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Lokales Lauenburg Internationale Museumsleiter besuchen einzigartige fossile Fundstelle in Groß Pampau
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11:16 30.09.2019
Treffen internationaler Museumsleiter in Lübeck mit Abstecher in die Groß Pampauer Tongrube. Quelle: Timo Jann
Groß Pampau

Mehr als 50 internationale Experten aus naturkundlichen Museen haben sich am Wochenende in Lübeck getroffen – und sich bei einem Abstecher nach Groß Pampau die weltweit einzigartige Fundstätte für fossile Wale und Haie in der Tongrube der Firma Ohle & Lau angesehen. Auch das Museum, das in Lübeck entstehen soll, war Thema. „Die Funde hier sind etwas Besonderes, da ist so ein Museum ganz sicher ein Besuchermagnet“, zeigte sich Harald Benke, der Leiter des Ozeaneums in Stralsund überzeugt. „Bei uns hat damals das Wirtschaftsministerium den Bau gefördert, weil es als Wirtschaftsfaktor für den Tourismus angesehen wurde“, erklärte er. Der Meeresbiologe leitet das Museum seit 1995.

Susanne Füting, die Leiterin des Lübecker Museums für Natur und Umwelt, mit Harald Benke, dem Leiter des Stralsunder Ozeaneums, vor dem Findling, der in Groß Pampau an die Wal-Funde erinnert. Quelle: Timo Jann

Gerhard Höpfner und die Mitglieder des Grabungsteams, das in Groß Pampau im Auftrag des Lübecker Museums für Natur und Umwelt aktiv ist, führten die Gäste durch die Tongrube. „Wir blicken hier in zwei Millionen Jahre Erdgeschichte“, erklärte Höpfner. Ein unterirdischer Salzstock drückt den Ton an die Erdoberfläche, sodass er hier, beispielsweise zur Deponieabdichtung, gut abgebaut werden kann. 1984 wurden einst die ersten Knochenfragmente eines Wals gefunden. Höpfner: „Damals fragte man sich, wie die Knochen hier her gekommen sind, heute weiß man es.“ Die Urnordsee war in Groß Pampau vor etwa elf Millionen Jahren 40 Meter tief. Später bedeckten 1000 Meter Eis den früheren Meeresgrund. Dort abgelagerte Knochen wurden zerquetscht.

Mittlerweile wurden Knochen von 20 Walen entdeckt, an einer Ausgrabung arbeitet das Team gerade, zwei weitere stehen bevor. „Was wir hier tun können, ist dank der Unterstützung durch die Firma Ohle und Lau fast einmalig auf der Welt“, lobte Höpfner die Firmeninhaber für deren Unterstützung. „Die fossilen Wale und Haie sowie der Beifang haben Erdgeschichte geschrieben“, so Höpfner. Viele Holotypen, die neue Arten zeigen, wurden entdeckt. Die Urnordsee muss einst ein subtropisches Meer gewesen sein. Verendete Tiere sanken an den Meeresboden, wurden dort in 1000 Jahren von einem Zentimeter Sediment umhüllt. Über die Millionen Jahre bildete sich der Glimmerton, in dem heute die Knochen gefunden werden.

Seit 1984 wurden in der Tongrube in Groß Pampau bereits Knochen von 20 fossilen Walen entdeckt. Der Abbau auf dem Gelände bietet noch Kapazität für etwa 15 Jahre. Quelle: Timo Jann

„Wir sind die letzten Walfänger von Europa“, scherzte Höpfner bei der Führung durch die Tongrube. Andreas Malchow, Uwe Havekost, Martin Kupsch und Svenja Warncke vom Grabungsteam, die fast jedes Wochenende in der Grube verbringen, zeigten den Gästen aktuelle Grabungsorte und berichteten von früheren Funden. Auch Wissenschaftlerin Daria Carobene, die derzeit die Fundstelle genau untersucht und Funde vermisst, war dabei. „Wir wollten unseren Gästen diesen einmaligen Ort unbedingt zeigen. Es ist einfach toll, was hier passiert“, berichtete Susanne Füting, die Leiterin des Lübecker Museums für Natur und Umwelt.

Treffen internationaler Museumsleiter in Lübeck mit Abstecher in die Groß Pampauer Tongrube. Quelle: Timo Jann

Von Timo Jann

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