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Lauenburg Horst Gloyer ist der beste „Verteller“
Lokales Lauenburg Horst Gloyer ist der beste „Verteller“
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18:10 09.01.2017
Vörsitter Hans Reis (li.) hat dem Sieger der diesjährigen Museumshöge, Schlachtermeister Horst Gloyer, die Vertellerpiep überreicht. Quelle: Fotos: Burmester
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Mölln

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Schlachtermeister Horst Gloyer aus Mölln hat mit solch einer Geschichte die „Vertellerpiep“ bei der traditionellen Museumshöge in Mölln gewonnen. Auf den weiteren Plätzen landeten Manfred Sahm und Holger Burmester, die je eine Erinnerungsmedaille erhielten. Doch es gab auch einen kleinen Wehrmutstropfen. Vörsitter Hans Reis (87) erklärte, dass er bei den anstehenden Vorstandswahlen bei der Jahresversammlung des Vereins aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung stehen wird. Reis ist seit 24 Jahren „Vörsitter“.

Bei der Möllner Museumshöge gab es wieder spannende Geschichten.

Zum 65. Mal fand am Wochenende die Möllner Museumshöge statt. Die beginnt traditionsgemäß schon mit dem Eintreffen der Mitglieder, unter ihnen Landtagspräsident Klaus Schlie, Möllns Bürgermeister Jan Wiegels und als einzige Frau Bürgervorsteherin Liselotte Nagel, im Eulenspiegelmuseum auf dem historischen Marktplatz. Erst nachdem jeder Teilnehmer vorher den schweren Türklopfer betätigt und „Vörsitter“ Hans Reis laut und deutlich „Kumm rinn“ gerufen hat, darf man das Eulenspiegelmuseum betreten.

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„Gode und ehrsame Frünn. Prost Niejohr all to hopen. Vör allem Gesundheit för juch und juch Familien“, eröffnete Hans Reis die 65. Museumshöge. Gemeinsam gedachten die Mitglieder des Freundeskreises Möllner Museum der drei im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder Roland Schneider, Hermann Mücke und Klaus Burmester. Dann berichtete Reis, dass die Besucherzahlen sowohl im Eulenspiegelmuseum, als auch im historischen Rathaus rückläufig waren. Haben im Jahr 2015 noch 8700 Gäste beide Häuser besucht, so waren es im Jahr 2016 nur noch 6600 Besucher. Im gleichen Zeitraum seien die Klicks auf der Homepage zwar von gut 38000 auf mehr als 53000 angestiegen, doch dafür, so Reis, gebe es nun mal kein Eintrittsgeld. Bevor es in das gegenüber liegende historische Rathaus ging, kredenzte Apotheker Detlef Greve einen selbst gebrauten Schnaps, der als „Schluckimpfung wie immer gut gegen kalte Füße sein und demjenigen, der ihn trinkt, auch gut zu Gesicht stehen soll.“

Im Historischen Rathaus wurden die Mitglieder des Freundeskreises Möllner Museum, die „gooden und ehrsamen Frünn“ mit leckerem Grünkohl von Sönke Schlie (Hotel Weißes Roß) verwöhnt. Die dienstbaren Geister seines Hauses übernahmen wie in jedem Jahr auch dieses Mal die weitere Verpflegung an diesem Abend. Natürlich wurde auch traditionell zwischen den Redebeiträgen gesungen. „Snuten und Poten“, oder „Ssi Ssa, har'k man 'n Lütten“ und auch der „Hamburger Veermaster“ oder „an de Eck steit’ n Jung mit n Tüddelband“ intonierten die Mitglieder aus voller Brust, begleitet von Musiker Kurt Förster auf dem Akkordeon.

Weil es aber bei der Museumshöge darum geht, sich zu „högen“, also sich zu freuen, warteten natürlich alle gespannt auf die Geschichten der Erzähler an diesem Abend. Den Anfang machte Manfred Sahm, der erkannt hatte, dass es das Grundgesetz noch nicht in plattdeutscher Sprache gab und so seine eigene Kreation vortrug. Horst Gloyer folgte mit einer Reise zum Oktoberfest nach München, während der sich das Gebiss eines Mitreisenden gleich mehrmals selbstständig machte und sowohl in der Maß Bier auf dem Oktoberfest als auch ziemlich allein später auf dem Kofferband am Hamburger Flughafen seine Runden drehte. Holger Burmester erzählte Geschichten aus dem Hotel und Gasthaus Seeblick, den seine Eltern betrieben, Landtagspräsident Klaus Schlie berichtete über die Bauarbeiten an der ehemaligen Verwaltungsschule, Klaus Erich Rescheke wusste noch über seine Krankheiten aus seiner Jugend und einer Mandeloperation in Ratzeburg bei Dr. Mandelklau, wie der Arzt genannt wurde, zu berichten. Auch „Kahlvadder“ Jürgen Burmeister hat ein offensichtlich großes Archiv an alten Geschichten und trat wieder einmal an das Rednerpult, um über seine Firmengeschichte zu erzählen. Hubert Ihns aus Breitenfelde nahm dieses Jahr nicht seine Frau aufs Korn, sondern erzählte vom Bauernhof seiner Großeltern im Grambeker Weg und Peter Meyer aus Gudow, der Gewinner des vergangenen Jahres, erzählte von einer Tomatenpflanze in einem Hochbeet, aus der am Ende 167 große Tomaten, 31 kleine Tomaten, 39 braune Tomaten, etwa 20 grüne Exemplare und einige verrottete Tomaten hervorgingen. Harro Meinert-Petersen sammelt offensichtlich Werbehefte von Tchibo und wusste über seine Besuche in dem kleinen Kaffeeladen in der Hauptstraße nach dem Wochenmarktbesuch zu erzählen.

Gegen Mitternacht hatte die Jury nach kurzer Beratung dann den Sieger der „Verteller“ ausgemacht und Hans Reis überreichte Horst Gloyer unter dem Beifall der Anwesenden die „Vertellerpiep“.

Die zwölf Apostel

Zum 65. Mal fand die Museumshöge in diesem Jahr statt. Zwölf Möllner Bürger gründeten den „Freundeskreis Möllner Museum“. Sie gelten als „die zwölf Apostel“. Sie übernahmen das Eulenspiegelmuseum mit den Schulden und schenkten es im Jahr 1989 der Stadt Mölln zur Sanierung.

Die Stadt verpflichtete sich allerdings, die Gebäude „Am Markt 2“ und das seinerzeit leer stehende historische Rathaus zu sanieren und künftig als Museen zu betreiben. Seit 1993 werden beide Museen vom Freundeskreis gefördert. jeb

Jens Burmester

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