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Lauenburg Im Zeichen des 30-jährigen Krieges
Lokales Lauenburg Im Zeichen des 30-jährigen Krieges
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18:10 14.07.2018
Laut und krachend, mit Geschrei und Geheul geht es oft zu im Lager an der Schlosswiese. Das Spektakel ist allerdings nicht nur auf die Darsteller beschränkt, sondern auch die Besucher – vor allem die jüngsten – können und sollen sich gerne selbst mit einbringen.
Ratzeburg

Vor 400 Jahren, 1618, begann der bis dato mörderischste Krieg der Neuzeit, der 30-jährige Krieg, in Europa. Was liegt also näher für ein der Geschichte verpflichtetes Event, sich jener Zeit zu widmen? Dieses „Wylag“-Event geht mittlerweile ins 23. Jahr und ist ganz eng mit der Stadt Ratzeburg verbunden, in der es seinen Ursprung hat.

In zwei Wochen startet wieder das Mittelalter-Spektakel „Racesburg Wylag“. Vom 28. Juli bis 5. August können kleine und große Besucher an der Ratzeburger Schlosswiese eintauchen in eine faszinierende Vergangenheit. Ein Themenschwerpunkt ist diesmal der 30-jährige Krieg.

Was ist denn überhaupt das „Racesburg Wylag“?, fragen sich viele Gäste und Touristen, die zum ersten Mal davon hören. „Wylag ist kein Mittelaltermarkt!“, betont Tim Schneider ausdrücklich. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Vereins legt Wert darauf, dass man sich von den zahllosen Mittelalter-Märkten – davon gibt es weit über 1000 jährlich in Deutschland – deutlich abhebt.

Wylag ist Reenactment. Denn spektakulär kann auch authentisch sein. Wir wollen keinen Klamauk oder Phantasie, wir wollen Geschichte darstellen“, sagt Schneider, der selbst seit Jahren als „High Lord Sheriff“ in Erscheinung tritt. Man lege größten Wert auf Qualität der Truppe, was man allein schon an der Zahl der abgelehnten Bewerber zwischen 6000 und 7000 in den vergangenen 20 Jahren erkennen könne. Das Abgestimmte, das in sich Stimmige bei der Darstellung von Römern, Rittern und Gauklern, Märchenerzählern, Kriegern, Handwerkern und Händlern, aber auch des alltäglichen Lebens in der Familie mit Vater, Mutter und Kindern in den vergangenen Zeiten und Orten ist das Besondere des Wylags. „Wobei es auch ein Fluch sein kann“, krittelt Schneider. Er wünschte sich, „manchmal diese Kruste aufbrechen zu können, um neue Leute und neue Programmpunkte mit aufnehmen zu können“.

Dies soll in diesem Jahr insofern geschehen, dass man sich schwerpunktmäßig mit dem Spätmittelalter und der Renaissance, also der Zeit des 30-jährigen Krieges (1618-1648) widmen möchte.

Nichtsdestotrotz bleiben die beliebten Höhepunkte bestehen wie die Exerzitien der römischen Legio XXI Rapax, die Wikingerraubzüge der Kinder über den Ratzeburger See, das Ritterturnier, die Vorführungen des Falkners Columbarius oder des Märchenerzählers Ritter Wulfhardt zu Reuenthal.

Dazu eine traurige Nachricht: Peter Tietjens aus Bad Oldesloe, der über Jahre den Ritter Wulfhardt mit Herz und Seele verkörperte, ist im vergangenen Frühjahr verstorben. „Das Schöne ist“, so Schneider, „dass sich seine Gruppe entschlossen hat, sein Erbe als Märchenerzähler und Vorleser in Peters Sinne anzutreten. Das hätte ihn sicherlich sehr gefreut.“

Die Vorbereitungen auf das neuntägige Event laufen also. In dieser Woche wurden die ersten Spannbanner in der Ratzeburger Innenstadt aufgehängt, Plakate geklebt. Die Internetseite www.wylag.de wurde bereits im November 2017 aufgefrischt und bietet umfangreiche und stets aktuelle Informationen. Weitere Werbung erfolgt über professionelle Flyer und sogar 16 Werbeblöcke à 18 Sekunden im Radiosender R.SH, die die Stadt Ratzeburg dem Wylag gesponsort hat.

Weitere Unterstützung erhält der Verein mit seinem publikumsträchtigen Programm über Sponsoren und Firmen aus der Region wie HKL in Lübeck, Damm in Grambek, WiSat in Ratzeburg, Nonnemann aus Mustin, die Kreissparkasse und etliche lokale Handwerksunternehmen und Händler, die für einen möglichst reibungslosen Ablauf sorgen. Bleibt nur noch die Hoffnung auf gutes Wetter.

„Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auf ein nasses, kühles Wylag – wie im vergangenen Jahr – ein heißes, trockenes folgt. Alle wünschen, dass sich diese Reihe fortsetzt“, sagt Schneider.

•   Geöffnet ist der Wylag täglich von 11 bis 24 Uhr (auch die Taverne). Wetterbedingte Programmänderungen sind möglich.

•   Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene zahlen acht Euro für ein Tagesticket, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre vier Euro. Kinder „unter Schwertmaß“ (Kleinkinder) sind frei.

• Außer Speis und Trank sowie Verkaufsprodukte sind alle Programmpunkte (Führungen, Darbietungen) im Preis enthalten.

So war’s, so ist’s

Seit 1995 findet der Racesburg Wylag statt. „Wir wollten Geschichte anfassbar präsentieren und in einem größeren Umfeld darbieten“, erklärt Tim Schneider, der selbst seit 2000 beim Wylag mitmacht.

Mittelalterliche Geschichte habe man mit Wikingern gleichgesetzt. Was lag näher, als ein Wikinger-Lager aufzubauen. Als Arbeitstitel wurde die Abkürzung Wilag genommen. Später fügte man die lateinische Bezeichnung der Stadt Ratzeburg hinzu und machte aus dem „i“ in Wilag ein „y“. „Das wirkte vom Schriftbild authentischer“, so Schneider.

In ihrer Art ist die neuntägige Veranstaltung einmalig in Deutschland und hebt sich durch ihre Familienfreundlichkeit und Fehlen von Kommerz wohltuend von der Masse anderer Mittelalter-Märkte ab.

Joachim Strunk

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