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Lauenburg Die VSG weitet sich nach Süden aus
Lokales Lauenburg Die VSG weitet sich nach Süden aus
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15:42 26.04.2019
Gegenüber ATR und der Tankstelle hat sich die VSG das mit 30 000 qm größte Grundstück im neuen Ratzeburger Gewerbegebiet Neuvorwerk gesichert. Zurzeit wird ein Generalunternehmer gesucht, die Ausschreibung läuft an. 2020 soll mit den Arbeiten begonnen, der Verwaltungsneubau im Herbst 2021 bezogen werden. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg/Mölln/Bad Oldesloe

Die Vereinigte Stadtwerke GmbH (VSG) im Besitz der drei Städte Ratzeburg, Mölln und Bad Oldesloe schreibt weiter an ihrer Erfolgsgeschichte. Die Kommunalpolitiker der Stadt Mölln gaben am Donnerstagabend (25.4.) als letzte der drei Stadtvertretungen grünes Licht für die Gründung einer Tochtergesellschaft der VSG mit der e-werk Sachsenwald GmbH.

Die e-werk Sachsenwald mit Sitz in Reinbek versorgt die Städte und Kommunen Reinbek (rd. 27 000 Einwohner), Wentorf bei Hamburg (12 600 EW), Glinde (18 000), Wohltorf (2400), Oststeinbek (8900), Barsbüttel (12 600) und Aumühle (3100) mit Strom und Gas. Nun soll auch die Breitbandversorgung hinzu kommen.

Gegen „willy.tel“ durchgesetzt

„Da sie damit keine Erfahrung hatten, haben sie sich an uns gewandt“, erklärt Marius Lembicz, Geschäftsführer der VSG mit den Zuständigkeitsbereichen Vertrieb und Media (den Bereich Netz verantwortet sein Kollege Olaf Pötzing). Dabei konnte sich die VSG gegenüber dem Konkurrenten „willy.tel“ aus Hamburg mit einem besseren Angebot durchsetzen.

Vereinigte Stadtwerke von Ratzeburg, Mölln und Bad Oldesloe expandieren

Mit der Zustimmung der Möllner Stadtvertretung (nach der Bad Oldesloes und Ratzeburgs) wird nun die Gesellschafterversammlung der VSG noch einmal zusammentreten, der Notartermin zur offiziellen Gründung der „Media Sachsenwald GmbH“, so Lembicz, ist einen Tag später am 30. April anberaumt.

An Media Sachsenwald halten sowohl die VSG als auch e-werk Sachsenwald je 50 Prozent der Anteile. Da die Gesellschaft kein eigenes Personal hat, kauft sie die Dienstleistungen bei ihren beiden Gesellschaftern ein. Die VS Media stellt hier den Großteil bereit.

Zwei Millionen Euro Eigenkapital

Die Media Sachsenwald investiert sowohl in passive (Lembicz: „alles, was keinen Strom benötigt“, wie etwa Erdarbeiten) als auch aktive („alles, was einen Stecker hat und Strom benötigt“) Technik und schließt auch die Verträge mit den Endkunden ab.

Für die nötigen Investitionen muss die Gesellschaft mindestens 20 Prozent Eigenkapital haben, um Darlehen und Kredite von den Banken zu bekommen. Das heißt, die beiden Gesellschafter müssen je eine Million, also insgesamt zwei Millionen Euro, bereit stellen.

Immobilien statt Service

Alles neu macht der Mai!? Zumindest ändert sich dann der Name eines Geschäftsbereiches der Vereinigten Stadtwerke GmbH. So hatte die VSG 2004 die Vereinigte Stadtwerke Service GmbH gegründet, um im VS-Verbund sowie auch Dritten Personaldienstleistungen anzubieten.

Letzteres ist nicht so gelungen, sodass im Laufe der Zeit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die VSG, die VS Netz oder VS Media umverteilt wurden. Die Firmenhülse „Service“ existierte aber noch und wird nun aufgrund der Neubauvorhaben des Versorgers umfirmiert: in VS Immobilien GmbH.

Der neue Geschäftszweck, so Geschäftsführer Marius Lembicz, sei es, „in die zukünftigen Standorte zu investieren und anschließend an den VS Verbund zu verpachten“. In diesem Zusammenhang sind die Umbenennung, die Kapitalaufstockung und die Anpassung der Geschäftsanteile vorgesehen.

Da Mölln nicht mehr als originärer VS-Standort vorgesehen ist, sondern „nur noch“ einen Servicepunkt im ehemaligen Bahnhof anbieten kann, wird der Anteil der Eulenspiegel-Stadt auf 52 Prozent aufgestockt (allerdings auch bei entsprechend erhöhter Kapitaleinlage). Die Stadtwerke von Ratzeburg und Bad Oldesloe halten an der Immobilien-Gesellschaft lediglich je fünf Prozent, die VSG selbst 38 Prozent.

Das Kapital der Gesellschaft soll von 1,096 Millionen Euro auf sechs Millionen erhöht werden. Für die geplanten Neubauten ist ein Investitionsbedarf von insgesamt 20 Millionen Euro vorgesehen.

In den Aufsichtsrat der Stadtwerke Immobilien sollen aus Mölln Horst Kühl (CDU), Kirsten Patzke (SPD), Bürgermeister Jan Wiegels, Mechthild Rosker (Grüne) und Paul Büttner (FMW) rücken.

Offizielles Ziel in den Kommunen im Süden Stormarns und des Herzogtums Lauenburg sind pro Jahr 2000 Hausanschlüsse (Ftth = Fibre to the home). Lembicz: „Ich glaube allerdings nicht, dass wir damit hinkommen. Es wird wohl eher doppelt so viel, der Bedarf ist riesig.“

Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll mindestens die Hälfte der dortigen 40 000 Wohneinheiten mit schnellem Internet versorgt werden. In Barsbüttel haben die Arbeiten schon begonnen, aber auch in den anderen Kommunen soll es zeitgleich so schnell wie möglich angegangen werden.

Von Notz: „Exzeptionell!“

Die Media Sachsenwald wird von zwei Geschäftsführern geleitet, von denen jeder Gesellschafter einen stellt. Von der VSG wird dies Matthias Schubert sein, der bislang Bereichsleiter Breitband bei der VS Media war.

In der Möllner Stadtvertretung lobten alle vertretenen Parteien die bisherige hervorragende Arbeit des Gemeinschaftsunternehmens. Konstantin von Notz von Bündnis 90/Die Grünen erklärte: „Angesichts der verheerenden bundesweiten Breitbandstrategie haben wir hier ein absolutes Vorzeigeprojekt. Exzeptionell!“

Angesichts der Zahlen lässt sich dieses Lob tatsächlich gut nachvollziehen. Laut Marius Lembicz liegt die Anschlussquote bei Ftth in ganz Deutschland bei zwei Prozent – im Verantwortungsbereich der VS Media dagegen bei 70 Prozent!

Joachim Strunk

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