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Lauenburg Immer mehr Rentner: Jugend meidet das Lauenburgische
Lokales Lauenburg Immer mehr Rentner: Jugend meidet das Lauenburgische
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21:10 22.02.2013
Potenzial für Großeltern gibt es demnächst genügend. Die Frage ist nur, ob sie auch die dazugehörigen Enkel verwöhnen können. Quelle: Fotolia
Ratzeburg

Das Lauenburgische schrumpft: Die Zahl der Bürger wird in den kommenden zehn bis 15 Jahren spürbar sinken. Das sagt zumindest eine „kleinräumige Bevölkerungsprognose“ für den Zeitraum bis 2025 voraus, die jetzt in Ratzeburg den Mitgliedern des Kreistagsausschusses für Energie, Umwelt und Regionales vorgestellt wurde.

Viele Jahre lang wies das Herzogtum steigende Bevölkerungszahlen auf, allerdings lag das nicht an einem Geburtenüberschuss — ganz im Gegenteil: Jahr für Jahr sterben im Kreis mehr Menschen als geboren werden. Aber es gab mehr Zuzüge als Wegzüge, was insgesamt ein Plus ergab — in den ersten zehn Jahren dieses Jahrtausends waren es jeweils mehr als 1000 Bürger.

Damit dürfte jetzt Schluss sein. Julia Peters von der Kreisverwaltung legte dem Ausschuss umfangreiche Statistiken vor, die sich so zusammenfassen lassen: Die Zahl der jungen Menschen im Kreis sinkt drastisch, die Zahl der Senioren steigt.

Insgesamt soll, so die Erhebung des Hamburger Stadtentwicklungsbüros Gertz, Gutsche und Rümenapp, die Bevölkerungszahl im Lauenburgischen bis 2025 um 1,6 Prozent auf 184 000 Personen sinken.

Innerhalb des Kreises ist die Entwicklung allerdings höchst unterschiedlich: Wentorf bei Hamburg und das angrenzende Amt Hohe Elbgeest weisen noch einen Zuwachs auf, in Schwarzenbek, Ratzeburg und dem benachbarten Amt Lauenburgische Seen verändert sich fast nichts, alle anderen Teile des Kreises rutschen ins Minus, am stärksten die Ämter Sandesneben-Nusse und Schwarzenbek-Land sowie die Stadt Geesthacht.

Während die Gesamtbevölkerungszahl bis 2025 insgesamt nicht einmal um zwei Prozent sinkt, ist die Abnahme bei den jungen Menschen bis zu 20 Jahren fast schon dramatisch, denn sie liegt bei 17 Prozent. Deutlich besser sieht die Entwicklung laut Prognose nur in Wentorf und im Amt Hohe Elbgeest aus, etwas besser in Ratzeburg. Einen Rückgang von bis zu 28 Prozent junger Menschen erwarten die Experten dagegen in den Ämtern Breitenfelde, Büchen, Sandesneben-Nusse, Lütau und Schwarzenbek-Land. Die Zahl der älteren Menschen über 65 Jahre wird bis 2025 im Kreis erheblich steigen, nämlich um 19 Prozent. Die geringsten Steigerungen sind in Ratzeburg und Mölln erwarten. „Dort leben jetzt schon überdurchschnittlich viele Senioren“, sagte Julia Peters dazu. In jenen Ämtern, in denen die Zahl der jungen Menschen am stärksten abnimmt, steigt die Zahl der Alten am kräftigsten. 30 Prozent mehr Senioren sind vor allem in den ländlichen Regionen zwischen Mölln, Schwarzenbek und der Kreisgrenze zu Stormarn zu erwarten.

Weniger Menschen bedeutet auch weniger Bedarf an Wohnraum — könnte man meinen. Das trifft aber auf das Herzogtum Lauenburg nicht zu. Die Bevölkerungsprognose wurde nämlich auch um eine Haushaltsprognose ergänzt, und deren Ergebnis überrascht. Julia Peters: „Bis 2025 besteht eine zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum von etwa 2700 Wohneinheiten.“ Da es immer mehr kleine Haushalte geben werde, seien vor allem kleine Wohnungen und Häuser gefragt. Die Nachfrage nach neu gebauten Einfamilienhäusern werde dagegen spürbar zurückgehen.

Derzeit gibt es 78 700 Haushalte im Herzogtum Lauenburg, doch trotz sinkender Bevölkerungszahl wird sich diese Zahl in den kommenden zwölf Jahren auf 81 400 erhöhen. Am stärksten wird die Zahl der Einpersonenhaushalte steigen, während die Zahl der Haushalte mir drei, vier oder noch mehr Personen sinken wird.

Wissenschaft oder Kaffeesatzleserei?
Prognosen müssen nicht eintreffen, manchmal widersprechen sie sich auch. So wurde im Jahr 2009 eine „Bevölkerungsvorausberechnung" der Landesregierung veröffentlicht. Danach sollte es im Kreis Herzogtum Lauenburg bis 2014 ein weiteres geringes Wachstum und dann einen Rückgang geben. 2025 würden danach genau so viele Menschen im Lauenburgischen leben wie 2009, also knapp 187

000. Ganz anders sah das 2009 eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die noch lange Jahre ein spürbares Wachstum prophezeite. Danach sollten im Jahr 2020 etwa 197 500 Bürger im Kreis Herzogtum Lauenburg leben. Diese Zahl weicht von der aus der neuen Prognose um mehr als 13 000 ab. Wie es wirklich kommt, werden wir in einigen Jahren wissen.

Norbert Dreessen

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