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Lauenburg Keine Ersatz-Schnellbusse zwischen Kreis und Hamburg?
Lokales Lauenburg Keine Ersatz-Schnellbusse zwischen Kreis und Hamburg?
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14:41 30.11.2015
Büchen

Der Kreis wird bis zum Fahrplanwechsel der Bahn voraussichtlich keine Ersatz-Schnellbuslinie nach Hamburg einrichten können. Mit dieser sollten nach den Plänen des Bauamtes Pendler von den Bahnhöfen Schwarzenbek nach Hamburg-Wandsbek gebracht werden, die aufgrund geänderter Abfahrtzeiten zu lange Wartezeiten zwischen der Ankunft ihrer Busse und der Abfahrt der Züge hätten. Die Einrichtung war vom Kreis vorgeschlagen worden, weil sich durch eine Änderung im Personen-Fernverkehr die Abfahrtszeiten der Regionalexpress-Züge in Büchen, Müssen und Schwarzenbek verschieben. Im Regionalausschuss hatten sich die Kommunalpolitiker nicht auf die vom Kreis vorgeschlagene Ersatzmaßnahme einigen können und die Entscheidung auf die Kreistagssitzung am 10. Dezember vertagt. Die Verwaltung hält eine Umsetzung dann möglicherweise gefällter Beschlüsse zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember allerdings für nicht machbar.

Nachdem der Kreis vor einigen Wochen ein etwa 250000 Euro teures Konzept vorgelegt hatte und damit in der Politik auf Widerstand gestoßen war, legte die Verwaltung jetzt eine abgespeckte Variante vor. Danach sind die nach Büchen ausgerichteten Regionalbuslinien so weit verschoben worden, dass im Anschluss an die Züge vertretbare Wartezeiten entstanden seien, so Kreis-Verkehrsplaner Andrew Yomi. Lediglich bei der Rückfahrt würden die Pendler zwischen 16 und 17 Uhr etwas länger auf die Busse warten müssen. Im Gegenzug würden „bisher bestehende, weniger stark genutzte Anschlüsse in Mölln und Lauenburg“ der Linien 8830, 8840 und 8850 an die Züge aufgegeben, heißt es. In Schwarzenbek seien aufgrund der Komplexität und auch der Schülerverkehre keine zeitlichen Anpassungen der Regionalbuslinien möglich. „Wenn wir die Busse in Schwarzenbek anpassen, machen wir mehr kaputt als wir verbessern. Die Linie 8810 ist die Hauptschlagader des Kreissüdens“, so Yomi. Durch die Reduzierung des Schnellbusangebotes auf die Umsteiger in Schwarzenbek würde sich ein Defizit von 70000 Euro im Kreishaushalt ergeben.

CDU-Ausschussmitglied Michael Sauerland: „Ich sehe auch diese 70000 Euro im Haushalt nicht.“ Der Linauer forderte statt einer Schnellbuslinie nach Hamburg zusätzliche Regionalbusse, die auch die geplante Flüchtlings-Erstaufnahme in Lanken anbinden würden. Grünen-Vertreter Oliver Brand aus Lütau verwies auf die ohnehin nur geringen und damit vertretbaren künftigen Abweichungen: „Bis auf zwei Pendlerzüge gibt es kaum Abweichungen“.

Ganz anders sah das der Schwarzenbeker Egon Siepert (SPD). „Ich erwarte, dass die Probleme gelöst werden, und der Vorschlag der Verwaltung macht das sehr gut“, so Siepert. Das Umsteigen in Schwarzenbek werde künftig ein Problem sein. „Wenn sie da die Wartezeit von zehn auf 20 oder 30 Minuten verlängern, ist es nicht witzig da zu stehen — gerade im Winter“, warnte Siepert. Christel Happach-Kasan (FDP) forderte eine Lösung, die Hilfen für Büchen und Schwarzenbek gleichermaßen fair berücksichtige. Doch nun sieht es nach gar keiner Lösung aus. Yomi warnte vergeblich, dass das Umsteigen von Kunden aufs Auto für erhebliche Mindereinnahmen sorgen werde, die deutlich über den erwarteten Mehrkosten für zusätzliche Schnellbuslinie liegen würden. Fachbereichsleiter Michael Birgel: „Sind diese Kunden erst mal weg, wird es ganz schwierig, sie wieder als Kunden des Nahverkehrs zu gewinnen — auch wenn die Anschlüsse wieder passen.“

Mehr Zuggarnituren für den RE1
Die Kreisverkehrsplaner erwarten künftig weniger Verspätungen auf der Regionalexpress-Strecke RE1 zwischen Hamburg und Schwerin. Grund ist nach Angaben von Andrew Yomi eine zusätzlich eingesetzte Zuggarnitur. Diese sorge dafür, dass in Hamburg ankommende Züge mehr Zeit zum Wenden bekämen.
Durch die sechste Zuggarnitur könne ein ankommender Zug nach dem Aussteigen der Fahrgäste im Hamburger Hauptbahnhof auf einem Abstellgleis geparkt werden, während an eine andere Zuggarnitur unabhängig von möglichen Verspätungen bereits zur Abfahrt in die Gegenrichtung bereitstehe, so Yomi. Derzeit hätten die Zugführer teilweise nur drei Minuten Zeit, um nach dem Ankommen in der Gegenrichtung wieder abzufahren. „Das ist eigentlich nicht zu schaffen“, klagt Verkehrsplaner Yomi.




Eine Möglichkeit zum Abbau gebe es im Laufe des Tages praktisch bislang nicht. Mit der zusätzlichen Zuggarnitur werde das anders. Unklar ist noch, ob diese Änderung nur die kommende zweijährige Bauphase gelten wird oder länger geplant ist. hm

Holger Marohn

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