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Lauenburg Annika Tonn ist neue Chefin im Burgtheater
Lokales Lauenburg Annika Tonn ist neue Chefin im Burgtheater
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19:19 04.12.2019
Die gebürtige Ratzeburgerin Annika Tonn (24) ist neue Theaterleiterin im Burgtheater. Die Lehramtsstudentin arbeitet schon seit fünf Jahren im hiesigen Kino, dessen Geschäftsführer Martin Turowski (hinten) dringend Verstärkung und Unterstützung brauchte. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Das Burgtheater Ratzeburg als Kino- und Kulturstätte lebt und wächst – ganz im Sinne seines geistigen Mentors, des verstorbenen Eduard Wehmeyer. Denn Martin Turowski, langjähriger Geschäftsführer des Hauses und ehemaliger Schüler Wehmeyers an der Lauenburgischen Gelehrtenschule, hat nun mit Annika Tonn ebenfalls eine Ex-LGlerin engagiert, die den LG-Pädagogen und Cineasten Wehmeyer persönlich kannte.

2014 hat die gebürtige Ratzeburgerin am hiesigen Gymnasium ihr Abitur abgelegt. Seit jenem Jahr jobbte sie bereits im Kino, zuerst als Aushilfe hinter dem Tresen im Foyer, danach rutschte sie immer öfter in Assistenzaufgaben für Turowski hinein – und erledigte Aufgaben im Personalbereich, im Einkauf oder in der Tagesorganisation.

„Geschäft in absolut guten Händen!“

Dies geschah offensichtlich zur höchsten Zufriedenheit Turowskis. Und als Annika Tonn auf die Frage, ob sie es sich vorstellen könnte . . ., nicht gleich Nein sagte, sondern überlegte, war bei Turowski die Entscheidung bereits gefallen. „Bei Annika weiß ich das Geschäft in absolut guten Händen!“, lobte er.

Für die Lehramtsstudentin, die in Kiel Geografie und evangelische Religion belegt und nächsten Sommer ihren Bachelor-Abschluss machen will, war es allerdings keine einfache Entscheidung. Denn ihr Studium möchte sie schon noch erfolgreich abschließen.

Mehrarbeit nicht mehr zu schaffen

Das wird allerdings nicht einfach – angesichts der Arbeitsbelastung, die im Burgtheater auf sie zukommen wird. „Das sprengt dann schon deutlich die 40-Stunden-Woche“, weiß sie. Doch sie geht ihren neuen Job guten Mutes und mit viel Power an.

Wie kam es überhaupt zu der Entscheidung für eine hauptamtliche Theaterleitung? Turowski: „Durch die Übernahme des Kinos in Mölln, im Augustinum, durch uns, die zusätzlichen Veranstaltungen neben dem Kino wie etwa dem ,Orange Day’, den gehäuften Terminen des Filmclubs am Montag, Dienstag (Dokus) und Sonntag (Festival), der gestiegenen Zahl an Filmen allgemein und den baulichen Planungen zu einem vierten Saal ist mein Arbeitspensum so gestiegen, dass es nicht mehr alleine zu schaffen war.“

„One-woman-show“ im Augustinum

Hinzu kam, dass Turowski seit einigen Monaten auch als Vorstand im Hauptverband der deutschen Filmtheater aktiv ist – „das allein ist schon ein Halbtagsjob“. Annika Tonn soll ihn diesbezüglich entlasten. Das Möllner Augustinum „schmeißt“ sie schon seit Oktober als „one-woman-show“ ganz alleine. Sie bedient die Technik, reißt die Karten ab, bedient hinterm Tresen und macht die Filmansagen.

„Vor allem der Kundenkontakt macht mir unheimlich Spaß – und ich habe diesbezüglich auch sehr positive Rückmeldungen erhalten“, freut sie sich.

Eigene Akzente setzen

Neben den alltäglichen Aufgaben, die zu bewältigen sind, will Annika Tonn aber auch eigene Akzente setzen: „Ich möchte den Öko-Gedanken, die Nachhaltigkeit, noch mehr in den Vordergrund bringen.“ Etwa bei der Neugestaltung des Foyers, das nach der Renovierung der Kinos 1 und 2 im kommenden Quartal ansteht.

„Das soll ,grüner’ werden – nicht nur mit gemütlichen und entsprechend farbigen Lounge-Möbeln statt der Holzbänke, sondern auch durch Gläser statt Pappbechern, Strohhalme und Nacho-Schalen aus Zuckerrohr sowie recyclebaren Popcorn-Tüten“, zählt sie die künftigen Neuerungen auf.

Mehr und jüngere Kinobesucher

Und außerdem will sie auch die Arbeitsplätze sichern. „Ich möchte noch mehr Leute ins Kino holen. Zum Beispiel, indem wir noch mehr Werbung bei den Filmprojektwochen der Lauenburgischen Gelehrtenschule machen.“ Die verschiedenen Landjugend-Abteilungen sind diesbezüglich ebenfalls wichtige Ansprechpartner.

Das könnte auch dazu führen, dass das Durchschnittsalter im Filmclub sinkt. Der liegt laut Turowski „bei 50+ Jahren“. Allerdings handelt es sich hier nicht um einen verschnarchten Altherren-Klub. Mit mehr als 1300 Mitgliedern ist er der größte Filmclub Deutschlands!

Viel Potenzial also für die neue Spitze im Burgtheater Ratzeburg.

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Von Joachim Strunk

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