Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Kultursommer am Kanal zeigt sich 2020 so digital wie nie zuvor
Lokales Lauenburg Kultursommer am Kanal zeigt sich 2020 so digital wie nie zuvor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:36 06.06.2020
Hanne Lauch schickt „Kanus zwischen Wasser und Himmel“ auf Wanderschaft. Quelle: Antje Berodt
Anzeige
Mölln

Der Kultursommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg musste wegen der Coronakrise kurzfristig völlig neu aufgelegt werden – und spielt sich nun zu einem wesentlichen Teil „in den Wolken“ ab: in der Cloud.

Intendant Frank Düwel und Managerin Farina Klose haben dafür mit den regionalen Kunstschaffenden ein duales System aus Online- und Offline-Angeboten auf die Beine gestellt, das die künstlerische Energie der Region neuen wie traditionellen Publikumsschichten nahe bringen will. Alles genießen kann man ab jetzt im Grünen und am Bildschirm zu Hause.

Anzeige

Mit der Konzeption des aktuellen Programms suchten die Organisatoren nicht nur eine realisierbare Lösung, sie hoffen auch auf einen künftigen Mehrwert. Denn: Ein guter Teil der Neuerungen, zum Beispiel die Einrichtung eines Studios im Schwarzenbeker Jugendzentrum und webgeeignete Präsentationsformen, sollen auch nach 2020 bleiben.

Zeitgemäße Kulturvermittlung

Frank Düwel und sein Team sehen darin „zusätzliche Chancen für eine zeitgemäße Kulturvermittlung und eine Investition in die Zukunft des Kultursommers“. Somit wird am Besuch der Website www.kultursommer-am-kanal.de also kein Festivalfan vorbeikommen, auch wenn er viele Stationen unter freiem Himmel aufsuchen kann.

Die neu strukturierte Website und die erste Veranstaltungswoche vom 7. bis 12. Juni zeigen, was der Kultursommer online und offline hergibt. Auf der digitalen Veranstaltungsplattform erfasst eine interaktive Landkarte alle zu Fuß oder per Fahrrad erreichbaren Schauplätze „am Wegesrand“ mit Kunst, Ateliers und Konzerten.

Sehen Sie hier eine Auswahl der Kunst, die sich in diesem Jahr beim Kultursommer präsentiert.

In der „Mediathek“ sind täglich neue Video- und Audiobeiträge abrufbar – vom Auftakt in Büchen über künstlerische Szenen mit Musik und Literatur bis zum Opern-Lieferservice Operando. Sämtliche Angebote sind inklusive Beschreibungen unter „Termine“ abzurufen. Auf der Online-Bühne lassen sich die ersten Akteure per Mausklick in Video- oder Audio-Aktion versetzen.

Am Dienstag geht es um Literatur (Fabian Navarro und HannaH Rau), am Kinder-Mittwoch grüßt die Schiffsratte Konzilius (Anna Malten). Am Donnerstag steht der erste „Soundwalk“ (Peter Köhler und Benjamin Lütke) auf dem Programm – ein experimenteller Klangspaziergang regionaler Musiker durch ihre Umgebung. Und am Sonntag und Freitag reichen junge Künstler von „Beat’n’Dance“ dem Publikum Kostproben von „Young Sound of Europe“.

Das Programm: online und offline

Hier die Programmpunkte vom 7. bis 12. Juni 2020:

Täglich ganztags

Fredeburg, Am Wildgehege 5: „Allee der Kachelofenbäume“ – Landart-Ausstellung von Heidrun und Hans Kuretzky (Pflanzung mit Keramiken und kalligraphischen Texten) sowie

Borstorf, Burgstraße: „Kapital Ver Dichtung“ – Landart-Ausstellung von Heidrun und Hans Kuretzky (Stelen, Objekte, Kalligraphien, Zeichnungen)

Horst, Am Wall 21, Hof Kranichmoor: Garten mit künstlerischen Arbeiten von Adelheid Sievers, Käthe Roch und Wilhelm Körner (Malerei, Skulpturen, Installationen)

Möhnsen, Sachsenwaldstraße 66: Zwei Holzskulpturen am Wegesrand von Søren Engel (Bildhauerei)

Am Fahrradweg zwischen Kronsforde und Krummesse: „Fisch im Kopf“ – Skulptur am Wegesrand von Rainer Wiedemann 10.00-17.00 Uhr, Ratzeburg, Schrangenstraße 3, St.-Petri-Kirche: „Animae“ – Installation von Anja Caroline Franksen zum Thema Europa

Einzelne Programmpunkte

Sonntag, 7. Juni:Auftakt zum Kultursommer in Büchen, 11 bis 17 Uhr beim Lösch- und Ladeplatz am Elbe-Lübeck-Kanal: Premiere „Kanus zwischen Wasser und Himmel“ – Installation von Hanne Lauch – dazu online: Videobeiträge zum auf 2021 verschobenen Büchen-Projekt „Deine Straße vor 30 Jahren“ von Hanne Lauch – Teilnehmer: Dr. Heinz Bohlmann (Gemeinde Büchen), Frank Düwel (Kultursommer), Silke Jentzsch (Lehrerin der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule Büchen) und Hanne Lauch (Künstlerin),

