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Lauenburg Alter Bahnhof Geesthacht: Beliebter Treffpunkt für die Jugend
Lokales Lauenburg Alter Bahnhof Geesthacht: Beliebter Treffpunkt für die Jugend
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07:55 23.02.2019
In Geesthacht gibt es sogar noch das seit 1952 nicht mehr als solches benutze Bahnhofsgebäude sowie einen modernen Bahnsteig. Verkehrsplaner Lukas Kipping von Nah.SH stellte ein mögliches Konzept vor. Quelle: LN-Archiv
Geesthacht

Mit ihren deutlich über 30 000 Einwohnern ist Geesthacht seit Jahrzehnten die größte Stadt in Schleswig-Holstein ohne Anschluss an den Schienen-Nahverkehr. Einen Bahnhof gibt es hier trotzdem – doch er wird nicht von Fahrgästen genutzt, sondern von Jugendlichen.

1980 hatte die Stadt beschlossen, an der Ecke Neuer Krug/Bahnstraße ein modernes Jugendzentrum zu bauen. Doch dann stand der ehemalige Bahnhof, erbaut anno 1906, zum Verkauf – und rückte als künftiges Domizil für junge Menschen in den Fokus. Anfang 1984 begannen die umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, die immerhin 1,1 Millionen Mark kosteten und neun Monate dauerten. Das charakteristische Gebäude hatte in dieser Zeit unter anderem eine Bühne, ein Lesezimmer, ein Fotolabor und mehrere Gruppenräume bekommen, daneben noch Büros für die Mitarbeiter und eine Küche.

2009 und 2010 umfassend modernisiert

2009 und 2010 erfolgte eine umfassende Modernisierung. Heute verteilen sich auf die rund 600 Quadratmeter Nutzfläche im Erdgeschoss ein Saal mit Billardtischen, Kicker- und Dartspielen, ein Tresenraum und eine Holzwerkstatt sowie im Obergeschoss ein Atelier, drei Büros, eine Küche und zwei Gruppenräume, hinzukommen einige Sanitär-, Keller- und Lagerräume. Ganz oben im Haus ist noch eine Wohnung vermietet, auf der Rückseite des alten Bahnhofs nutzen auch noch die Geesthachter Eisenbahnfreunde einen Raum als Büro.

 

14 Kilometer lang

Am Bahnhof von Geesthacht hielt vor 66 Jahren zuletzt ein planmäßiger Personenzug. Die 14 Kilometer lange Bahnverbindung zwischen den Hamburger Stadtteilen Bergedorf und Geesthacht, das bis 1937 ja ebenfalls zu Hamburg gehörte, war 1906 eröffnet worden. 1952 fuhr noch 13 Mal täglich ein Zug hin und her.

Der Niedergang des Bahnhofs begann bereits, als die Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn in den 20er Jahren Busse anschaffte und sich so selbst Konkurrenz machte. 1952 zählten die Busse auf dieser Verbindung fast dreimal so viele Fahrgäste wie die Bahn.

Im Jahr 1953 wurde der regelmäßige Zugverkehr auf der Strecke eingestellt, die Schienen aber blieben liegen. Heute fahren nur noch ganz selten ein paar Waggons, gezogen von den Nostalgie-Lokomotiven der Geesthachter Eisenbahnfreunde, am Bahnhof vor – das nächste Mal Ostern.

Im Außengelände gibt es eine Terrasse mit Streetballkorb und hohem Ballfangzaun sowie ein separates, zehn mal 20 Meter großes Kleinspielfeld. Die Spielflächen können auch außerhalb der Öffnungszeiten des Jugendzentrums von Kindern und Jugendlichen frei genutzt werden.

Offenes Haus für junge Menschen

„Dies ist ein offenes Haus für junge Menschen zwischen sechs und 27 Jahren“, erläutert Sandra Muschack, Leiterin des Jugendzentrums. Großen Wert lege man vor allem darauf, dass die Jugendlichen hier eigene Ideen verwirklichen können. So wird in der Holz- und in der Töpferwerkstatt gearbeitet, es wurde eine Dart-Liga ins Leben gerufen, es wird mal eine Disco organisiert, es kann vor dem Haus gegrillt werden. Langeweile muss hier also niemand haben. Und die Besucher, so stellt man schnell fest, sind daran interessiert, „ihr“ Haus in Schuss zu halten. Die Räume wirken sauber und gepflegt, die Wände sind mit Bildern geschmückt, die hier entstanden.

Wird der Zugverkehr wieder aufgenommen?

Am meisten Platz ist in der Halle, in der einst die Fahrgäste auf die Züge nach Hamburg-Bergedorf warteten, doch damit ist es schon seit 1953 vorbei. Vielleicht aber wird die Strecke, auf der die Gleise nie abgebaut wurden, in absehbarer Zeit wieder befahren. Derzeit wird vom Land eine Machbarkeitsstudie erstellt, die in einigen Monaten vorliegen soll. Dann wird Schleswig-Holstein Gespräche mit der Stadt Hamburg aufnehmen und prüfen, ob nach mehr als 65 Jahren Unterbrechung der Zugverkehr wieder aufgenommen wird. „Wir freuen uns sehr, dass das Land die Reaktivierung der Bahnstrecke vorantreiben will. Diese Bahnanbindung ist für den Standort Geesthacht durchaus wichtig“, erklärte Stadt-Pressesprecher Torben Heuer den Lübecker Nachrichten.

Hamburg hatte zunächst wenig Interesse an der Idee gezeigt, die Verkehrsbehörde befand das heutige Busangebot als „ausreichend“. Man sehe „keinen akuten Handlungsbedarf für eine Schienenanbindung“. Die Bezirksversammlung in Hamburg-Bergedorf konnte sich nach längerem Zögern aber doch einstimmig dazu durchringen, das Projekt zu unterstützen.

Ob der alte Bahnhof in Geesthacht nach einer möglichen Wiedereröffnung der Bahnstrecke seine ehemalige Funktion zurück bekommt, ist nach den Worten von Torben Heuer allerdings „noch völlig offen“.

Norbert Dreessen

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