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Lauenburg Klimanotstand im Kreis abgeblasen
Lokales Lauenburg Klimanotstand im Kreis abgeblasen
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19:19 14.06.2019
Frühe Ernte und Trockenheit: Der Klimawandel bedroht auch die Bauern in ihrer Existenz. Quelle: Lutz Roeßler
Ratzeburg

Der Kreis wird nicht den Klimanotstand ausrufen. Nach einer längeren Diskussion im Kreistag rangen sich auch die antragstellenden Grünen dazu durch, sich mit einer Verweisung des Themas in den Umwelt- und Klimaschutzausschuss anzufreunden. Allerdings wird es dort nicht um einen Klimanotstand gehen, sondern auf Anregung der CDU um einen erneuten Klimapakt.

Mit einer flammenden Rede hatte zuvor die Grünen-Abgeordnete Claudia Reinke aus Wentorf bei Hamburg das Thema in die Sitzung eingebracht. Es sei ihr „eine persönliche Ehre, zu dem Thema Klimanotstand sprechen zu dürfen“, sagte Reinke und schlug den großen Bogen über die Entwicklung des Weltklimas zu den Weltklima-Konferenzen.

Allerdings rannten die Grünen mit ihrem Antrag nicht die erhofften offenen Türen ein. Vor allem die Wortwahl und fehlende konkrete Ansätze sowie möglicherweise nicht bedachte Auswirkungen eines solchen Beschlusses sorgten für Kritik. „Wir sollten hier einfach mal verbal abrüsten“, forderte Henning Lüneburg (CDU) als einer der jüngsten Abgeordneten des Kreistages.

Auch wenn der Begriff Notstand nur symbolisch gemeint sei, so sei er doch historisch vorbelastet, warnte Lüneburg und forderte von den Grünen mehr Sensibilität für die deutsche Geschichte. Auch sehe er gerade keine Gefahr für die Demokratie, die die Ausrufung eines Notstandes auch nur annähernd rechtfertigen würde. Stattdessen solle über eine Fortschreibung des Klimapaktes diskutiert werden.

Bereits im Vorfeld hatte es von der FDP Kritik an der Begrifflichkeit gegeben. In der Sitzung legte für die Freien Demokraten nun Judith Gauck nach. Dass die Weltgemeinschaft vor einer globalen Herausforderung stehe, darin seien sich alle einig. Aber der Antrag der Grünen habe keineswegs nur Symbolcharakter, den „man durchaus mittragen könnte“, sondern weitreichende Folgen für den Kreis. Gleichzeitig ließe der Antrag keine revolutionären Vorschläge erkennen.

Am Beispiel der Kreisforsten wurde während der Sitzung deutlich, was eine Priorität für den Klimaschutz für dessen Bewirtschaftung bedeuten würde. So dürfte kein Totholz im Wald mehr der natürlichen Zersetzung überlassen werden, da bei dem Prozess Kohlendioxid freigesetzt werden würde. Stattdessen müssten Äste oder Kronen konsequent der thermischen Verwertung zugeführt werden und als Kaminholz oder Hackschnitzel verarbeitet und als nachwachsender Rohstoff verwertet werden.

Allerdings sind Totholz und Reisighaufen wichtige Lebensräume unter anderem für Insekten. Auch die derzeit nicht bewirtschafteten Teile der Kreisforsten müssten bei einer Ausrufung des von den Grünen geforderten Klimanotstandes und entsprechender Umsetzung wieder bewirtschaftet werden. Eine Herausforderung, vor der bereits Stadt Lübeck und die Stadt Mölln mit ihren Stadtwäldern stehen, wenn sie die dort beschlossenen Klimanotstände ernst nehmen würden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Meyer schlug in die gleiche Kerbe. Es sei deutlich, dass eine breite Mehrheit der Abgeordneten den Kreis zu einem klimaschützenden Kreis ausbauen wolle. Daher sollte man sich interfraktionell doch auf ein Konsenspapier einigen, was wir in Zukunft besser machen könnten.

Und genau diese Diskussion soll nun im Umweltausschuss stattfinden.

Holger Marohn

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