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Lauenburg „Hevi’s“-Wirt wegen Verdacht der schweren Brandstiftung festgenommen
Lokales Lauenburg „Hevi’s“-Wirt wegen Verdacht der schweren Brandstiftung festgenommen
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15:56 06.05.2019
Festnahme im Fall des Brandes im "Hevi's" in Schwarzenbek. Das Schnellrestaurant mit Kiosk stand am 10. August 2018 in Flammen. Quelle: TIMO JANN
Schwarzenbek

Nach monatelangen Ermittlungen konnte jetzt der Gastwirt, der das „Hevi’s“ in Schwarzenbek betrieben hatte, festgenommen werden. „Das Landgericht Lübeck hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den 53 Jahre alten Mann aus Hamburg Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts der besonders schweren Brandstiftung sowie des versuchten besonders schweren Betruges erlassen“, teilte Ulla Hingst, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage mit. Der Haftrichter erkannte auf Fluchtgefahr und ließ den Beschuldigten deshalb direkt in die Justizvollzugsanstalt Lübeck bringen.

Das „Hevi’s“ an der Hamburger Straße war am 10. August 2018 gegen 22 Uhr nach einer Explosion in Flammen aufgegangen. Feuerwehrleute waren im Großeinsatz, die Familie, die über dem Schnellrestaurant mit Kiosk im ersten Obergeschoss lebte, konnte sich gerade noch retten. Das Haus galt hinterher als einsturzgefährdet.

Festnahme im Fall des Brandes im "Hevi's" in Schwarzenbek. Polizisten sicheren intensiv Spuren in den ausgebrannten Räumen. Quelle: TIMO JANN

Die Polizei unternahm viel, um die Brandstiftung, auf die es schnell Hinweise gab, aufzuklären. Im Stadtgebiet wurden Plakate aufgehängt und Flyer verteilt, es wurde ein Hinweisportal im Internet freigeschaltet. Türblätter und Türzargen wurden sichergestellt, um ein mögliches Hebelwerkzeug zuordnen zu können. Lange wurde in der Stadt spekuliert, ob die Brandstiftung möglicherweise mit der Brandstiftung in einer Autowerkstatt nur 20 Meter entfernt an der Hamburger Straße zusammenhängen könnte. Beide Immobilien gehören einer Familie. Außerdem hatte schräg gegenüber vom „Hevi’s“ aus das ehemalige China-Restaurant gebrannt.

Festnahme im Fall des Brandes im "Hevi's" in Schwarzenbek. Mit Fahndungsplakaten im Stadtgebiet suchte die Polizei nach Zeugenhinweisen. Quelle: TIMO JANN

Im Januar hatte Ernst Jenner, der Leiter des Schwarzenbeker Polizeireviers, erstmals öffentlich über einen Ermittlungserfolg in der Sache gesprochen. Die Staatsanwaltschaft war damals aber noch nicht so weit. Der zuständige Staatsanwalt habe auch mit schweren Kapitalverbrechen zu tun, die Priorität hätte, so Ulla Hingst damals. Mittlerweile konnte sich die Anklagebehörde intensiv mit dem Fall „Hevi’s“ befassen. „Der 53-Jährige ist dringend verdächtig, das Feuer in der Küche des Imbiss‘ und in dem angrenzenden Pausenraum gezielt gelegt zu haben, um die Räumlichkeiten und die Betriebseinrichtung zu zerstören und anschließend den Schaden gegenüber der Versicherung betrügerisch geltend zu machen“, erklärt Ulla Hingst. Nur: Weil von Brandstiftung ausgegangen wurde und es lange keinen möglichen Täter gab, zahlte die Versicherung nicht. Und nun sitzt der Hamburger in Haft.

Festnahme im Fall des Brandes im "Hevi's" in Schwarzenbek. Quelle: TIMO JANN

Derweil laufen die Sanierungsarbeiten an der Immobilie. Das Haus wurde entkernt und wird derzeit neu ausgebaut. Ein Fahrzeughandel soll als Mieter einziehen.

Festnahme im Fall des Brandes im "Hevi's" in Schwarzenbek. Aktuell wird das Gebäude saniert. Quelle: TIMO JANN

Timo Jann

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