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Lauenburg Kieler Kabinett besucht Weltmarktführer LMT Group in Schwarzenbek
Lokales Lauenburg Kieler Kabinett besucht Weltmarktführer LMT Group in Schwarzenbek
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21:41 30.04.2019
Vorstand Olaf J. Müller (von links) präsentiert Tabletten aus der FE 55. Neben ihm Ministerpräsident Daniel Günther, Heiner Garg, Dirk Schrödter, Bernd Buchholz Quelle: Silke Geercken
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Schwarzenbek

Viele schwarze Staatskarossen am Dienstag bei Fette Compacting in Schwarzenbek: Ministerpräsident Daniel Günther informierte sich über das weltweit erfolgreiche Unternehmen. Die LMT Group in Schwarzenbek ist auf Erfolgskurs. Das Familienunternehmen hat seine Stellung auf dem Weltmarkt weiter ausbauen können.

Davon konnte sich das Kabinett der Landesregierung gestern bei einem Besuch beim Weltmarktführers für Tablettenpressen überzeugen. Vorstandsvorsitzender Olaf J. Müller informierte die Ministerriege über das Unternehmen und stellte Innovationen vor. Der Jahresumsatz beträgt rund 400 Millionen Euro.

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Unternehmen besteht seit 1948

In regelmäßigen Abständen macht das Kieler Kabinett um Ministerpräsident Daniel Günther Ausflüge aufs Land, um sich über die Entwicklung mittelständischer Unternehmen zu informieren. Der Rundgang bei Fette Compacting ließ die Besucher nicht unbeeindruckt zurück. „Mit einem mittelständischen Unternehmen hat dieser Betrieb aber nicht mehr viel zu tun“, scherzte Minister Bernd Buchholz. Vorstandsvorsitzender Olaf J. Müller hat in seinem Bericht zuvor betont, dass das seit 1948 bestehende Unternehmen mit inzwischen elf Tochtergesellschaften bisher keinen Anspruch auf Landesförderung erhoben habe. Besitzer des weltweit operierenden Unternehmens ist die Familie Bengel aus Oberkochen/Baden Württemberg.

2300 Mitarbeiter weltweit

Olaf J. Müller stellte das Unternehmen am Standort Schwarzenbek vor. Die Firmen LMT Fette und Fette Compacting gehören zur LMT-Group, die einst aus dem Leitz-Firmenverband in Oberkochen hervor gegangen ist. Es gibt weltweit 2300 Mitarbeiter, davon 1100 in Schwarzenbek. Der erste Produktionsstandort für Tablettenpressen ist Schwarzenbek, der zweite seit 2004 in Nanjing/China. Daneben gibt es weltweit fünf Kompetenzzentren, und genau das mache den Unterschied zu anderen Maschinenbaufimen aus, sagte Müller. Ein Kompetenzzentrum gibt es zum Beispiel in Campinas/Brasilien. „Unsere Kunden werden vor Ort in ihrer Sprache betreut. Neben Service und Technologie ist die schnelle Erreichbarkeit im Falle einer Reparatur der bei uns gekauften Tablettenpresse ein wichtiges Kriterium, das Vertrauen der Käufer zu gewinnen und zu halten.“ Der Kaufpreis für eine Tablettenpresse liegt zwischen 600 000 und 800 000 Euro.

1,6 Millionen Tabletten pro Stunde

Weitere Zahlen, die das Kabinett beeindruckten: Die leistungsstärkste Maschine, die FE 75, produziert 1,6 Millionen Tabletten pro Stunde. „Mit einer Tagesschicht wäre der jährliche Tablettenbedarf für Hamburg gedeckt“, so Müller. 2016 sei die neue Kapselfüllmaschine auf den Markt gekommen, eine Investition von 20 Millionen Euro. Zu den Innovationen der LMT Group gehören ein Entwicklungszentrum für neue Technologien sowie der geplante Wechsel des gesamten Geschäftsmodells. Aus dem reinen Maschinenbauer soll ein Allround-Anbieter werden, der mit Hilfe von Software-Programmen zum Beispiel auch Vorschläge für das Design von Tabletten macht. Insgesamt hat das Unternehmen 5000 Maschinen weltweit stationiert. „Von zehn Tabletten kommen vier aus Schwarzenbek“, sagte Müller. Abschließend brach er eine Lanze für den Mittelstand: „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen, das sich nie um Fördermittel bemüht hat, aber es gibt viel Bedarf, dem Mittelstand unter die Arme zu greifen.“

Silke Geercken

30.04.2019
30.04.2019