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Lauenburg Kleine Retter: Einsatz für die Löschbande
Lokales Lauenburg Kleine Retter: Einsatz für die Löschbande
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20:21 01.06.2013
Von Jens Burmester
Am Anfang halfen die Erwachsenen, Gabi Zingler (l.) und Andrea Brüggmann, noch mit. Danach aber wollte die Löschbande den Schlauch alleine halten. Quelle: jens burmester
Alt-Mölln

Zwölf Alt-Möllner Kinder sitzen in der Feuerwache der kleinen Gemeinde am Rande der Eulenspiegelstadt und hören aufmerksam zu. Die vier Jungen von der Jugendfeuerwehr stellen sich vor und berichten über ihre Erlebnisse bei der Feuerwehr. Die Kinder sind alle zwischen fünf und zehn Jahre alt und gehören zu „Löschbande“ von Alt-Mölln.

Schutzkleidung oder gar eine Uniform haben die Kinder noch nicht. Aber sie tragen eine gelbe Weste und erleben eine spannende Zeit. Für die Wehr sind sie vielleicht der Nachwuchs von morgen.

Die Kinder sprachen immer wieder von der Feuerwehr, erzählt Gabi Zingler. Immer wieder konnten sie zusehen, wie die Erwachsenen in den Einsatz fuhren oder beim Übungsdienst waren. Dann schließlich fragte die 36-Jährige bei Jugendwart Björn Diestel nach, ob ihre Kinder nicht mitmachen dürften. Da das aber nicht geht, weil Kinder erst ab zehn Jahre in die Jugendfeuerwehr eintreten dürfen, rief die 36-Jährige nach vielen Überlegungen, Planungen und Verhandlungen mit der Gemeinde die Löschbande ins Leben. In Andrea Brügmann (33), der Ehefrau des stellvertretenden Wehrführers, fand sie schnell und problemlos eine Mitstreiterin. Seit April gibt es die Löschbande, die keine Kinderfeuerwehr ist, sondern eine Elterninitiative, die einmal im Monat die spannenden Treffen organisiert.

Versicherungsschutz genießen die Kinder über die Gemeinde. Von der örtlichen Feuerwehr erhalten die beiden Frauen jede Unterstützung, die sie brauchen. Jugendwart Diestel und besonders die Mitglieder der Jugendfeuerwehr sind mit großem Eifer bemüht, den Kindern alles zum Thema Feuerwehr zu zeigen. So lernen Kinder von Kindern — und das funktioniert in Alt-Mölln perfekt.

Natürlich wollen die Kinder der Löschbande nicht nur alles über Feuerwehr wissen. Sie wollen auch mit Wasser spritzen und andere Gerätschaften einmal ausprobieren oder zumindest zuschauen.

Andrea Brügmann nützt ihre sozialpädagogische Ausbildung bei der Löschbande. Und von der Arzthelferin Gabi Zingler sollen die Kleinen auch profitieren. Schließlich haben die beiden Betreuerinnen sich noch einiges vorgenommen. Für sie zählen zum Thema Feuerwehr auch die Verkehrserziehung und ein paar Kenntnisse oder Verhaltensregeln in Sachen Erste Hilfe.

„Wir wollen auch den Natur- und Umweltschutz ansprechen. Auch das gehört irgendwie dazu“, sagt Brügmann. Leider können die beiden engagierten Mütter nur zwölf Kinder betreuen. Gabi Zingler: „Wir haben schon eine Warteliste und auch Nachbargemeinden haben schon bei uns angefragt.“

Kinder bei der Wehr
Kinder dürfen in Schleswig-Holstein erst ab einem Alter von zehn Jahren in die Jugendwehr eintreten. Kinderfeuerwehren gibt es nicht. Der Landesfeuerwehrverband hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um so etwas wie eine Kinderfeuerwehr vorzubereiten und letztlich auf gesetzlich gesicherte Füße zu stellen.


Im Land gibt es bislang eine Kindergruppe als Verein in Bad Malente und zwei Gruppen im Kreis Plön. Im Herzogtum Launeburg ist die Löschbande Vorreiter, denn etwas Vergleichbares gab es bislang nicht.


Ende 2012 waren 716 Mädchen und Jungen in den 34 Jugendwehren aktiv. Die Zahl lag etwas unter der des Vorjahres. Zehn Jugendwehren meldeten im vergangenen Jahr Mitgliedermangel.

jeb

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