steinberg“ aus Reinbek, berät Udo Hein, der sich als Hausbesitzer für eine Alarmanlange interessiert. Quelle: Fotos: Dorothea Baumm
Mölln

Von Kopf bis Fuß schwarz gekleidet, eine Wollmütze mit Löchern für die Augen über Kopf und Gesicht gestreift, in der Hand ein stabiler Kuhfuß – sieht so der typische Einbrecher aus? Klar sieht er so aus – im Krimi im Fernsehen. In der Realität hat das Verbrechen ein anderes Gesicht. Gerd Dietel weiß das. Wie überhaupt nahezu alles, was es zum Thema Einbruch und vor allem dessen Verhinderung zu wissen gilt. Und weil er sein Wissen gern weitergibt, hatte der Polizeihauptkommissar an der Polizeidirektion Ratzeburg zur Präventionsveranstaltung zum Thema Einbruchschutz ins Möllner Haus der Sozialen Dienste eingeladen.

Präventionsexperte der Polizei rät in Mölln beim Thema Einbruch zu Umsicht und Vorbeugung.

Nur vier Prozent

8456Straftaten wurden in 2015 landesweit verzeichnet. Von all diesen aktenkundigen Fällen machte Wohnungseinbruchdiebstahl vier Prozent aus.1269Straftaten wurden 2015 im gesamten Möllner Stadtgebiet verübt – von Mord bis zur Beleidigung. Wohnungseinbruchdiebstahl kam 28 Mal zur Anzeige, das macht zwei Prozent aus.

So viel vorweg: Es blieben etliche Stühle unbesetzt, der große Saal hätte deutlich mehr Interessenten verkraftet. Dennoch war die Veranstaltung ein Erfolg, das machten die Kommentare der Haus- und Wohnungseigentümer deutlich, die gekommen waren, um sich zu informieren. „Wir hatten auch schon mal ungebetenen Besuch“, erzählt ein Möllner Hausbesitzer. „Das war ein ganz blödes Gefühl, aus dem Urlaub nach Hause zu kommen und alle Zimmer sind durchwühlt.“ Gestohlen war kaum etwas, der Möllner erklärt: „Wir hatten immer einen Marder auf dem Dach. Vielleicht hat der rumgetobt und die Einbrecher haben sich deswegen unverrichteter Dinge aus dem Staub gemacht.“

Nun lassen sich der Mann und seine Ehefrau Alarmanlagen und Sicherungssysteme für Fenster und Türen erklären. Daran ist auch ein ein älteres Paar interessiert. „Bei uns ist vor 50 Jahren mal eingebrochen worden, da hatten wir ein Fenster aufgelassen.“ Die Frau lächelt und fügt hinzu: „Die Dummheit macht man nur einmal.“

Trotzdem wollen die Zuhörer wissen, was Polizeihauptkommissar Dietel zum Thema Wohnungseinbrüche im allgemeinen und in Mölln im besonderen zu sagen hat. Und wie sie sich schützen können, das interessiert sie auch. Dietel ist mit großer Leinwand und Folien bestens präpariert. Was alle dringend erfahren wollen: Wie sieht er denn nun aus, der typische Einbrecher? Überraschung: Der häufigste Einbrechertyp ist der Gelegenheitstäter. „Er bereitet sich nicht lange auf den Einbruch vor, sondern nutzt günstige Gelegenheiten und will dabei wenig Risiko eingehen“, erklärt Dietel. Der Einbrecher will schnell ins Objekt seiner Begierde eindringen – im Schnitt, so die Erfahrung der Polizei, dauert es drei Minuten, dann sind Einbrecher im Haus. Was sie in aller Regel vermeiden: sich lange aufzuhalten und auf Bewohner zu stoßen.

Dennoch bittet Dietel seine Zuhörer eindringlich, sich (flüchtenden) Eindringlingen in den Weg zu stellen. Er berichtet, wie vor Monaten zwei Streifenbeamte zu einem Einbruch gerufen wurden. Zwei Männer konnten sie stellen und in Gewahrsam nehmen. „Aber die haben so massiv Widerstand geleistet, dass beide Beamte erheblich verletzt wurden und der eine noch heute unter den Folgen leidet. Das müssen Sie nicht riskieren!“

Überhaupt – vorbeugen ist besser als heilen, so heißt es aus gutem Grund. Udo Hein, Hausbesitzer aus Breitenfelde, lauscht aufmerksam. „Ich möchte schon wissen, was es so gibt im Bereich Alarmanlagen und Sicherheitstechnik“, sagt er. Präventions-Experte Dietel betont: „Jedes Scheitern von Einbrechern ist unser Erfolg!“ Und so ist es nur logisch, dass er nachdrücklich auffordert, Umsicht walten zu lassen und gegebenenfalls auch Geld in die Hand zu nehmen, um das Hab und Gut zu sichern. „Mal ehrlich, wird heute überhaupt noch ein Auto ohne Alarmanlage gebaut? Wenn Sie also nicht in ihr Auto ziehen wollen, sollten Sie ihre Wohnung sichern.“

Diese kleinen, scherzhaft formulierten Tipps sind es, mit denen Dietel seine Zuhörer fesselt. Denn auch wenn er klarstellt, dass die Zahlen in und um Mölln die Arbeit der Polizei und den Einsatz der Haus- und Grundeigentümer bestätigen: Sicherheit und Sicherungsmaßnahmen liegen ihm am Herzen. Vom Profi, sagt er, lerne man am besten, und so gibt er Tipps von einem ehemaligen Profieinbrecher weiter. Der sagt, bei einer aufmerksamen Nachbarschaft halten Diebe sich eher fern. Also empfiehlt Dietel den Aufkleber „Vorsicht, aufmerksamer Nachbar“ – den es kostenlos bei der Polizei gibt, und den sich seine Zuhörer gern mitgeben lassen. Glückwunsch, Polizeihauptkommissar Dietel – Sicherheit und Nachbarschaft in einem vorangebracht!

Dorothea Baumm

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