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Lauenburg Hallenbad-Befürworter formieren sich
Lokales Lauenburg Hallenbad-Befürworter formieren sich
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11:15 30.01.2019
Ein Förderverein unter Vorsitz von Uwe Krützmann (r.), hier mit Frau Maika (m.) und Tochter Sandra Schmidt-Kuhlmann, setzt sich für ein neues Hallenbad in Schwarzenbek ein. Quelle: Holger Marohn
Schwarzenbek

Die Machbarkeitsstudie für ein mögliches neues Hallenbad in Schwarzenbek liegt auf dem Tisch. Während in der Politik zunächst fraktionsintern die Meinungsfindung beginnt, organisieren sich auf der anderen Seite die Unterstützer. Ein Förderverein, einst nach der Schließung des alten Bades gegründet, könnte wiederbelebt werden. Am Mittwochabend ist in der Seniorenresidenz eine Informationsveranstaltung geplant.

Aus Erfahrungen gelernt

„Wir wollen uns überhaupt erst einmal Treffen, um das Interesse an einem Hallenbad in Schwarzenbek zu bekunden“, sagt Uwe Krützmann, der sich mit an die Spitze der Bewegung gestellt hat. Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte sich der Verein Pro Hallenbad gegründet. Auf diesen Erfahrungen wollen Krützmann und Co nun aufbauen. Allerdings habe man auch gelernt.

Statt in große Träume zu verfallen wie einst beim Projekt Aquabek vor zehn Jahren (siehe Beistück), gehe es darum, sich „auf das Machbare zu beschränken“. Was dann im einzelnen zu realisieren sei, müsse man nach einer Grundsatzentscheidung sehen. Denn bei aller Euphorie müsse allen bewusst sein, dass nicht die Baukosten die große Herausforderung seien, sondern der dauerhafte Unterhalt.

Ausgeträumt

Mit einem kühnen Plansorgte 2008 ein Investor für Euphorie bei den Hallenbad-Befürwortern. Wenige Jahre nach Schließung und Abriss des alten Hallenbades stellte er mit seiner Aquabek GmbH den überraschenden Plan vor, mit 74 Grad heißer Sole aus 1220 Metern Tiefe nicht nur ein Sportbad mit 2500 Quadratmetern Wasserfläche, eine Sporthalle und Sporthotel mit 100 Betten, sondern einen ganzen Stadtteil mit Fernwärme zu versorgen.

Für die Bohrungen hatte die Aquabek GmbH beim Bergbau-Bundesamt in Clausthal-Zellerfeld bereits benötigte Schürfgenehmigungen beantragt und die geforderten Gutachten eingereicht. Einmal die Tonschicht durchbrochen, sollte der Überdruck die Sole bis knapp unter die Erdoberfläche drücken.

Mit einer 60 Kilowatt-Pumpein weniger als 20 Metern Tiefe sollen dann 75 Kubikmeter 74 Grad heißes Salzwasser je Stunde gefördert werden. Auch ein Grundstück hatte der Investor an der Möllner Straße gegenüber dem Lupus-Park schon gekauft.

Der Plan zerplatzteallerdings wie eine Seifenblase. Der in Schwarzenbek lebende Investor entpuppte sich am Ende als Betrüger, der am Ende sogar im Gefängnis landete. Das von der Politik weitgehend begeistert begleitete Projekt, für das es sogar schon fast fertige Pläne gab, wurde am Ende nie umgesetzt.

In der Machbarkeitsstudie ist der Zuschussbedarf aus Betriebskosten unter der Berücksichtigung der Einnahmen für die kleine Variante von vier Bahnen mit einer Länge von jeweils knapp 17 Metern auf knapp 170000 Euro beziffert. Für die größere Variante mit einem multifunktionalen 25-Meter Becken mit vier Bahnen sowie einem Kleinkindbereich von etwa 30 Quadratmetern Wasserfläche wird der Zuschussbedarf auf knapp 360000 Euro kalkuliert.

Kostenblock Personalkosten

Hinzu kommen die auf 20 Jahre verteilten Investitionskosten inklusive Zinsen von 220000 Euro pro Jahr für die kleine und 390000 Euro für die große Variante. Durch Baukosten-Zuschüsse würde sich dieser Anteil reduzieren. Diese Kosten durch weitere Wünsche in die Höhe zu treiben, hält Krützmann für wenig zielführend.

Der größte Kostenblock bei den Betriebskosten sind die Personalkosten. Da eine kleine Variante nur von Vereinen und Institutionen genutzt werden würde, fallen diese bei dieser Variante mit 45000 Euro deutlich geringer aus als bei der größeren mit 225000 Euro. Reduzieren könnte sich diese allerdings, wenn Schulen und Vereine bei einer Nutzung die Wasseraufsicht selbst übernehmen würden oder auch im Öffentlichkeitsbetrieb die Aufsicht durch ehrenamtliche Kräfte wie beim Bäderdienst an der Ostsee sichergestellt werden würde.

Zuschussbedarf um 800000 Euro üblich

Der städtische Zuschussbedarf würde sich damit in einem Rahmen bewegen, wie ihn auch die Nachbarstädte und -gemeinden der 16000-Einwohner-Stadt Schwarzenbek zu stemmen hätten. So belastet das Waldschwimmbad Büchen den Gemeindehaushalt in diesem Jahr voraussichtlich mit knapp 790000 Euro inklusive Schuldendienst. Die Stadtwerke Geesthacht hatten in den vergangenen Jahren bei ihrem Freizeitbad auch aufgrund der Wetterlagen einen Zuschussbedarf zwischen 700000 und 900000 Euro.

Und die gerade erst vor zwei Jahren eröffnete Möllner Welle als jüngstes Hallenbad im Kreis hat ohne Schuldendienst einen Zuschussbedarf von 540000 Euro bei Betriebskosten von 1,1 Millionen Euro pro Jahr. Betreiber sind die Stadtwerke Mölln. Angaben über den Kapitaldienst macht Möllns Bürgereister Jan Wiegels nicht. Die Möllner Welle war in Öffentlich-Privater-Partnerschaft für 5,8 Millionen Euro gebaut und 2017 eröffnet worden.

Der Informationsabend der Hallenbad-Befürworter ist am Mittwochabend, 30. Januar 2019, ab 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum der Senioren-Residenz St. Franziskus, Berliner Straße 4-6 in Schwarzenbek.

Holger Marohn

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