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Lauenburg Schüler demonstrieren auch in Ratzeburg und Mölln für Klimaschutz
Lokales Lauenburg Schüler demonstrieren auch in Ratzeburg und Mölln für Klimaschutz
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18:29 14.03.2019
Die Schülersprecherin der Lauenburgischen Gelehrtenschule, Lina Hansen, und ihr „Kollege“ von der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen, Robert Wlodarczyk, vor dem Rathaus in Ratzeburg. Hier soll am Freitag eine Kundgebung der Ratzeburger Schüler (ab 5. Klasse) stattfinden. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

 Der von der jungen Schwedin Greta Thunberg angestoßenen Aktion „Fridays for Future“, um auf einen drohenden globalen Klimakollaps hinzuweisen, schließen sich nun auch Schülerinnen und Schüler im Kreis Herzogtum Lauenburg an. In den Städten Ratzeburg und Mölln finden am Freitag, 15. März – der übrigens zum weltweiten Aktionstag auserkoren wurde –, Demonstrationszüge und anschließende Kundgebungen statt.

Hunderte Teilnehmer?

„Wir werden um 11 Uhr mitten in der vierten Unterrichtsstunde unsere Sachen einpacken und die Klasse verlassen“, erklären Lina Hansen, Schülersprecherin der Lauenburgischen Gelehrtenschule (LG), und ihr „Kollege“ Robert Wlodarczyk von der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen (GLS) in Ratzeburg. Anschließend geht es mit „hoffentlich mindestens 300 Teilnehmern“ zu Fuß von der jeweiligen Schule zum Rathaus.

Anstoß

Als sich die 16-jährige Greta Thunberg im August 2018 das erste Mal mit einem Schild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“) vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm platzierte, war kaum abzusehen, was für eine Reichweite ihr Protest haben würde. Heute handeln Tausende Schüler und Studenten nach ihrem Vorbild und fordern eine konsequentere Umsetzung des Klimaschutzes.

Die LG-Schüler werden dabei den Fußweg entlang der Bundesstraße bis zum Rathaus nutzen, für die GLS-Schüler gestattet die Polizei die Nutzung der halben Fahrbahn von Mechower Straße und Jägerberg.

Reden und Sprechgesänge

Auf der Sandfläche vor dem Rathaus – auf der gepflasterten Fläche findet wie üblich der Wochenmarkt statt – wollen die Ratzeburger Kinder und Jugendlichen gegen 11.45 Uhr eine offizielle Kundgebung mit einzelnen Redebeiträgen von Schülervertretern sowie Sprechgesängen abhalten, um auch die „erwachsene“ Öffentlichkeit auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

„Konsumverhalten verändern“

„Der Klimaschutz wird nun besonders die Angelegenheit meiner Generation sein. Wenn wir jetzt als Jugend nicht aufstehen und die Politik zu einem nachhaltigeren Handeln bewegen, ist es vielleicht bald zu spät. Schon heute sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Wir haben nun die Möglichkeit, als Jugend das nachzuholen, was die vorherigen Generationen verpasst haben. Dabei bedarf es auch eines Blickes auf uns selbst. Auch wir müssen bereit sein, unser Konsumverhalten im Sinne des Klimaschutzes zu verändern.“

Die Schüler haben die Demonstration ordnungsgemäß bei der Stadt, dem Kreis und der Polizei angemeldet. Auch Lehrer und Leiter der beiden Schulen wurden im Vorhinein informiert.

Fehlen gilt als unentschuldigt

Der Schulleiter der GLS, Henning Nitz, erklärte dazu auf LN-Anfrage: „Proteste für den Klimaschutz sind ein gutes Zeichen für das Engagement und die Bereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler, sich für unsere Lebensumwelt einzubringen“.

Allerdings bestehe „Anwesenheitspflicht im Unterricht, die einzuhalten ist. Ich hoffe sehr, dass wir alle zusammen einen Weg finden, die Schulpflicht mit den dann daran anzupassenden Zeiten des Protestes in Einklang zu bringen. Das Fehlen der Schülerinnen und Schüler gilt als unentschuldigt.“

Konsequenzen im Ermessen der Schule

Und Nitz’ Kollege von der LG, Thomas Engelbrecht, fügte hinzu: „Als Privatperson finde ich, ist es von der Sache her absolut legitim, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Ich freue mich auch, wenn die Schüler ein solches Bewusstsein entwickeln und artikulieren.“

Aber man müsse damit rechnen, dass es Konsequenzen habe, wenn die Schüler deswegen schwänzen. Welcher Art diese Konsequenzen sei, liege „im Ermessen der Schule“, so Engelbrecht. Auf jeden Fall handele es sich um unentschuldigtes Fehlen, das entsprechend dokumentiert werde.

„Zeigen, dass wir kämpfen wollen“

Dessen sind sich die jungen Leute natürlich bewusst. Lina Hansen: „Das ist ja auch ein Stück der Aktion, sich über Regeln hinwegzusetzen, um damit zu zeigen, dass uns der Klimaschutz ein wichtiges Thema ist, das uns existenziell betrifft. Wir wollen zeigen, dass wir da sind, dass wir laut sind, kämpfen wollen und können!“

Auch wenn bei Schülerinnen und Schülern naturgemäß jede Freistunde begrüßt und jede Gelegenheit dazu gerne angenommen wird, gibt es Skeptiker und Kritiker, die das Schwänzen, also das unentschuldigte Fehlen im Unterricht, ablehnen. „Erstaunlicherweise sind das eher die älteren Semester als die jüngeren Jahrgänge“, haben Lina Hansen und Robert Wlodarczyk festgestellt.

Größere Akzeptanz

Aufgerufen zu der Aktion sind alle Schulkids von der fünften Klasse an. Von den meisten Eltern gibt es diesbezüglich auch moralische Unterstützung. Und da selbst seitens der Politik – in der „hohen“ wie auch in der lokalen und regionalen – bereits viele Stimmen laut wurden, die den Einsatz der Jugendlichen für den Klimaschutz lobten, genießen die „Fridays for Future“-Demonstrationen mittlerweile eine größere Akzeptanz in der gesamten Gesellschaft.

Wo es ging, hatten die Schüler die Problematik bereits mit ihren Lehrkräften besprochen. Lina Hansen: „Bei uns steht das Thema Klima ohnehin in vielen Jahrgängen auf dem Lehrplan und ist Unterrichtsthema. Wir haben auch die einzelnen Klassensprecher über einen Schülerbrief vorab informiert.“

An der GLS, so Robert Wlodarczyk, habe man einen Brief an alle Lehrer geschrieben und darum gebeten, das Thema zumindest in einer Unterrichtsstunde anzugehen. Das sei auch seines Wissens überall umgesetzt worden.

Am Freitag berichten wir auf LN-Online live von den Schülerdemos in der Region

Joachim Strunk

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