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Lauenburg Hightech-Kampf der Tretboote in Ratzeburg
Lokales Lauenburg Hightech-Kampf der Tretboote in Ratzeburg
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21:05 22.05.2019
Pimp my Tretboot: Schiffbaustudenten aus Europa fahren mit ihren selbst gebauten Booten auf dem Küchensee Rennen. Iven Sponholz (23) und Rebecca Kiss (21) aus Rostock haben für ihr Boot eine Art moderne „Einbaumvariante“ ähnlich der Boote von Naturvölkern gewählt. Das Besondere: Sie fahren seitwärts. Bis zu acht Knoten wollen sie fahren. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Ratzeburg/Hamburg

Ruderregatten gehören in Ratzeburg spätestens seit Karl Adam und seinen Goldjungs zum Alltag. Auch Tretbootfahren gehört dort quasi zum guten Ton. Doch haben diese keine Propeller, keine Katamaran-Form oder gar die Form eines Einbaum-Bootes. Junge, gute gelaunte Menschen in eben solchen abgefahrenen Modellen tummeln sich derzeit auf dem Küchensee der Inselstadt. Am Mittwoch sind etwa 400 Teilnehmer der 40. International Waterbike Regatta (IWR) angereist. Die kuriosen Wettbewerbe werden am Donnerstag, Freitag und Sonnabend ausgetragen.

Ambitionierter Sport kombiniert mit Ingenieurskunst

„Das sind keine normalen Tretboote. Sie erreichen Geschwindigkeiten von acht Knoten“, sagt Iven Sponholz vom Team aus Rostock. Der 23-Jährige weiß, das ist mehr, als man einem gewöhnlichen Ausflugsboot zutrauen würde. Und was die Athleten aus Österreich, Slowenien, den Niederlanden oder etwa Italien leisten, ist ambitionierter Sport kombiniert mit Ingenieurskunst. Und auf dem Wasser sind 14,816 Kilometer pro Stunde, so viel sind umgerechnet acht Knoten, ein beachtlicher Wert.

Die Regatta

Am kommenden Sonnabend sollen ab 9 Uhr die Finalläufe stattfinden. Die Rennen starten am Donnerstag und Freitag ebenfalls ab 9 Uhr. Der Wettkampf wird in Höhe des Ufers am Küchensee zwischen „Lile Cocktailbar“ und Restaurant „Hubertus am See“ ausgetragen. Das Camp der Athleten befindet sich auf der Wiese in der Nähe der Schirmbar am Ratzeburger See. Weitere Informationen können Interessierte unter www.iwr2019.de einsehen.

Die Teilnehmer kommen allesamt aus dem Fachbereich Schiffbau und Meerestechnik. Die IWR wird in diesem Jahr von den Studenten der Technischen Universität aus Hamburg auf dem Ratzeburger Küchensee ausgerichtet. „Die Tretboote sind komplett von den Studierenden selbst gebaut und konstruiert. Wir arbeiten zum Teil seit Jahren daran, die Boote zu perfektionieren“, erklärt Sven Möllner, einer der Organisatoren aus Hamburg. Das mache die IWR so spannend. Er bedauere sehr, dass die beiden Teams aus Istanbul vor zwei Tagen leider die Teilnahme absagen mussten, weil sie es einfach nicht finanzieren konnten.

40 Boote, acht Disziplinen

Mit ungefähr 40 Booten werden die internationalen Teams in acht Disziplinen antreten. In den drei Tagen können technische Problemlösungen, Emotionen und spannende Rennen bestaunt werden, erklärt Möller. Die IWR wird Jahr für Jahr von den Studierenden von einem der teilnehmenden Teams organisiert. Somit finden die Regatta immer an einem anderen Ort statt und die Teilnehmer lernen die Kulturen der befreundeten Teams kennen.

„Man lernt hier alle Schiffbau-Unis aus Europa kennen und schließt schnell neue Freundschaften“, erklärt Florian Kohert aus Bremen. Zusammen mit seiner Teamkollegin Marizela Kukic steht er vor einem roten Katamaran. Im Hintergrund arbeitet das Team auf Hochtouren, um einen Propeller an das modern wirkende Ungetüm anzubauen. „Diese Boote sind wirklich besonders“, erklärt die 20-Jährige. Hauptregel ist, dass die Boote von zwei Leuten, den „Tretern“, angetrieben werden und die meiste Kraft aus den Beinen kommt.

Konstruktionen sind kaum Grenzen gesetzt

In acht Disziplinen werden die mitgebrachten Boote miteinander verglichen. Normale Tretboote, die kennt jeder. „Zugegeben, einige verwenden ebenfalls das Prinzip der Tretkurbel“, erklärt IWR-Sprecher Möllner. Diese Art der Kraftübertragung kenne man vom Fahrrad fahren. Der Konstruktion an sich seien kaum Grenzen gesetzt. Festgelegt sind maximale Länge, Breite und Tiefgang. Energie darf nicht zwischengespeichert werden. Durch eine extreme Leichtbauweise und hochtechnologisierte Antriebsstränge erreichten die Top-Boote der europäischen Tretbootszene Höchstgeschwindigkeiten von bis zu sechs Metern pro Sekunde, so Möller. Dies entspricht in etwa 12 Knoten. „Sport verbindet Menschen, Konkurrenz fördert Technologie, diese Ansätze verbindet diese Veranstaltung im maritimen Sinne“, sagt Möller.

Die Lust auf die Party vor und nach den Wettkämpfen war den Studenten am Donnerstag ebenfalls schon anzumerken. Denn nicht nur über Technik und Material wurde gefachsimpelt. Das Team aus Rostock etwa lobte bereits Temperatur und Geschmack der lokalen Biersorte vom Fass.

Florian Grombein

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