Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Immer mehr kleine Wehren vor dem Aus
Lokales Lauenburg Immer mehr kleine Wehren vor dem Aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:25 29.11.2013
Lankau

Die Freiwillige Feuerwehr Anker wird aufgelöst — weil sie zu wenig Mitglieder hat. Das ergab eine Sitzung im Lankauer Dorfgemeinschaftshaus. In der Kreisverwaltung in Ratzeburg sind solche Personalprobleme, wie sie in Anker herrschen, bekannt. „Der Kreis als Aufsichtsbehörde hat etwa ein Drittel aller 134 Freiwilligen Feuerwehren des Kreises unter Beobachtung, die jede für sich weniger oder um 20 aktive Mitglieder führt“, sagt Kreissprecher Karsten Steffen. Vor einigen Jahren war bereits die Feuerwehr Düchelsdorf mit der in Sierksrade verschmolzen worden. Kreiswehrführer Michael Raddatz bestätigt im Gespräch mit den LN, dass etwa 60 Feuerwehren im Kreis eine Personalstärke unterhalb 27 haben. Das werde aber „geduldet“.

An der Sitzung in Lankau haben Kameraden der Feuerwehren Anker und Lankau, der Bürgermeister und die Gemeindevertreter, die Amtswehrführung und Kreiswehrführer Michael Raddatz teilgenommen. Zur Zeit zählt die Ortswehr Anker nur 14 aktive Mitglieder. Der Beschluss der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr wurde einstimmig gefasst und muss in einer Sitzung im Januar noch einmal in einer zweiten Abstimmung bestätigt werden. Sollten die Kameraden dann erneut mit der erforderlichen Mehrheit für die Auflösung ihrer Feuerwehr stimmen, sind sowohl die Ortswehr Anker als auch die Ortswehr Lankau Geschichte. Künftig wird es dann in Lankau eine Gemeindefeuerwehr geben. Bis das allerdings offiziell der Fall ist, vergehen noch einmal sechs Monate. Diese Zeit sollten die Verantwortlichen dann nutzen, eine neue Satzung zu verabschieden und einen neuen Vorstand zu wählen. Alle bisherigen Amtsinhaber verlieren ihre Posten.

Die Mindestanzahl der aktiven Feuerwehrleute ist im Organisationserlass des Innenministeriums festgelegt. Demzufolge beträgt die Mindeststärke der Einsatzabteilung einer Feuerwehr mit einem genormten Löschfahrzeug mit bis zu neun Plätzen 18 Mitglieder. Dazu wird im Organisationserlass noch einmal eine Reservegruppe mit neun aktiven Mitgliedern gefordert. Was an „notwendigen genormten Fahrzeugen

in einer Gemeinde vorgehalten werden muss, ergibt sich aus dem Feuerwehrbedarfsplan, den die Wehrführung einer Gemeinde erstellen und auch fortschreiben muss. Da die Mehrheit der Feuerwehren aber nicht auf 27 aktive Einsatzkräfte kommt, duldet man Wehren mit geringerer Personalstärke.

Im Nachbarkreis Stormarn ist in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr Barkhorst aufgelöst worden. Dort hatten sich die verbliebenen 14 Mitglieder der Nachbarwehr Lasbek angeschlossen.

Bei der Auflösung der Feuerwehr Anker wollen sich die Mitglieder der Wehr Lankau anschließen. Zumindest haben das mehr als die Hälfte der Aktiven so bekräftigt. Damit allerdings könnte die im Organisationserlass geforderte Zahl von 27 Aktiven immer noch nicht ganz erreicht werden. In Lankau sind nach derzeitigem Stand 15 Kameraden aktiv, in Anker 14. Und am Jahresende wechseln einige von ihnen noch in die Ehrenabteilung. Der Schwarze Peter liegt bei den Gemeinden, die den Brandschutz sicherstellen müssen. Nicht alles kann durch eine gezielte und auf solche Probleme ausgerichtete Alarm- und Ausrückeordnung abgewälzt werden. Durch die Alarmierung zusätzlicher Wehren wird zwar mehr Personal mobilisiert, aber dadurch kann man keinesfalls sicherstellen, dass die Hilfsfrist von 10 Minuten eingehalten wird. Diese Hilfsfrist für Feuerwehren ist lediglich eine Vorgabe.

Fest steht, dass Brandschutz und Einsatzfähigkeit der Feuerwehren im Kreis gewährleistet sind. Klar ist aber auch, dass der demografische Wandel starken Einfluss auf die Feuerwehren hat. Immer mehr ältere Kameraden stehen immer weniger jüngeren Kameraden gegenüber. Allein im Amt Sandesneben-Nusse haben sieben Feuerwehren weniger als 18 aktive Mitglieder. „Wir haben keine Probleme“, erklärt der stellvertretende Amtswehrführer Volker Bockholt. „Wir hätten aber deutlich weniger Sorgen in den Einsatzabteilungen, wenn sich mehr Frauen dazu bereit erklären würden, sich in den Feuerwehren zu engagieren.“

„Wenn deutlich mehr Frauen in der Feuerwehr Dienst verrichten würden, hätten wir viel weniger Personalprobleme.“
Volker Bockholt, stellvertretender Amtswehrführer

Sandesneben/Nusse

Jens Burmester

Ein Schluck Rotwein, ein entspannender Seufzer, dann las der Literaturnobelpreisträger aus Behlendorf aus seinem Buch „Hundejahre“ und bewegte rund 500 Zuhörer.

29.11.2013

Kirchengemeinde bedankt sich bei drei spendenfreudigen Ehepaaren.

29.11.2013

Das diesjährige Weihnachtskonzert der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg wird morgen, am Ersten Advent, im Ratzeburger Dom gegeben. Die Chorklassen singen weihnachtliche Stücke und Gospels.

29.11.2013