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Lauenburg Hunde-Drama im Einhauser Wald
Lokales Lauenburg Hunde-Drama im Einhauser Wald
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21:22 11.09.2015
Am „Tatort“ erinnert eine Kerze an „Mucki“. Er wurde von zwei Schäferhunden getötet. Quelle: Fotos: Schülermann (3), Hfr
Einhaus

Diesen Tag wird Liane Wulf nie wieder vergessen. Im Wald zwischen Einhaus und Buchholz haben sich am Dienstagmorgen dramatische Szenen zugetragen: Der dreijährige „Mucki“, der Hund ihrer Tochter Nina (17), musste dabei sein Leben lassen.

Wie sie jetzt berichtet, war es ihr morgendlicher Spaziergang, kurz nach acht Uhr, ihre gewohnte Runde durch den Wald bei Einhaus. Die 42-Jährige war mit Zwerggriffon „Arados“, genannt „Mucki“, und zwei belgischen Schäferhunden unterwegs. Da hörte sie entfernt Tumulte zwischen Hunden und Geschreie von Menschen, die aber schnell wieder aufhörten. Sie setzte ihre morgendliche Runde fort.

Einige Meter weiter und wie aus dem Nichts schossen zwei Deutsche Schäferhunde auf sie zu. „Sie kamen von zwei Seiten“, erzählt Liane Wulf und zeigt einen Hang hinauf und hinter sich eine Treppe hinab. Sie ist noch immer fassungslos. Sofort gingen die Angreifer auf ihre angeleinten Hunde los. Ihre Schäferhunde wehrten sich entschieden. Dann stürzten sich die Angreifer auf „Mucki“. Aus Angst — und aus Vernunft — musste Liane fliehen und den Zwerggriffon zurücklassen. Von zwei Seiten haben die Schäferhunde an dem Kleinen gezerrt. Als sie irgendwann von ihm abließen, kam für „Mucki“ jede Hilfe zu spät. Gegen die viel größeren Schäferhunde hatte er keine Chance.

„Die Schäferhunde sind in Einhaus bekannt“, erzählt Lianes Mann Matthias Wulf (48). Sie leben in Buchholz, von dort seien sie durch den Zaun abgehauen — und das nicht zum ersten Mal. Dass die Hunde sehr aggressiv sind, sei in Einhaus bekannt. Im Wald herrscht Leinenpflicht. „Das ist aber relativ“, sagt Einhaus‘ Bürgermeister Joachim Meinke. Die meisten Hunde im Wald liefen ohne Leine — und das sei auch kein Problem, solange Hunde nicht bissig seien.

„Furchtbar“, sagt Liane Wulf, „es hätte ja auch sein können, dass unsere Tochter mit „Mucki“ geht. Sie habe geschrien und geweint, sich nicht anfassen lassen, als sie ihr die traurige Nachricht übermittelt hätten. Am Ort des Geschehens erinnern eine Kerze, ein Engel und eine Rose an „Mucki“ und den traurigen Morgen.

„Frau Wulf kam mir entgegen hat um Hilfe gebeten“, berichtet Zeuge Georg Albinus (77), der die Polizei verständigte. Kurz zuvor hatte er die Schäferhunde in die Flucht geschlagen, als sie auf seinen „Alpha“ losgingen. Das waren die Tumulte, die Liane Wulf gehört hatte, wie sich später herausstellte.

Hundetrainer Björn Loeding warnt davor, gegen die Hunde zu wettern. Letztlich hätten die Tiere ihr natürliches Verhalten gezeigt. Da die Schäferhunde aber nicht auf die Menschen losgingen, geht Loeding davon aus, dass sie vom Besitzer nicht schlecht behandelt worden sind. Ein solches Verhalten und könne viele Gründe haben, betont der Hundetrainer aus Groß Grönau. „Mucki“ wird zurzeit in Hannover obduziert.

„Wir hoffen, dass die Hunde aus dem Verkehr gezogen werden“, sagt Matthias Wulf, „nicht, dass noch etwas passiert“, ergänzt seine Frau Liane. Direkt am Wald befindet sich ein Jugendzeltplatz, viele Kinder sind mit und ohne Hund im Wald unterwegs. Liane und Matthias Wulf wissen genau, wem die Hunde gehören. Die Besitzerin des Grundstücks, auf dem die Angreifer leben, wohne vor allem in Chile, ein Hausmeister kümmere sich um das Haus und versorge die Hunde. „Sie sind nicht an andere Hunde gewöhnt“, sie lebten isoliert, berichten die Wulfs. Seien Hunde dazu da, ein Grundstück zu bewachen, „leben sie näher an der Natur“, was ihr Verhalten erklären könnte, sagt Loeding. Auch Liane und Matthias Wulf kennen sich aus: Sie züchten belgische Schäferhunde, die Polizeihunde werden. „Mucki war mein bester Freund und mein treuer Begleiter“, sagt Liane Wulf unter Tränen. „Er war überall beliebt. Unser Prinz.“

Das sagt der Hundetrainer
Hundetrainer Björn Loeding rät Hundebesitzern, bei Beißereien nicht einzugreifen, um die Tiere nicht aggressiver zu machen. Werden sie selbst angegriffen, sollten sich ruhig verhalten und nicht schreien. Im schlimmsten Fall sollten sie sich gekrümmt auf den Boden legen und das Gesicht schützen.

Philip Schülermann

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