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Lauenburg Lasse Schörling jüngster Herbergsvater im Norden
Lokales Lauenburg Lasse Schörling jüngster Herbergsvater im Norden
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19:17 02.07.2019
Doppelwechsel: Stefan Wehrheim (37, re.), seit 2012 erfolgreicher Leiter der Ratzeburger Jugendherberge, wird Geschäftsführer des DJH-Landesverbandes Nordmark mit Sitz in Hamburg. Sein Nachfolger in Ratzeburg ist Lasse Schörling (26), der jüngste „Herbergsvater“ in Norddeutschland. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

 Generationswechsel und erfolgreiche Weichenstellung in die Zukunft beim Landesverband Nordmark des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH): Stefan Wehrheim (37), bislang „Herbergsvater“ in Ratzeburg, übernimmt den Posten des hauptamtlichen Geschäftsführers in Hamburg von Helmut Reichmann, der in Pension geht.

Wehrheims Nachfolger in Ratzeburg ist offiziell seit dem 1. Juli 2019 Lasse Schörling. „Eigentlich wollte ich noch meinen Master in Lebensmittelwissenschaften machen“, erklärt der 26-Jährige. Doch als sich die Chance ergab, die Leitung der Ratzeburger Jugendherberge zu übernehmen, „habe ich mich kurz entschlossen beworben“.

Schon seit 2013 arbeitet Lasse Schörling, der ein Jahr zuvor sein Abitur an der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg machte, neben seinem Studium der Ökotrophologie in der Jugendherberge der Kreisstadt. Quelle: Joachim Strunk

Nicht nur Schörlings jugendliches Alter für eine solche Leitungsfunktion ist besonders. „Ein Novum im DJH ist auch, dass ich den Posten – wegen des Studiums – mit nur einer halben Stelle bekommen habe“, sagt der gebürtige Ratzeburger.

Gegen viele externe Bewerber durchgesetzt

Doch für ihn sprach zum einen sein bisheriger Chef Stefan Wehrheim, der große Stücke auf seinen Nachfolger hält. Zum anderen aber auch seine langjährige Erfahrung im Haus – der ehemalige Lauenburgische Gelehrtenschüler (Abi 2012) ist bereits seit Sommer 2013 hier tätig und kennt den „Laden“ in- und auswendig. Am Ende setzte er sich gegen eine ganze Reihe älterer externer Bewerber durch.

Stefan Wehrheim selbst, der die Jugendherberge am großen Ratzeburger See gemeinsam mit seiner Frau Barbara leitete, kommt aus einer „Herbergsfamilie“. Seine Eltern führen immer noch die Jugendherberge Hörnum auf Sylt, die Großeltern leiteten ab Mitte der 1970er Jahre das DJH-Haus in Flensburg.

DJH-Landesverband Nordmark

Als nördlichster von 14 Landesverbänden im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) zeichnet der Landesverband Nordmark für 39 Jugendherbergen in Schleswig-Holstein, zwei in Hamburg und vier in Nordniedersachsen verantwortlich. Insgesamt sind durchschnittlich 700 Mitarbeiter hauptamtlich in dem gemeinnützigen Verein beschäftigt.

Ein ehrenamtlicher Vorstand (übrigens mit dem Ratzeburger Rüdiger Jung als stellvertretendem Vorsitzenden) führt den Verband, der zudem von zahlreichen ehrenamtlichen Engagierten in Orts- und Kreisverbänden unterstützt wird.

Der DJH-Landesverband Nordmark e. V. zählt zurzeit rund 192 000 Mitglieder, was in etwa 3,6 Prozent der Gesamtbevölkerung im Arbeitsgebiet entspricht. Jährlich zählen die Jugendherbergen zwischen Nord- und Ostsee rund eine Million Übernachtungen. Der höchste Gästeanteil liegt im Bereich der Schulklassen, wobei auch immer mehr Familien, Tagungsgruppen und Einzelgäste die Häuser für sich entdecken.

