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Lauenburg Kampf gegen Ratten wird im Kreis teurer
Lokales Lauenburg Kampf gegen Ratten wird im Kreis teurer
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21:10 14.11.2014
Der IHK-geprüfte Schädlingsbekämpfer Kristof Handke (28) von der Firma Nitor aus Schretstaken legt eine Köderstation mit Rattengift an einem Schuppen aus. Jetzt im Herbst nisten sich die Nager im Warmen ein.
Ratzeburg

Die gesetzlich vorgeschriebene Rattenbekämpfung mit Meldepflicht wird für Hauseigentümer bald zum kostspieligen und aufwendigen Problem. Grund ist die neueste Biozid-Verordnung der EU (September 2013). Sie wurde in Deutschland bereits gesetzlich verankert und wird jetzt auch in eine neue „Kreisverordnung über die Bekämpfung von Ratten im Kreis Herzogtum Lauenburg“ einfließen. Künftig dürfen Privatleute, vor allem zum Schutz von Mensch und Umwelt, nur noch wenige, veraltete Gifte auf ihren Grundstücken selbst auslegen. Die hochwirksamen Blutgerinnungshemmer der 2. Generation, die Ratten effektiv bekämpfen, dürfen nur noch von professionellen Schädlingsbekämpfern ausgelegt werden. Das belastet den Geldbeutel und führt nach Ansicht von Experten mittelfristig dazu, dass Ratten von vielen Bürgern falsch und uneffektiv — oder gar nicht mehr bekämpft werden. Das könnte fatale Folgen haben — die Zahl der „Pestüberträger“ des Mittelalters könnte rapide steigen. Wer sie nicht bekämpft, muss mit Strafe rechnen.

„Private Hausbesitzer bekommen nur noch wenige Mittel im Baumarkt“, berichtet Kristof Handke, IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer und Prokurist der Firma Nitor aus Schretstaken. Untersuchungen der EU haben ergeben, dass Ratten- und Mäusebekämpfungsmittel (Rodentizide) mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) erhebliche Umweltrisiken darstellen. Greifvögel, die eine Ratte fangen, könnten die Gifte aufnehmen. Hunde und Kinder sind ebenfalls gefährdet. Doch das allein ist nicht neu. In Deutschland zog die EU-Richtlinie aber so genannte Risikominderungsmaßnahmen (RMM) nach sich, die die Spielräume der Privatleute einschränkt.

„Es gibt viele Regionen, in denen Ratten bereits eine Resistenz gegen die Blutgerinnungshemmer der 1. Generation, die Privatpersonen noch im Handel bekommen, aufgebaut haben“, erklärt Handke weiter.

Das führe in der Praxis häufig dazu, dass ein Hausbesitzer, der auf einem Grundstück Ratten findet, immer wieder ohne Erfolg Giftköder auslegt. Das Risiko von Umweltschäden steigt dadurch mitunter.

Die Entwicklung spielt Schädlingsbekämpfern wie Handke mehr Kunden in die Hände, könnte man folgern. Handke ist jedoch kritisch. Er warnt vor einigen Folgen der neuen Regelungen. „Die Rattenpopulation wird sich in den kommenden Jahren aus meiner Sicht eher vergrößern. Denn die Hemmschwelle für die Bekämpfung steigt, weil sie mit höheren Kosten verbunden ist“, glaubt er. Eine gefüllte Köderbox gab es vor und gibt es nach der Novelle für etwa 30 Euro. Wer jedoch kein Ordnungsgeld riskieren will, muss effektivere Mittel vom Profi auslegen lassen. Über Kundschaft kann sich der Zehn-Mann-Betrieb mit Filialen in Lübeck und Lüneburg bereits jetzt nicht beschweren. Doch die zunehmenden RMMs vergrößern den Aufwand für Kammerjäger, Hausbesitzer und Verwaltung.

Andere Schädlingsbekämpfer geben Handke recht. „Die Bürokratie hat in den vergangen 20 Jahren zugenommen. Der Aufwand für die Dokumentation ist erheblich“, erklärt Hans Stevens. Der IHK-geprüfte Schädlingsbekämpfer bietet von Siebenbäumen aus seine Dienste an. Er weist ergänzend darauf hin, dass man allein mit Verhaltenstipps für Kunden viele Ratten fernhalten kann. „Essensreste gehören nicht in die Toilette oder auf den Kompost. Das zieht Ratten natürlich an“, berichtet er. Auch Vogelfutter werde vermehrt gestreut und locke Nager an. Was für ältere Kunden ganz normal sei, löse bei den Jüngeren häufig ein Aha-Erlebnis aus.

Umweltschutz ist für ihn nichts Neues. Wie alle seriösen Schädlingsbekämpfer verwendet er nur Giftköder, die in Köder-Boxen fixiert sind. Kinder oder Hunde kommen dann nicht ran. Ratten oder Mäuse können sie nicht dorthin tragen, wo sie Vögel gefährden. Die Verantwortung wird für Schädlingsbekämpfer durch strengere Biozid-Verordnungen in den kommenden Jahren weiter anwachsen, glaubt Handke: „Wir haften nach einem Einsatz mit unserer Unterschrift.“

Starkes Rattenjahr
Die Rattenpopulation hat sich in diesem Jahr stark vergrößert. „Das liegt am frühen Frühling und am späten Herbst“, erklärt Handke. „Die Population hat meiner Meinung aufgrund des milden Winters extrem zugenommen“, sagt auch Stevens. Das merkt er an der Anzahl seiner Ratten-Einsätze, vor allem jetzt im Herbst, wo die Ratten bekanntlich in die Ställe und Häuser drängen.
Die neue „Kreisrattenverordnung“ wird am 18. November um 19.30 Uhr im Kreissozialausschuss behandelt.

Florian Grombein

Ger´t Petersen erfüllte sich mit seinem Beruf einen Kindheitstraum. Der Grambeker hat Kunden aus der ganzen Welt. Es begann in einer Ein-Zimmer-Wohnung.

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