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Lauenburg Herzoginnen warnen vor Ende des Engagements
Lokales Lauenburg Herzoginnen warnen vor Ende des Engagements
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12:50 26.09.2019
Vordere Reihe v.l.n.r.: Renate Schächinger, Ursula Mahnke  (Ehrenamtliche), Inge Poschefoth-Belen (Ehrenamtliche), Silke Tenzer; Mittlere Reihe v.l.n.r.: Brigitta Marks, Jutta Bellwinkel (Ehrenamtliche), Edelgard Jenner, Petra Michalski; Hintere Reihe v.l.n.r.: Silke Meyer, Elke Hagenah, Sabine Wöhl, Friederike Betge, Anja Nowatzky. Frau Mahnke, Frau Bellwinkel und Frau Poschefoth-Belen sind ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuerinnen, alle anderen sind Herzoginnen. Quelle: Stadt Schwarzenbek/hfr
Ratzeburg

„Die ehrenamtliche Betreuung der in unserem Kreis in den letzten Jahren angekommenen Flüchtlingen ist massiv bedroht. Durch Kürzungen auf Bundes- und entsprechend auf Landesebene sind die hauptamtlichen Beratungs- und Koordinierungsstellen, die zur Unterstützung der Ehrenamtlerinnen eingerichtet wurden, ab 2020 nicht mehr finanziert“, sagt Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Elke Hagenah. Sie sagt Auswirkungen voraus, die sich jetzt bereits abzeichnen würden: „Ohne diese Unterstützung haben schon jetzt viele Ehrenamtliche angekündigt, ihr Ehrenamt niederzulegen, da ihre Arbeit ohne hauptamtliche Unterstützung gar nicht leistbar ist.“ Hier der Brief der Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreis, die sich „Herzoginnen“ nennen:

„Als 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hat dies eine immense Bereitschaft ausgelöst, ehrenamtlich zu helfen und zu unterstützen. Eine großartige und notwendige Unterstützung für eine gelingende Integration wurde kurzfristig organisiert und umgesetzt. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer leisteten und leisten in unserer Gesellschaft einen zwar unbezahlten, aber in vielerlei Hinsicht unbezahlbaren Dienst!

Sie haben es zum Teil mit schwersttraumatisierten Menschen zu tun und es werden individuell zugeschnittene Hilfen für die Familien benötigt.

Die Landesregierung sah zu Recht die Notwendigkeit, die Arbeit der Ehrenamtlichen mit hauptamtlichen Beratungs- und Koordinierungsstellen zu unterstützen. Hier werden seitdem Fortbildungen angeboten und in Anlaufstellen das Netzwerk gepflegt. Diese Arbeit darf nicht eingespart werden! Die Integration ist ja noch nicht abgeschlossen!

Die Nachricht, dass die Landesregierung die Beratung und Koordination der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen wegkürzen will, löste eine Welle der Empörung aus. Und dies sowohl bei den – nach wie vor intensiv eingespannten – Ehrenamtlichen, als auch bei allen professionellen Beratungsstellen, die mit den geflüchteten Menschen in Kontakt sind.

Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sind unverzichtbar!

Und sie sind auf ein hauptamtlich geleitetes Netzwerk angewiesen!

Die Koordinierungsstellen sind gut organisiert und gut eingespielt. Viele Ehrenamtliche haben bereits geäußert, dass sie ohne die Beratungs- und Koordinierungsstellen ihre Arbeit einstellen würden, weil sie keine Möglichkeit sehen, diese dann noch leisten zu können.

Wir Herzoginnen arbeiten mit Frauen in verschiedenen sozialen Kontexten im Kreis Herzogtum Lauenburg. In unserer Arbeit greifen wir unter anderem auf gut funktionierende Netzwerke zurück. Aus unserer Sicht wäre es unverantwortlich, dieses Netzwerk von gut unterstützten Ehrenamtlichen, die sich für die Integration von Flüchtlingen engagieren, zu zerstören.

Die Landesregierung spart an der falschen Stelle!

Eine gelungene Integration kann nur mit ehrenamtlich Engagierten funktionieren und diese brauchen eine verlässliche hauptamtliche Unterstützung.

Sollte die Landesregierung diese unvernünftige Streich-Maßnahme tatsächlich umsetzen, wäre es aus unserer Sicht unabdingbar, dass der Kreis und die kreisangehörigen Kommunen die Finanzierung dieser wichtigen Arbeit übernehmen! Die Herzoginnen, im September 2019

Das sind die Herzoginnen

Sabine Wöhl, Ulrike Tenzer, Frauenberatungsstelle Herzogtum Lauenburg

Renate Schächinger, KIBIS Selbsthilfekontaktstelle Kreis Herzogtum Lauenburg

Brigitta Marks, pro familia Schleswig-Holstein Beratungsstelle Geesthacht

Elke Hagenah, Gleichstellungsbeauftragte Kreis Herzogtum Lauenburg

Edelgard Jenner, Gleichstellungsbeauftragte Stadt Mölln und Amt Breitenfelde

Anja Nowatzky, Gleichstellungsbeauftragte Stadt Geesthacht

Petra Michalski, Gleichstellungsbeauftragte Schwarzenbek

Friederike Betge, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lauenburg/Elbe

Silke Meyer, Evang. Frauenwerk Lübeck-Lauenburg

Von ln

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