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14:57 11.01.2019
Schipperhöge der Schifferbrüderschaft von 1635 mit Umzug der Lustigen Person in Lauenburg. Quelle: TIMO JANN
Lauenburg

Festlicher Fahnenschmuck in Lauenburg: Die Schifferbrüderschaft von 1635 feiert seit Freitag ihre traditionelle Schipperhöge. Während Frank Fischer im Kostüm der Lustigen Person – begleitet von einer Heerschar an Kindern – durch die Stadt zog und die Neujahrsgrüße der Brüderschaft an die Mitglieder überbrachte, kam Helge Lohfink, der Erste Ältermann der Brüderschaft, mit einem Teil des Vorstands zusammen, um die Beiträge der Mitglieder entgegenzunehmen. Vor geöffneter Lade und nach genau festgelegtem Ritual.

Im Schweinsledernen Buch sind die Regeln der Schifferbrüderschaft genau vermerkt. Quelle: TIMO JANN

„Wir haben aktuell 130 Mitglieder, von denen knapp 100 zahlen“, berichtete Andreas Panz, der Schriftführer der zur Zeit der grassierenden Pest gegründeten Brüderschaft. Noch heute gilt: Stirbt ein Schifferbruder, tragen ihn die anderen zu Grabe. „Sechs Mitglieder tragen den Sarg, wobei ich sogar einmal eine Urne zu Grabe tragen durfte“, berichtet Lohfink. Nachdem Jürgen Batzlaff, der ihn damals in die Brüderschaft eingeführt hatte, verstorben war, durfte der Erste Ältermann dessen Urne tragen. Was die Kinder mit dem Umzug der Lustigen Person feiern, hat also nach wie vor einen ernsten Hintergrund – wie seit der Gründung vor fast 400 Jahren.

Schipperhöge der Schifferbrüderschaft von 1635 mit Umzug der Lustigen Person und den Clowns, die sie begleiten, in Lauenburg. Quelle: TIMO JANN

Ihre Tradition wollen die Schifferbrüder auch bewahren. Und da sind sie glücklich, kein eingetragener Verein zu sein. Denn Männervereine haben derzeit ein Problem: Die Finanzämter drohen, ihnen die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, sollten sie nicht auch Frauen aufnehmen. „Wir sind und bleiben ein Zusammenschluss von Männern“, macht Panz deutlich. „Unsere Regeln wurden im Schweinsledernen Buch aufgeschrieben, daran halten wir uns bis heute und daran wollen wir auch nicht rütteln“, sagt Lohfink. Eine Regel besagt, dass nur Männer der Brüderschaft beitreten können. Frauen dürfen seit einem Beschluss 2003 immerhin an der Versammlung teilnehmen. Damals war Bettina Kalytta die Leiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes geworden und dann stets zu Gast bei den Schifferbrüdern.

„Wir wollen unsere Tradition bewahren, es geht in dieser hektischen Zeit doch schon genug verloren“, erklärt Lohfink. Er hatte sogar einen Termin bei der Unesco und dort die fast 400-jährige Tradition präsentiert. „Wir sind kein eingetragener Verein und finanzieren uns selbst, da ist das, was das Finanzamt sich vorstellt, für uns kein Thema“, ist der Erste Ältermann erleichtert. „Es ist schön, dass wir an der Geschichte festhalten“, sagte Schifferbruder Axel Eschke, als er zum Einzahlen seines Beitrags kam. „Vereine haben mittlerweile oftmals das Problem, Posten nicht besetzen zu können. das ist bei uns kein Thema, in der Brüderschaft lebt der Geist des gegenseitigen Helfens“, so Panz.

Axel Eschke zahlte vor den Augen von Helge Lohfink, Erster Ältermann, bei Detlef Freidank und Andreas Schmidt (von rechts) seinen Beitrag ein. Quelle: TIMO JANN

„Die Stimmung ist gut“, berichtete Fischer während seines ersten Umzugs am Freitag bei einem kurzen Zwischenstopp im Fürstengarten. Bei den Mitgliedern, die er besuchte, staubte er für die Kinder Süßigkeiten ab, die er dann unter lautem Gejohle in die Menge warf. Kinder aus der Weingartenschule und aus den Kindergärten begleiteten ihn. Clowns mit „Gehorsamshölzern“ und Polizisten sorgten für Ordnung. „Ich würde mich freuen, wenn auch am Sonnabend möglichst viele Kinder dabei sind, wenn ich die Überbringung der Neujahrsgrüße fortsetze“, sagte Fischer. Los geht es am Sonnabend um 8.45 Uhr am Weingarten. Der Weg führt dann über Schüsselteich, Reeperbahn, Büchener Weg, Berliner Straße, Talweg, Hinter der Münze, Maxgrund, Hafenstraße und Mühlenberg zur Berliner Straße. Am Mosaik beginnt um 14.30 Uhr der große Festumzug durch die Stadt, anschließend ist Kindertanz auf dem Saal.

Timo Jann

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