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19:33 21.08.2019
Pro familia: Anlaufstelle in schwierigen Fragen. Quelle: KEYSTONE
Geesthacht

Mit einem Aktionstag am heutigen Donnerstag wollen die freien Träger der Schwangerschafts(konflikt)-beratungsstellen, AWO, Der Paritätische, pro familia Schleswig-Holstein, ihrer Forderung nach einer angemessenen Bezahlung der Fachkräfte in den Beratungsstellen Gehör verschaffen.

„2018 haben wir mit unserem vielfältigen Angebot 1539 Menschen erreicht, sie bei Fragen und Anliegen unterstützt und ihnen in schwierigen Lebenssituationen geholfen“, berichtet Brigitta Marks, Leiterin der Beratungsstelle. „Unser Beratungskonzept basiert auf dem Selbstbestimmungsrecht aller Menschen, auf Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, Ergebnisoffenheit und Respekt.“

„Mit unserem Beratungsangebot rund um Familienplanung, Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikt erfüllen wir eine gesetzliche Aufgabe. Sie stellt enorme Ansprüche an Beraterinnen, so dass eine angemessene Bezahlung dringend geboten ist“, betont Brigitta Marks, Leiterin der pro familia-Beratungsstelle in Geesthacht. Doch das Finanz- und das Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein hätten die Forderung der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holstein e.V. nach einer höheren Eingruppierung der Beratungskräfte abgelehnt. Darüber sei man in den Beratungsstellen empört.

„Die Arbeit unserer Beratungsstellen ist eine gesetzliche Pflichtleistung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG). Sie wird vom Land zu 80 Prozent gefördert“, erklärt Reiner Johannsen, Geschäftsführer von pro familia Schleswig-Holstein. Die Förderung werde aus einer Pauschale, der eine Eingruppierung nach TV-L EG 9 zugrundeliege, errechnet. Dies sei im Hinblick auf die Arbeit in den Beratungsstellen unangemessen – vor allem im Verhältnis mit anderen vergleichbaren Tätigkeiten. Als Besipiel nennt er Frauenberatung oder Beratung nach dem Teilhabegesetz.

Im Rahmen der Beratungen würden schließlich hochkomplexe Problemstellungen bearbeitet, was hohe Anforderungen an die Berater stellte. „Dies wurde in einem Rechtsgutachten bestätigt“, so Johannsen. Außerdem sei die Berechnung der Pauschale auf Grundlage der Personalkostentabelle des Landes Schleswig-Holstein unzureichend. Denn die Entwicklung dieser Tabelle und die Tarifentwicklung klafften stark auseinander. Die Personalkostentabelle liege immer erst verspätet vor, so werde die Förderung zunehmend von der Tarifentwicklung abgekoppelt. „Wir fordern daher, dass als Grundlage für die Errechnung der Erstattungspauschale mindestens der Wert für TV-L EG 10 der Personalkostentabelle zugrunde gelegt wird. Ein Blick auf andere Bundesländer zeige, dass dort bereits Anpassungen in der Eingruppierung vorgenommen wurden, um eine angemessene Bezahlung für diese anspruchsvolle Tätigkeit sicherzustellen.“

Seit Februar ist das Team zentral und in größeren Räumlichkeiten in der Schillerstr. 2-4 für Ratsuchende da.

Nach wie vor wird die Paar- und Sexualberatung am meisten nachgefragt. In den fast 450 Beratungen ging es neben Problemen in der Beziehung auch um die Bewältigung schwieriger Lebenssituationen. Ein neues Angebot ist die Mediation bei Trennung, Scheidung und Konflikten in der Familie. Dieses außergerichtliche Verfahren hat zum Ziel, mit Unterstützung der Mediator*in eigenverantwortlich und selbstbestimmt eine für beide Seiten faire und tragfähige Lösung zu finden. Zum Kernangebot der Beratungsstelle gehört die Beratung werdender Eltern zu Schwangerschaft und Geburt, gesetzlichen Regelungen, wie Elterngeld, Elternzeit, Kindergeld, und finanzieller Unterstützung, z.B. aus der Bundesstiftung Mutter und Kind. „Einen sehr niedrigschwelligen Zugang zu unserem Beratungsangebot finden Eltern im Rahmen der „Offenen Räume für Familien“, ein Projekt der „Frühe Hilfen für Familien“, gefördert aus den Landesmitteln „Schutzengel vor Ort“. Einmal wöchentlich können sich Eltern mit ihren Kindern bei einem gemeinsamen Frühstück, begleitet von einer Sozialpädagogin, austauschen. Beraterinnen von pro familia kommen alle zwei Monate dazu, um bei spezifischem Gesprächsbedarf direkt vor Ort zu sein“, erklärt Marks. „Verhütung, die durch Elternschaft veränderte Paarsituation und Sexualität sowie sozialrechtliche Aspekte der Elternschaft und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind hier die am häufigsten angesprochenen Themen.“

Im Bereich der Schwangerschaftskonfliktberatung fanden 2018 über 100 Gespräche statt. pro familia weist darauf hin: Jede Frau hat das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung und Zugang zu sicheren und verträglichen Verhütungsmitteln. „Wir begrüßen sehr, dass nun auch der Kreis Herzogtum Lauenburg Menschen, die staatliche Leistungen erhalten, die Kostenübernahme für das Verhütungsmittel ihrer Wahl ermöglicht. Verhütung darf nicht am Geld scheitern“, betont Marks. Einen Antrag auf Kostenübernahme nehmen außer pro familia Geesthacht die Schwangeren-beratungsstellen des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg entgegen.

Auch der zweite große Arbeitsbereich, die Sexualpädagogik, findet kreisweit großes Interesse. Mit verschiedenen Angeboten zur sexuellen Bildung, wie Schulprojekte, Elternabende, Veranstaltungen, Fortbildungen, wurden 1.114 Jugendliche, Auszubildende, Eltern und pädagogische Fachkräfte erreicht. Als besondere Projekte bietet pro familia an: „Ziggy zeigt Zähne“ - ein Präventionsangebot gegen sexuelle Gewalt für Kinder im Grundschulalter, deren Eltern und Lehrkräfte, Info-Rally, Schulkinowoche, „Eltern auf Probe“ - ein Präventionsprojekt mit Babypuppen, die das Leben mit Babys simulieren. „Neben den bereits guten Kontakten zu Schulen und anderen Bildungsträgern des Kreises werden wir zunehmend auch von Kindertagesstätten für Elternabende zum Thema Sexuelle Entwicklung angefragt. Diesen Bereich möchten wir in Zukunft ausbauen“, sagt Marks.

 

 

www.profamilia.de/geesthacht pro familia Geesthacht , Schillerstr. 2-4, Tel. 0 41 52 - 7 29 24 Telefonische Anmeldung: Mo - Fr 08.00 – 10.00 Uhr und Mo + Do 14.00 – 16.00 Uhr geesthacht@profamilia.de - www.profamilia.de/geesthacht

Von Florian Grombein

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