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Lauenburg HLMS: Kaum noch Steigerungen beim Tourismus in Lauenburg möglich
Lokales Lauenburg HLMS: Kaum noch Steigerungen beim Tourismus in Lauenburg möglich
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13:26 29.12.2018
Zogen eine erfreuliche Tourismus-Bilanz für das Jahr 2018: Pressesprecherin Carina Jahnke und Geschäftsführer Günter Schmidt von der HLMS (Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH). Quelle: Joachim Strunk
Mölln

„Heißzeit“ lautet das Wort des Jahres 2018. Das ist zum einen bezogen auf den langen, heißen Sommer sowie die damit verbundene Diskussion um den Klimawandel. Für den lauenburgischen Tourismus lässt sich das noch anders interpretieren. Denn für die Hotellerie- und Gastronomie-Branche lief der Betrieb heiß, sprich: Er erzielte hervorragende Umsätze, sorgte aber auch für Engpässe vor allem im personellen Bereich.

Durchschnittlicher Aufenthalt: 3,2 Tage

Gegenüber den Jahren 2016 und 2017, die vor allem Regenschirm- und Ostfriesennerz-Anbietern zu ungeahnten Höhenflügen verhalf, war die vergangene Jahresmitte „ein Supersommer“, so Günter Schmidt, Geschäftsführer der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH (HLMS), die sich im Kreis um die Belange des Tourismus’ kümmert.

Die endgültigen Zahlen für das Jahr liegen immer erst im Frühjahr des darauf folgenden Jahres vor. Die jüngsten Daten stammen so von Ende September. Und die zeigen eine kleine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,1 Prozent auf 593.000 Übernachtungen (+ 2,0 Prozent bei deutschen Gästen) – in Betrieben mit neun und mehr Betten. Im gesamten Jahr 2017 wurden 664.373 Übernachtungen gezählt, was einer Steigerung zum Jahr 2016 von 3,0 Prozent entsprach. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt wie in den Vorjahren 3,2 Tage.

Stimmungseinbruch

Urlaub in Schleswig-Holstein liegt hoch im Trend, doch das Wachstum stellt die Branche vor Probleme. Neben zu wenig Übernachtungsmöglichkeiten sorgt sich die Branche um den Personal- und Fachkräftemangel.

Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe können offene Stellen nicht besetzen, weil sie keine Arbeitskräfte finden. Gesucht werden vor allem Leute ohne abgeschlossene oder aber mit dualer Berufsausbildung. Aufgrund des demografischen Wandels fehlten ausreichend Bewerber, die zudem nicht ausreichend qualifiziert sind oder deren Vorstellungen von Gehalt und Arbeitsbedingungen nicht übereinstimmen, so Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK.

„Das zeigt unser Hauptproblem: Wir haben zu wenig Bettenkapazitäten“, sagt Günter Schmidt. „Voll ist voll und kann nicht voller werden“, erklärt der HLMS-Chef. Nach wie vor fehlten Übernachtungsanbieter. Das Hotelprojekt in Lauenburg sei in der Planung schon am weitesten, aber über konkrete Daten wisse er hier auch noch nichts. Ähnlich die Situation in Ratzeburg, wo anstelle der jetzigen Kreissparkassenzentrale am Markt ein Sterne-Hotel entstehen soll.

„Nachhaltiges Wachstum“

Ausgenommen von der offiziellen Übernachtungsstatistik, die von 2002 bis heute kontinuierlich „und somit nachhaltig“ (Schmidt) von einst 532.000 auf zuletzt 664.000 (2017) angestiegen ist, sind die zahlreichen Camper und Wohnmobilisten. Auf den Zeltplätzen des Kreises, die sich in der Hauptsache an attraktiven Wasserstandorten befinden, sind aber „empirisch“ mehr als 600.000 Übernachtungen gezählt worden. Bei den Wohnmobilen gibt es keine belastbaren Daten, doch gefühlt hat dieses Segment ebenfalls stark zugenommen.

Die Attraktivität des Kreises – „Schleswig-Holstein ohne Meer“ – wird vor allem über das Naturerlebnis definiert. So ist die Tourismus-Kampagne „Funkelstunde“ – Sonnenuntergänge an besonderen „Hotspots“, also an schönsten Aussichtspunkten an Seen und Flüssen – bei den Gästen besonders gut eingeschlagen. „Da bemerken wir eine besondere Emotionalität“, erläutert HLMS-Pressesprecherin Carina Jahnke. „Sonnenuntergangsfotos sind einfach die stärksten in den sozialen Medien!“

Stärkster Facebook-Auftritt

Überhaupt: soziale Medien. Bei Facebook, Twitter und Co. tritt die HLMS und damit die lauenburgische Tourismusbranche immer besser auf. Vor zwei Wochen, am 12. Dezember, stand die Facebook-Seite der HLMS mit 5700 Likes an erster Stelle im Kreis. Jüngst war im Sommer im Möllner Quellenhof den Touristik-Anbietern die Wichtigkeit und Notwendigkeit dieser Eigen-PR-Gestaltung nahe gebracht worden.

„Unseren eigenen Auftritt im Netz, demnächst auch englischsprachig, haben wir ebenfalls überarbeitet und vor allem für mobile Endgeräte – Tablets und Smartphones – angepasst“, sagt Schmidt. Ansonsten steht auch eine Neuauflage der gesamten HLMS-Printserie wie etwa das Gastgeberverzeichnis an. „Das Heft wird immer noch gern in die Hand genommen“, so Schmidt.

„Keine Revolution, aber verstärkte Evolution“

Das stelle man immer wieder auf den Messen fest, wo die HLMS, teils mit ihren Partnern, vertreten ist. Im vergangenen Jahr waren das Präsenzen bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin, bei der Messe Hamburg (als Partnerregion), bei der ITB in Berlin, auf den Gewerbeschauen in Ratzeburg, Lauenburg und Schwarzenbek, aber auch beim Hamburger Hafengeburtstag, dem NDR Landpartiefest in Ratzeburg oder beim Landes-Landfrauen-Tag in Neumünster.

Gemeinsam mit Touristikern und Politikern aus dem gesamten Kreis sowie anderen Leistungsträgern arbeitet die HLMS auch einem neuen Tourismusentwicklungskonzept. Hier befinde man sich in der Schlussphase. Das neue Konzept soll im Januar abgeschlossen und danach öffentlich vorgestellt werden. „Es wird keine Revolution sein“, sagt Günter Schmidt, „aber eine verstärkte Evolution.“

Neue Marketing-Kampagne „Wald“

In Zusammenhang mit dem neuen Konzept wird dann auch ein neues Corporate Design präsentiert. Zur Tourismus-Kampagne „Funkelstunde“, die 2019 im dritten Jahr läuft, wird eine neue Marketing-Kampagne zum Thema Wald vorgestellt.

Die Suche nach einer neuen Spargelherzogin im Frühjahr und die Teilnahme am Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Kiel am 3. Oktober sind weitere Highlights des lauenburgischen Tourismus-Jahres 2019.

Joachim Strunk

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