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Lauenburg Krause verschweigt Geschäftsführer-Posten
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19:16 19.06.2014
Stefan Krause ist Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes und von mindestens vier anderen Gesellschaften. Quelle: Fotos: Timo Jann / Martin Stein
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Ratzeburg

Warum hat Stefan Krause, Geschäftsführer des Kreisverbands des Deutschen-Roten- Kreuzes (DRK) im Innenausschuss des Kreistages zu seinen Jobs nicht die ganze Wahrheit gesagt? Trotz Nachfrage der Politiker beharrte Krause am Montag darauf, neben seiner Aufgabe in Ratzeburg als Geschäftsführer des DRK sonst nur als Geschäftsführer der DRK-Verbände in Segeberg, Ostholstein und Lübeck tätig zu sein. Allerdings ist er laut DRK-Landesverband auch Geschäftsführer der „DRK-Rettungsdienst Management Schleswig-Holstein GmbH“. Dazu schwieg er. „Das zähle ich mit zu meinem Segeberger Engagement“, erklärte Krause dazu am Mittwoch auf Nachfrage.

CDU-Politikerin Jacqueline Büttner hatte im Innenausschuss nachgefragt, was Krause neben seiner im Plan mit 0,7 ausgewiesenen Stelle in Ratzeburg, die er 2013 angetreten hat, noch arbeiten würde. Krause berichtete von seinen Tätigkeiten in Ostholstein, Lübeck und Segeberg und brachte damit Manfried Liedke (Linke) in Rage. „Das ist doch der Punkt, den wir nicht wollten. Hier bei uns ist so eine große Baustelle, da sind doch 100 Prozent gefragt“, sagte Liedtke. Er spielte auf die finanziellen Ungereimtheiten im Kreisverband an, die 2012 die geschäftliche Beziehung zum Kreis massiv belastet hatten.

„Die Aufgabe eines Geschäftsführers ist sicher ein Vollzeitjob, da frage ich mich, wie das funktioniert“, sagte CDU-Politiker Frank-Detlef Meixner. Krause erschien es wohl besser, seinen fünften Geschäftsführer-Job nicht zu erwähnen. Ihm sei, weil er nicht tarifgebunden sei, keine Stundenzahl für die Arbeit vorgegeben, berichtete er im Ausschuss. Krause am Mittwoch: „Die 0,7-Stelle für Ratzeburg ist doch politisch abgestimmt.“

Die Kreisverwaltung hat allerdings nach den neuen Informationen bereits Reaktionen angekündigt. „Ich bin verwundert darüber, dass Herr Krause in der Innenausschuss-Sitzung trotz Nachfrage kein Wort hierzu gesagt und sich vielmehr darauf beschränkt hat, als Geschäftsführer für den Rettungsdienst der DRK-Kreisverbände Segeberg, Ostholstein und Lübeck tätig zu sein. Hinsichtlich dieses Widerspruches werden wir den DRK-Kreisverband kurzfristig, auch vor dem Hintergrund unserer Gremienbeschlüsse, um eine Stellungnahme bitten“, sagte Landrat Gerd Krämer.

Die „DRK-Rettungsdienst Management Schleswig-Holstein GmbH“ wurde gegründet, um, wie es der Landesverband nennt, „landesweit eine Sprache zu sprechen“. Denn außer im Kreis Herzogtum Lauenburg ist das Deutsche-Rote-Kreuz in den Regionen Schleswig-Flensburg, Segeberg und Ostholstein im Rettungsdienst aktiv. Durch die Gesellschaft sollen Standards besser umgesetzt und zentral Verhandlungen mit kommunalen Spitzenverbänden und Krankenkassen geführt werden. „Zu den Aufgaben der Gesellschaft gehört auch, an der Optimierung von Qualitätsmanagement, Ausbildung und Beschaffung im DRK-Rettungsdienst mitzuwirken“, heißt es im Jahresbericht des Landesverbandes. Vor dem Hintergrund der unzureichenden Fortbildung der DRK-Mitarbeiter im Lauenburgischen, die im Ausschuss ebenfalls zur Sprache kamen, eine Aufgabe, der sich Krause doppelt widmen kann.

„Wenn Herr Krause tatsächlich fünf statt der uns gegenüber genanten vier Geschäftsführer-Positionen bekleidet, dann haben wir da sicher noch Gesprächsbedarf“, sagte am Mittwoch der Vorsitzende des Innenausschusses, Norbert Brackmann (CDU). Denn der Ausschuss hatte während der Auseinandersetzungen mit dem DRK klare Dinge formuliert. So wurde am 7. Januar 2013 beschlossen, dem vom DRK gefundenen Geschäftsführer auf Basis einer Erklärung des DRK zuzustimmen. In dem Beschluss heißt es, der künftige Geschäftsführer werde „seinen Dienstsitz in Ratzeburg haben und für zwei Jahre ausschließlich Aufgaben des DRK-Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg wahrnehmen“. Am 1. Oktober 2012 hatte das Gremium beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem DRK nur bei völliger Transparenz und wenn Mitarbeiter in leitenden Funktionen nicht auch in anderen Gliederungen arbeiten, fortzusetzen.

Wenn Herr Krause tatsächlich fünf statt vier Geschäftsführer- Positionen bekleidet, dann haben wir noch Gesprächsbedarf.“Norbert Brackmann (CDU)

Timo Jann

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