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Lauenburg Jetzt ist die Schatzkiste geschlossen
Lokales Lauenburg Jetzt ist die Schatzkiste geschlossen
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20:10 28.08.2014
Christiane Meyer aus Einhaus präsentierte im Dorfgemeinschaftshaus ihres Ortes Collagen — diese heißt „Fenster“ — aus Malerei und Blattgold.
Einhaus

An vier Wochenenden im August hat sich die Schatzkiste geöffnet, an genau acht Tagen jeweils von 13 bis 18 Uhr war der Deckel offen, war zu sehen, was „Dörfer zeigen Kunst“ in diesem Jahr zu bieten hat. Viel zu schnell hat sich der Deckel wieder geschlossen. Es ist fast unmöglich, alles zu sehen oder gar zu würdigen.

Was aber bleibt, sind jede Menge Eindrücke, Überraschungen oder auch das eine oder andere Wiedersehen mit schon vertrauten Künstlern und Künstlerinnen und ihren Werken. Was bleibt, ist die Erinnerung an nette Gespräche und an schöne Ausflüge. Denn wer sich bei „Dörfer zeigen Kunst“ auf Tour von Ausstellung zu Ausstellung macht, erlebt ganz nebenher immer auch die wunderschöne Landschaft in der Schaalseeregion, rund um den Ratzeburger See oder in der Stecknitz-Region. Genau das dürfte ein durchaus gewollter Nebeneffekt der Initiatoren der Ausstellungsreihe sein, der auch bei der elften Auflage nichts von seinem Reiz verloren hat.

Archivar Christian Lopau und seine Radwandergruppe haben ihre „Kultour“ auch in diesem Sommer wieder ganz sportlich per Drahtesel absolviert. Sie erfreuen sich mittlerweile so großer Beliebtheit, dass beide Touren schnell ausgebucht waren.

„Im Osten was Neues“: Dieses Motto galt sicher für die Eröffnungsveranstaltung, die im Vorfeld des 25. Jahrestages der Grenzöffnung erstmals in Thandorf (Nordwestmecklenburg) begangen wurde. Der kleine Ort am Ostufer des Ratzeburger Sees hat durch die Betonung des grenzübergreifenden Charakters der Ausstellungsreihe gewonnen — in jedem Fall einen zweiten Ausstellungsort in einem ehemaligen Schweinestall.

Doch ansonsten war nicht zu beobachten, dass die Idee sich in Nordwestmecklenburg weiter verbreitet. Eher im Gegenteil. Das Grenzhuus in Schlagsdorf war bereits im vergangenen Jahr nicht mehr als Ausstellungsort dabei und auch im Dorfgemeinschaftshaus von Kneese war diesmal keine Kunst mehr zu sehen. Stattdessen hatte der Arche-Hof im selben Ort sein Debüt. Dort waren im Hofladen die Bilder zu sehen, die einige Bewohner der vom Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow bewirtschafteten Domäne gemalt hatten. Im Vorjahr hatten sie gemeinsam mit anderen Künstlern im Dorfgemeinschaftshaus ausgestellt, jetzt waren die anderen Künstler weggeblieben. Dafür boten die Gläserne Meierei in Dechow und die Galerie im ehemaligen Pastorat von Roggendorf nach wie vor sehenswerte Exponate.

Was die Verankerung der Grundidee von „Dörfer zeigen Kunst“ anbelangt, bot Einhaus ein überzeugendes Beispiel. Hier stellten sieben Personen, eine Familie und zwei Clubs ihre Werke aus. Alle wohnen im Dorf. „Einhaus hat ein unheimliches Potenzial“, sagt Christiane Meyer, die selbst Collagen aus Malerei und Blattgold präsentierte. Ihr Dorf macht nur jedes zweite Jahr mit. Dafür aber um so heftiger. So sei die 8. Einhäuser Kunstnacht am 16. August mit dem ungarischen Motto und dem Auftritt von „Hildes Dorforchester“ ein richtiger Kracher gewesen. Aber auch die normale Ausstellung im Dorfgemeinschafshaus sei immer gut besucht gewesen. „Wobei Kaffee und Kuchen, die wir hier anbieten, natürlich auch eine Rolle spielen“, sagt Christiane Meyer. Auch an anderen Orten gab es Konzerte, Vorlesestunden, Workshops oder wie in Kneese sogar einen „Gottesdienst zur Wahrung der Schöpfung“. Wie schon eingangs erwähnt: „Dörfer zeigen Kunst“ ist wie eine Schatzkiste, deren Inhalt wohl niemand zur Gänze erkundet hat.

Natürlich lässt sich der Erfolg von Ausstellungen auch in Besucher- und Verkaufszahlen messen. Doch bei „Dörfer zeigen Kunst“ tritt dieser Maßstab in den Hintergrund, weil es auch darum geht, Künstlern eine Bühne zu bieten, die sie sonst nicht haben.

Wenn beispielsweise in der Pfarrscheune in Ziethen bei der Ausstellung der Vita-Malgruppe an einer Wand mit kleinen bunt bemalten Täfelchen, die pro Stück 15 Euro kosten, eine Tafel fehlt, also offensichtlich verkauft wurde, dann ist das ein schöner Erfolg, der nicht geringer zu schätzen ist, als wenn jemand in Behlendorf eine Radierung von Günter Grass kauft. Wenn aber in einem Ausstellungsort wie Neu Horst, der im vergangenen Jahr zu ersten Mal dabei war und schon 360 Besucher hatte, in diesem Jahr 480 Besucher gekommen sind, dann ist das ein Erfolg, über den sich Ausstellungsmacherin Ursula Braun so sehr freut, dass sie sich bereits jetzt Gedanken über „Dörfer zeigen Kunst“ im Jahr 2015 macht.

„Kaffee und Kuchen spielen beim Erfolg von Dörfer zeigen Kunst natürlich auch eine Rolle.“
Christiane Meyer, Einhaus

Hanno Hannes

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