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Lauenburg Künstlerin Sabine Stecker erklärt ihre Bilder
Lokales Lauenburg Künstlerin Sabine Stecker erklärt ihre Bilder
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12:26 20.03.2019
Borstorfer Kunstgespräch mit Moderator Hans Kuretzky und der Künstlerin Sabine Stecker.
Borstorfer Kunstgespräch mit Moderator Hans Kuretzky und der Künstlerin Sabine Stecker. Quelle: Thomas Biller
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Borstorf

Welche Bedeutung hat abstrakte Malerei für Betrachter, welche für die Schaffenden? Die Künstlerin Sabine Stecker gab beim jüngsten Kunstgespräch einen Einblick in die Entstehung ihrer Bilder und die Bedeutung von Abstraktionen.

Unter dem Dach der Stiftung Herzogtum Lauenburg veranstalten Hans und Heidrun Kuretzky in Borstorf mehrmals im Jahr die „Kunstgespräche“. Mit der Malerin Sabine Stecker gelang der Versuch, sich dem Begriff „Abstraktion“ in der Kunst zu nähern. Steckers Bilder sind bunt, einzelne Linien sind zu erkennen, Flächen, die frei von geometrischen Vorgaben sind. Die Erläuterungen der Künstlerin zu ihren Bildern verstecken sich nicht hinter akademischen Analysen.

Schon Kinder experimentieren

„Das Bild hier gefällt mir gar nicht“, sagt Stecker, während Moderator Hans Kuretzky eine Diaschau der aktuellen Ausstellung Steckers in Hamburg-Harburg zeigt. „Da gehe ich nach der Ausstellung noch einmal ran und nehme dem Orange die Intensität“, weiß die Künstlerin. Sabine Stecker hat das Malen ihrer Mutter erlebt und bereits mit 14 Jahren selbst mit dem Abstrahieren begonnen. „Kinder experimentieren mit Farben, schaffen mit ihnen und dem Kombinieren von Flächen ein Bild, mit dem sie zufrieden sind“, sagt Stecker, die viele Jahre als Lehrerin – „nie als Kunstlehrerin“ – gearbeitet hat, bevor sie sich entschloss, in Hamburg Kunst zu studieren.

„Abstraktion ist die Reduzierung“

Seit gut sechs Jahren hat sie sich ganz der Malerei verschrieben. „Abstraktion ist die Reduzierung auf das Wesentliche, auf immer weniger, sodass nur Wesentliches bleibt, also entsteht eigentlich ein gegenständliches Bild. Die Abstraktion fängt für mich da an, wo ich gar nichts mehr erkennen will“, beschreibt die Künstlerin den Gästen des Kunstgesprächs ihren Antrieb. Den Betrachtern ihrer Bilder „hilft“ die Malerin auch nicht mit Titeln zu ihren Werken; diese sind einfach durchnummeriert. Aus den Ölbildern, die sie überwiegend mit dem Spachtel statt eines Pinsels kreiert, kopiert sie Details, die dann wiederum Grundlage für ein neues Bild werden. „Durch die Vergrößerung entsteht ein anderer Charakter des Bildes“, sagt Stecker, die dann von „Mutter- und Tochterbildern“ spricht. Mit den Bildern und den Worten Sabine Steckers macht die Annäherung – und so war es auch in diesem Borstorfer Kunstgespräch – an Abstraktion in der Malerei unvoreingenommene Freude.

Thomas Biller