Gut Wotersen, 10 bis 18 Uhr, vor dem Atelierhaus 12: Gefäßunikate aus Porzellan von Roswitha Winde-Pauls

Koberg, 11 bis 17 Uhr, Koberg, Am Knüll 2: „Der Weg zur Linie“ – Ausstellung von Heike Landherr (Bronzeskulpturen) und Klaus Malyska (Ölmalerei)

Roseburg, 11 bis 18 Uhr, Mühlenweg 24: Kunst-Entdeckungen bei der Galerie Ma(h)lwerk – mit Arbeiten von Margret Harms, Birgit Waller, Inga Sawade und Peter Pintatis (Bilder, Skulpturen, Figuren, Waldlabyrinth, Liebespfad u. a.)

Klein Zecher, 12 bis 18 Uhr, Am Müllerweg 1 (Alte Schule): „Weg der Besinnung“ – Atelier am Wegesrand mit Arbeiten von Antje Ladiges-Specht und Annett Kallweit (Zen-Malerei, Kleidung, Schmuck, Skulpturen)

Berkenthin, 13 bis 17 Uhr, Drosselweg 29: Ein Garten wird zur Galerie – Ausstellung mit Arbeiten von Ilona Kelling (Malerei, Collagen), Bruni Jürss (Malerei), Eva Maria Noack (Textildesign) und Sven Offenbächer (Bildhauerei) online: Videobeitrag von „Beat `n` Dance“ (Jugendzentrum Korona, Schwarzenbek)

Dienstag, 9. Juni online: Literatur von Fabian Navarro (Poetry Slammer, Autor) online: Literatur von HannaH Rau (WortWerft Lübeck)

Mittwoch, 10. Juni online: Kindermittwoch mit „Gruß von Konzilius“ – Videobeitrag von Märchenerzählerin Anna Malten

Donnerstag, 11. Juni online:„Soundwalk“ von Peter Köhler (Cello) und Benjamin Lütke (Percussion) vom Elbufer zwischen Schnakenbek und Lauenburg

Freitag, 12. Juni online: Videobeiträge von „Beat’n’Dance“ (Jugendzentrum Korona, Schwarzenbek)

Live-Installation zur Eröffnung

Die Eröffnung des KulturSommers 2020 soll aber auch leibhaftig wahrnehmbar sein. Dafür sorgt ein Tableau der bildenden Künste. Fröhliches Highlight zum Auftakt am 7. Juni: die Installation „Kanus zwischen Wasser und Himmel“ – eine amüsante Anspielung auf das diesmal ausgesetzte Kanu-Wander-Theater.

Das Projekt von Hanne Lauch feiert am Elbe-Lübeck-Kanal in Büchen Premiere und will später auch in Geesthacht, Ratzeburg und andernorts überraschen. Die Kanus werden quasi über Land pilgern, begleitet von Lauchs Skulptur „Wolkenspiegel“ aus Alltagsgegenständen. Im Umland freuen sich 13 weitere Kunstschaffende darauf, dass ihre Arbeiten in Roseburg, auf Gut Wotersen, Koberg, Berkenthin und Klein Zecher entdeckt werden – überwiegend im Freien.

Vier Ausstellungen im Nordkreis werden eröffnet, dazu zwei Stationen mit Kunst am Wegesrand. Alle sind während des gesamten Festivals zu besichtigen. Acht Künstler zeigen in Fredeburg, Borstorf, Horst, Ratzeburg, Krummesse und Möhnsen, dass Kunst sich in der Landschaft genauso aufgehoben fühlt wie im sakralen Raum.

Zwei besondere Kunst-Wege

Auf einer zündenden Idee und nachhaltigem Wachstum beruht die „Allee der Kachelofen-Bäume“ in Fredeburg – ein Projekt von Heidrun und Hans Kuretzky, die vor 18 Jahren 50 Kachelofen-Kunden zu Baumspenden angeregt hatten. Das Künstlerpaar pflanzte mit den Laub- und Obstgehölzen eine Allee, die jetzt den Weg markiert. Zu jedem Baum gesellt sich eine Stelle mit Keramik und Kalligraphien, deren Inschriften beim Erwandern der Allee einen durchgehenden Text ergeben.

In Borstorf richtet das Paar einen zweiten Kunstweg („Kapital der Dichtung“) ein. Anja Caroline Franksen beseelt mit „Animae“ die Ratzeburger St.-Petri-Kirche. In ihrer „metaphorischen Installation aus Stacheldraht, Federn und StellvertreterInnen“ fragt sie auf emotionale Art nach Seele und Geist Europas. Sie sucht, was verbindet und spaltet, tröstet und tötet.

Auf dem Hof Kranichmoor in Horst sind Zaungäste willkommen. Adelheid Sievers, Käthe Roch und Wilhelm Körner haben ihre Bilder, Skulpturen und Installationen im Garten verteilt, wo sie von der Straße aus gut zu sehen sind.

Von LN