Der Schlüssel zu allen Jugendherbergen ist seit jeher die Mitgliedskarte, die es für Einzelpersonen, Familien beziehungsweise Paare und Körperschaften gibt.

Aber war es zwangsläufig, dass Wehrheim in dem Verein beziehungsweise Verband Karriere machen sollte? „Für mich war nie von vornherein klar, dass auch meine berufliche Laufbahn im Jugendherbergswerk sein würde“, gesteht er. Nach einem BWL-Studium und einem Auslandsjahr bei Daimler in den USA zog es ihn nach seiner Rückkehr dann aber doch in „die Familie“ zurück.

Stationen in Hamburg und Ratzeburg

Zunächst heuerte er in der umsatz- beziehungsweise übernachtungsstärksten Herberge „Auf dem Stintfang“ in Hamburg an, ergriff dann 2012 die Chance, die Leitung des neu erbauten Hauses in Ratzeburg zu übernehmen.

Stefan Wehrheim (37) kommt aus einer alten „Herbergsfamilie“. Schon die Großeltern führten ein Haus in Flensburg, seine Eltern immer noch auf Sylt. Quelle: Joachim Strunk

Die wurde 2012 vom Küchensee zum großen Ratzeburger See verlegt. Der Standort- und vielleicht auch der Führungswechsel sollten sich für den DJH – und alle seine Gäste auszahlen: Während die alte Jugendherberge von November bis März „Winterpause“ machte, ist die neue ganzjährig geöffnet. Früher waren hier drei bis vier Mitarbeiter ganzjährig beschäftigt, heute sind es 25, 80 Prozent davon sozialversicherungspflichtig, so Wehrheim.

In der Bauphase wurden optimistisch 22 000 Übernachtungen pro Jahr für das neue Haus prognostiziert. Diese Zahl wurde aber gleich im ersten Jahr getoppt: 2013 waren es schon 27 000. Mittlerweile ist man (2018) bei 34 000 Übernachtungen angelangt.

Auslastung bei fantastischen 54 Prozent

„Fast alle Wochenenden im Jahr sind wir ausgebucht“, sagt der neue „Herbergsvater“ Lasse Schörling. Die Gesamtauslastung im Jahr liege bei fantastischen 54 Prozent. An über 200 Tagen im Jahr sei man voll belegt. „Das ist eigentlich kaum noch steigerbar“, erklärt er angesichts der Tatsache, dass es sich ja um kein Hotel handelt, sondern um eine Herberge mit Zwei- oder Vierbettzimmern.

Um die Attraktivität und damit die Übernachtungszahlen noch zu steigern, sieht Schörling allenfalls „im programmatischen Bereich“, also vielleicht mit Pauschalangeboten mit Schwerpunkt auf Sport, Ernährung und Gesundheit noch Möglichkeiten – zufälligerweise alles Dinge, denen der Ernährungswissenschaftler selbst zugetan ist.

„Wir verstehen uns als Dienstleister“

Und wie geht es im Verband nun weiter? Als neuer Geschäftsführer legt Wehrheim Wert auf eine zukunftsgerichtete Herangehensweise: „Die Gäste bekommen inzwischen einen All-inclusive-Aufenthalt in unseren Jugendherbergen – von der Übernachtung im eigenen (Familien-)Zimmer über reichhaltige Büffets bis hin zu Programmangeboten für Groß und Klein. Wir verstehen uns als Dienstleister.“

Alles umkrempeln im Verband will Wehrheim nicht: „Das wäre arrogant“. Helfen bei der Arbeit könne ihm aber sein „höherer Durchdringungsgrad zum Alltagsgeschäft“. So wisse er genau, an welchen Tagen eine konzentrierte Kommunikation mit den Häusern und ihren Leitern eher weniger möglich ist, weil dann beispielsweise viele Gäste an- oder abreisen.

Er wolle daher auch verstärkt die Dienstleistungen des Verbandes anbieten. Und zwar nicht im repressiven Sinne einer Kontrolle, sondern „auf Augenhöhe und progressiv“ zum Nutzen aller.

Joachim Strunk

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