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Lauenburg Heftige Blitze schlugen in drei Häuser ein — keine Verletzten
Lokales Lauenburg Heftige Blitze schlugen in drei Häuser ein — keine Verletzten
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20:22 07.07.2015
Heftige Gewitter mit beeindruckenden Blitzen tobten in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag auch über Büchen. Dieses Foto ist Tim-Oliwer Meyer mit Blick vom Gutenbergweg in Richtung neue Ortsmitte gelungen. Quelle: Tim-Oliwer Meyer/jeb/tja
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Buchholz

Ein reetgedecktes Wochenendhaus ist am späten Sonnabendabend in Buchholz am Ratzeburger See vom Blitz getroffen worden und komplett niedergebrannt. Trotz ausgelösten Großalarms konnten die sieben Freiwilligen Feuerwehren aus Buchholz und Umgebung das Haus nicht mehr retten. Mehr als 60 Einsatzkräfte kämpften vergeblich gegen die Flammen, die zwanzig Meter hoch in den Nachthimmel loderten. „Es war ein Blitz und ein Donner und der hat getroffen“, sagte Einsatzleiter Mathias Pliesch. Schnell war klar, dass das nicht mehr zu retten war. Insofern konzentrierten sich die Retter darauf, die Nachbargebäude zu schützen. Der Einsatz dauerte bis 1.35 Uhr.

Haus in Buchholz brennt nieder

Auch in Schwarzenbek knallten Blitze in zwei Häuser. Sturm und Starkregen folgten. Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten, als am Sonnabend Dachziegel, Äste und Müll durch die Gegend wirbelten. Die Schäden können noch nicht im Detail beziffert werden, sie gehen aber in die Hunderttausende. „Wir waren hier im Ausnahmezustand“, fasste Schwarzenbeks Feuerwehrchef Thorsten Bettin die Situation zusammen. Ab 21 Uhr zog das Unwetter von Südwesten kommend über den Kreis und traf Schwarzenbek und Geesthacht besonders stark. Allein in Geesthacht musste die Feuerwehr am Sonnabend 36 Mal ausrücken, am Sonntag ging es weiter, nachdem bei Tageslicht Hausbesitzer Schäden entdeckt hatten. „Diesmal war das gesamte Stadtgebiet betroffen, oft hatten wir sonst nur einige Viertel, die es getroffen hat“, erklärte Thomas Marbes, Zugführer der Feuerwehr Geesthacht gestern. Geesthachts Feuerwehr war am Sonnabend um 21.06 Uhr die erste Wehr, die alarmiert wurde. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die Leitstelle in Bad Oldesloe, die die Einsätze der Feuerwehr koordiniert, meldete über die Nacht 128 Einsätze.

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Besonders schlimm traf es zwei Familien in Schwarzenbek. Zunächst schlug gegen 22 Uhr am Wiesenweg ein Blitz in den Dachstuhl eines von einer sechsköpfigen Familie bewohnten Hauses ein. Im Dach klaffte ein riesiges Loch, dahinter breiteten sich die Flammen aus. Die Retter rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus und löschten sowohl im Haus als auch von außen. Dabei behinderte eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung die Löscharbeiten.

Nur etwa 15 Minuten später traf ein weiterer Blitz eine Doppelhaushälfte am Mühlenredder. Hier wurde „der erste Angriff mit dem Rüstwagen gefahren“, so Bettin. Verstärkung kam unter anderem aus Elmenhorst, Brunstorf und Grabau, die Geesthachter Wehr unterstützte mit der Drehleiter. Am Mühlenredder wie am Wiesenweg brannten Spitzboden und Dachgeschoss aus, die Bewohner blieben unverletzt.

Die Aufräumarbeiten werden überall im Lauenburgischen noch einige Tage andauern. Wie beim Gut Hasenthal. Dort hatte der Sturm eine mächtige Linde in sechs Metern Höhe gekappt.

jeb/tja