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Lauenburg Kampf gegen das Qualmwasser
Lokales Lauenburg Kampf gegen das Qualmwasser
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10:26 13.06.2013
Von Timo Jann
Mit speziellen Raupenfahrzeugen liefern Helfer die Sandsäcke an, um parallel zum Elbe-Lübeck-Kanal in der Nähe der Palmschleuse am alten Stecknitz-Kanal die Sickerstellen abzudichten. Quelle: Fotos: Timo Jann
Lauenburg

Mit großen Lüftern des Technischen Hilfswerks (THW) werden die Pumpen im Schöpfwerk an der Palmschleuse in Lauenburg gekühlt. Damit sie jetzt, wo sie unter Hochdruck gegen die Wassermassen der Elbe-Flut arbeiten, nicht überhitzen. Ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde können die Pumpen des Schöpfwerks bewegen. „Wir pumpen das Wasser aber nur im Kreis, mehr ist einfach nicht machbar“, sagt Wolfgang Genczik, der Vorsteher des Wasser- und Bodenverbandes für die Stecknitz-Niederung und das Lauenburger Stadtgebiet.

Um vor allem das Qualmwasser, das unter den Deich durch drückt, abzupumpen, hat der Verband zusätzliche leistungsfähige Pumpen geordert. Unter anderem aus der Region Dithmarschen, wo man sich mit Hochwasser auskennt. Und von der Spezialtiefbaufirma Möbius aus Geesthacht. Genczik: „Die zusätzlichen Pumpen leisten mehr als 4000 Kubikmeter pro Stunde.“ Dadurch gelingt es bisher erfolgreich, das Industriegebiet an den Lauenburger Söllerwiesen vor der Überschwemmung zu schützen. „Es gibt zwar einige niedrig gelegene Bereiche, in denen sich Wasser sammelt, aber die Firmen sind nicht betroffen“, berichtet Genczik. Das wäre fatal, denn hier haben mehr als 1000 Menschen ihre Arbeitsplätze.

Elbeflut: Wie viel muss der Kreis bezahlen?

Weiterlesen: Der Deichgraf von Lauenburg

Nach dem „Jahrhunderthochwasser“, das in Lauenburg nur 8,70 Meter hoch war, wurde der Elbdeich erneuert, der Bahndamm ertüchtigt und für die Palmschleuse eine mobile Flutschutzwand angeschafft.

Maßnahmen, die sich jetzt wieder auszahlen. „Die Lage ist beherrschbar“, sagt Genczik. Vorsorglich setzten am gestrigen Mittwoch Katastrophenschützer aus Nordfriesland und vom THW Raupenfahrzeuge ein, mit denen auf dem aufgeweichten Boden Sandsäcke geliefert werden konnte, um Sickerstellen abzudichten.

Hauptursachen eines Dammbruchs

Sorgen bereiten bei allem Optimismus weiter die Pumpen im Schöpfwerk. „Wir bräuchten anderthalb Millionen Euro. Vielleicht hat Frau Merkel das bei ihrem Besuch in der Stadt ja mit auf den Weg bekommen“, hofft Genczik. Denn, so Genczik: „Das Land hat uns eine Förderung abgelehnt.“ Der Verbandsvorsteher wünscht sich, dass die Empfehlungen verschiedener Gutachten endlich umgesetzt würden.

Dann wäre Lauenburg künftig besser vor Hochwasser geschützt.

                   
Rat nicht nur am Telefon
Das Bürgertelefon der Stadtverwaltung Lauenburg bleibt ganztägig besetzt und ist unter 0 41 53/5909-320 zu erreichen. Fragen verwaltungstechnischer Natur können zwischen 22 Uhr und 6 Uhr leider nicht beantwortet werden. In dieser Zeit bittet die Verwaltung, die Anrufe auf das Unvermeidbare zu beschränken. In der Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr werden Mitarbeiter der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen. Der normale Dienstbetrieb der Stadtverwaltung ist eingestellt. Dazu eine Erklärung der Stadt: „Bitte sehen Sie von Behördengängen ins Rathaus Lauenburg unbedingt ab. Im Gebäude der Kreissparkasse Alte Wache 3 ist eine Anlaufstelle der Stadtverwaltung für Notfälle eingerichtet. Bis auf Weiteres erreichen Sie dort Mitarbeiter in der Zeit von 8 bis 12 Uhr, am Donnerstag zusätzlich von 15 bis 18 Uhr.“

Timo Jann