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Lauenburg Käufer für den Hamburger Keller in Lauenburg
Lokales Lauenburg Käufer für den Hamburger Keller in Lauenburg
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14:58 25.01.2019
Der Hamburger Keller Lauenburg (rechts), hier eine Außenansicht von der Elbe aus fotografiert. Quelle: TIMO JANN
Lauenburg

Man mag es kaum glauben: „Ich habe den Hamburger Keller verkauft“, frohlockt Immobilienmaklerin Heike Maurer aus dem Fürstengarten. Seit 2011 hatte sie das Objekt an der Elbstraße 14 im Portfolio. Nun ist ein Kaufvertrag notariell beglaubigt, neuer Besitzer ist ein Hamburger Privatmann, der das Gebäude laut Heike Maurer sanieren und selbst bewohnen möchte. Solange er noch mit dem Denkmalschutzamt keine Einigung zu seinen Plänen erzielt hat, möchte er aber nichts sagen. Gehört hatte die markante Immobilie zuletzt einem Rechtsanwalt, ebenfalls aus der Hansestadt. Heike Maurer hatte 2013 35.000 Euro als Verkaufspreis aufgerufen.

Das Tor zur Alstadt

Der Hamburger Keller gilt von Westen her als Tor zur Lauenburger Altstadt. Allerdings seit Jahrzehnten in einem desolaten Zustand. Fenster sind mit Platten verrammelt, im Garten hat das dichte Unkraut bereits das Dach erreicht und am Giebel mussten Stützen angebracht werden, um das Gebälk zu halten. „Alles, was geplant wird, ist besser, als diesen Zustand zu bewahren“, meint Bürgermeister Andreas Thiede. „Ich hoffe, dass der Eigentümer und das Denkmalschutzamt einen vernünftigen Kompromiss finden und wir hier bald ein schönes, frisch saniertes Haus sehen werden“, sagt er.

350 Jahre altes Fachwerkhaus

Im August 2013, kurz nach der damaligen Sommer-Flut, hatte Heike Maurer schon einmal Hoffnungen auf einen Notarvertrag. Damals gab es gleich mehrere Interessenten, doch bei allen zerschlugen sich die Pläne für den Hamburger Keller. Das 370 Quadratmeter große Grundstück neben dem Dentallabor Szymanski gilt als das letzte Filetstück in der Altstadt mit Elbblick. Wer von der Oberstadt mit dem Auto über die Grünstraße in die Altstadt fährt, kommt direkt auf das gut 350 Jahre alte Fachwerkhaus zu. Mit seinem maroden Bauzustand allerdings kein einladender Anblick. Seit fast 40 Jahren rottet der Hamburger Keller vor sich hin. Weite Teile des Gebäudes sind eingestürzt, der Zutritt ist lebensgefährlich. Altstadt-Kenner und Architekt Peter Szymanski hatte die Kosten für den Erhalt des Hamburger Kellers auf 650.000 Euro geschätzt – ein Neubau würde wohl nur die Hälfte kosten.

Dringend sanierungsbedürftig

„Der Hamburger Keller ist das letzte Objekt in unserer Altstadt, das eine Sanierung dringend nötig hat“, sagt Thiede. Unklar ist allerdings der Standpunkt des Denkmalschutzes. Beharrt die Behörde auf strenge Vorgaben zur Sanierung, wird es für den Eigentümer schwierig, sich den Traum von der selbst bewohnten historischen Immobilie zu erfüllen. Insider munkeln, dafür müsse man schon sehr viel Geld über haben und an so einem Gebäude hängen. „Das ist Liebhaberei“, meint auch Heike Maurer zu dem Engagement des Käufers. Der hat wohl vor, viel bei der Sanierung selbst mit zu erledigen.

Timo Jann

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