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Lauenburg Wolfsattacke auf Schafherde in Geesthacht? Experten rätseln
Lokales Lauenburg Wolfsattacke auf Schafherde in Geesthacht? Experten rätseln
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16:18 12.11.2019
Hat in Geesthacht ein Wolf eine Schafherde attackiert? Das ist derzeit noch unklar. Quelle: Timo Jann
Geesthacht

Treibt sich in Geesthacht jetzt ein Wolf herum? Aus dem Bereich Besenhorst, Escheburg und Hans-Mayer-Siedlung häufen sich auffällige Beobachtungen. So stellte ein Schäfer am Dienstagmorgen auf einer Wiese am Bauernvoigtsweg fest, dass seine Herde ausgebrochen war. Drei Tiere wurden tot aus einem Graben geborgen. Möglicherweise hatte ein Wolf die Herde in Aufruhr versetzt. Das soll jetzt durch Untersuchungen im Landeslabor geklärt werden. Ein Pferdebesitzer meldete zwei junge Pferde, die er völlig verängstigt in einer Ecke der Koppel stehend vorgefunden hatte.

„Gerade im Kreis Herzogtum Lauenburg wird es immer wieder Wölfe geben“

"Wir konnten bei einer Überprüfung der toten Schafe keine Bissverletzungen feststellen, sodass es schwierig ist, einen Nachweis über den Verursacher zu führen", erklärte Jens Matzen, der Koordinator der des Wolfsinformationszentrums des Landes. Zuletzt hatte es im April mehrere Fälle im nördlichen Kreisgebiet gegeben, bei denen nachweislich ein Wolf zahlreiche Schafe und Lämmer, unter anderem in Duvensee und Klinkrade, gerissen hatte. Die Untersuchungen der Kadaver im Landeslabor belegten, dass es sich um einen durch die Gegend streifenden Wolf handelte. Kurz darauf wurde ein Wolf auf der Autobahn 1 überfahren. Es war der siebte tote Wolf seit 2007 in Schleswig-Holstein – alle Tiere starben im Straßenverkehr.

„Gerade im Kreis Herzogtum Lauenburg wird es immer wieder Wölfe geben“, erklärte Matzen. „Alle Wölfe, die Richtung Norden ziehen, müssen den Kreis ja durchqueren“, sagt er. Neben den Kreisen Segeberg, Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen gilt das Herzogtum als Wolfspräventionsgebiet. Tierhalter können hier Fördermittel beantragen, um den Schutz ihrer Tiere gegen Wolfsattacken zu verbessern.

Halter schweigt – und will abwarten

Der Halter der am Bauernvoigtsweg betroffenen Schafherde, ein Schäfer aus den Vierlanden, möchte sich aktuell nicht zu dem Vorfall äußern. Er will erst weitere Untersuchungsergebnisse abwarten. „Das wird wie gewohnt einige Wochen dauern“, berichtet Matzen. Bei den früheren Fällen im Norden des Kreises hatte es neben der DNA eines Wolfes schon sofort eindeutige Bissverletzungen an den getöteten Schafen gegeben. Das ist diesmal offenbar nicht der Fall.

Nach einem Wolfsangriff auf Schafen in Duvensee entnimmt ein Wolfsbetreuer proben an einem gerissenen Schaf. Möglicherweise gab es jetzt auch in Geesthacht eine Wolfsattacke auf Schafe. Quelle: Timo Jann

Zwischen der Hans-Mayer-Siedlung, den Häusern in Besenhorst und dem Ortsrand von Escheburg leben zahlreiche Tiere, neben durchziehenden Schafherden vor allem auch viele Hühner, Pferde, Rinder mit Kälbern, kleine Schafherden und Ziegen. Einen nennenswerten Schutz vor Wölfen bieten die bisher installierten Zäune nicht. Sollte sich der Verdacht eines Wolfs in der Gegend bestätigen, dürfe dort dringender Handlungsbedarf bestehen.

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Von Timo Jann

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