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Lauenburg Alle wollen den Förster-Film sehen
Lokales Lauenburg Alle wollen den Förster-Film sehen
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19:20 21.11.2018
Inspektion des Revieres am Tag nach einer Windhose. Förster Wolfgang Kruckow weiß, wie schnell ein Orkan immense Schäden im Wald anrichten kann. Quelle: Screenshot/hfr
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Geesthacht

Hach, so ein Förster hat es gut. Der hat einen supertreuen Hund, und mit dem läuft er tagein, tagaus durch den Wald. Dabei sieht er Rehkitze und Frischlinge, so heißt der Nachwuchs vom Wildschwein, solange er ganz klein ist, frisch eben. Soweit die Vorstellung, die viele Menschen vom Beruf des Försters haben. Wie Roland Dörffer. Der war aber, zugegebenermaßen, noch klein, als er so dachte, und in der Folge unbedingt Förster werden wollte.

Fotograf und Filmer Roland Dörffer hat Förster Kruckow ein Jahr lang bei der Arbeit begleitet und darüber einen Dokumentarfilm gedreht. Quelle: privat/hfr

Die Idee von Dörffer war also: erwachsen werden, sich grün kleiden und den Wald durchstreifen. Wie es so ist mit den Plänen, die man als Kind hat, kam es für Roland Dörffer ganz anders. Bis vor geraumer Zeit, denn da hatte der Geesthachter die fabelhafte Idee, sich an die Fersen von Wolfgang Kruckow zu heften. Und endlich – endlich! – tagelang den Wald zu erkunden. Warum Kruckow? Die Erklärung ist ebenso simpel wie einleuchtend: Mehr als 32 Jahre hat Förster Wolfgang Kruckow das Revier Grünhof betreut. Ende dieses Jahres wird er in den Ruhestand verabschiedet. Das hat der passionierte Fotograf und Filmer zum Anlass genommen, eine Dokumentation über das Leben und Arbeiten im Wald zu drehen. „Ehrenamtlich“, betont er. Drei Jahre lang konnte er den Förster und seine Mitarbeiter mit der Kamera begleiten.

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Die Doku hatte am 11. November im Geesthachter Kino Premiere. Womit niemand gerechnet hatte: Das Publikum rannte dem Lichtspielhaus quasi die Türen ein. „Unsere Vorführung des Försterfilms war ein voller Erfolg. Der Saal war komplett ausgebucht, weswegen der Film gleichzeitig auch noch im zweiten Kinosaal gezeigt wurde.“ Roland Dörffer ist noch immer ein bisschen aufgeregt, wenn er daran denkt. In der Summe um die 340 Zuschauer, die zum gleichen Zeitpunkt ein und denselben Film sehen wollten: „Das war auch für die Betreiber unseres Kinos neu.“

Hier sehen Sie einige Screenshots aus dem Film „Traumberuf Förster“ von Roland Dörffer

Diesen großartigen Erfolg hat die Geschäftsführung des Kinos in Geesthacht zum Anlass genommen, den Film noch einmal ins Programm zu nehmen. Am Sonntag, 25. November, wird „Traumberuf Förster“ ein weiteres Mal gezeigt; die Vorstellung beginnt um 12 Uhr.

Man muss weder Kind sein, noch den Berufswunsch Förster hegen, um den Film zu genießen. Aus den ungezählten Stunden filmischen Materials hat Dörffer eine Doku von 90 Minuten zusammengestellt.

Angesichts der mächtigen Bäume ist da sofort die Liedzeile „Ein Männlein steht im Walde“ im Kopf. Förster Wolfgang Kruckow in seinem Wald in Tesperhude. Quelle: hfr

Was erwartet die Zuschauer? Dörffer hat in all der Zeit hautnah miterlebt, wie sich der Arbeitsalltag eines Revierförsters über das Jahr gestaltet. Wie bunt und mannigfaltig die Aufgaben eines Mannes wie Kruckow sind. Dörffer hat ihn zu den Waldarbeitern, die tatsächlich Forstwirte heißen, begleitet. „Der Film zeigt die manchmal harte und gefährliche Arbeit der Forstwirte bei jedem Wetter, die einsamen Stunden der Waldmaschinenfahrer, aber auch die schönen Stunden beim Erleben der Natur, vor allem im Naturschutzgebiet Hohes Elbufer“, erklärt der Filmemacher. Es geht vom Pflanzen der Bäume bis zum Fällen riesiger, teils mehr als 200 Jahre alter Buchen und Eichen, es geht ums Versteigern der Baumriesen, wie der Preis des Holzes ermittelt – und wie es überhaupt aus dem Wald abtransportiert wird.

Es sind aber auch ganz andere Aspekte zu sehen. Die Jagd, natürlich, die Waldjugendspiele, die dem Förster so sehr am Herzen liegen, Führungen durch das Revier. Es soll hier gar nicht alles aufgezählt werden. Viel besser ist es, sich erst den Film anzuschauen, und dann einen ausgedehnten Waldspaziergang zu unternehmen. So wie Roland Dörffer es gern macht. Der übrigens nicht Förster geworden ist, wie wir wissen, aber Biologe. Mit viel Lust auf Wald.

„Traumberuf Förster“: Sonntag, 25. November, 12 Uhr, Geesthacht, Kino „Kleines Theater Schillerstraße“, Schillerstraße 33, Telefon 04152/77979. Eintritt: 8,50 und 7,50 Euro.

Hier lesen Sie einen Bericht über Förster Wolfgang Kruckow.

Dorothea Baumm