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Lauenburg Fazit zum letzten Kandidatenduell vor der Stichwahl
Lokales Lauenburg Fazit zum letzten Kandidatenduell vor der Stichwahl
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15:02 28.03.2019
Zum letzten gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten-Duell trafen sich Manfred Börner (SPD, l.) und Gunnar Koech (parteilos) im Haupthaus der Lübecker Nachrichten in Lübeck. Lokalchef Hanno Hannes (2. v. r.) stellte die Fragen, LN-Redakteur Florian Grombein (r.) sorgte für die Technik des Live-Streams bei Facebook. Quelle: Joachim Strunk
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Lübeck/Ratzeburg

 LN-Redakteur Florian Grombein warb in der Anmoderation des live im Internet bei Facebook übertragenen – „gestreamten“ – Rededuells ausdrücklich um Sachlichkeit. Denn insbesondere auf der Facebook-Plattform hatte sich die Diskussion um die „richtigen“ Kandidaten für Ratzeburg in den vergangenen Wochen extrem hochgeschaukelt.

Streitgespräch auf Facebook

Das Streitgespräch zwischen den beiden verbleibenden Kandidaten für das Ratzeburger Bürgermeisteramt, Manfred Börner und Gunnar Koech, können Sie unter der Internet-Adresse www.facebook.com/LauenburgischeNachrichten nachverfolgen.

Die Stichwahl findet am Sonntag, 31. März, wie gewohnt zwischen 8 und 18 Uhr in den bekannten Wahllokalen statt. Die Ergebnisse der Wahl werden erneut im Ratssaal des Rathauses bekannt gegeben. Mit ersten Meldungen ist gegen 18.30 Uhr zu rechnen. Die Veranstaltung im Rathaus ist öffentlich.

Bei den beiden verbliebenen Spitzenkandidaten – Gunnar Koech, der im ersten Wahlgang über 48 Prozent der Stimmen für sich gewinnen konnte, und Manfred Börner, der als Zweitplatzierter von vormals fünf Bewerbern 32 Prozent erzielte – stieß Grombein dabei auf offene Ohren. Beide hielten sich an die Vorgaben – wenngleich zwischen den Zeilen immer wieder kleine Spitzen gegen den Konkurrenten herauszuhören waren.

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Etwas sterile Studio-Atmosphäre im Haupthaus der LN in Lübeck: Links die Kandidaten Manfred Börner (l.) und Gunnar Koech, rechts Moderator und Möllner Lokalchef Hanno Hannes. Quelle: Joachim Strunk

Sonderlich nervös waren beide Kandidaten nicht, allenfalls, so Koech, gebe es „eine gewisse Grundspannung“. Ansonsten habe man sich in den vergangenen Wochen an die Wahlkampfsituation gewöhnt. Beide strahlten Zuversicht aus, die Stichwahl am Sonntag, 31. März, zu gewinnen.

Nicht nervös, aber zuversichtlich für den Wahlausgang am Sonntag: Manfred Börner und Gunnar Koech (r.). Quelle: Joachim Strunk

Für beide ist auch die neue Art, Wahlkampf zu führen – vor allem im Internet und über die sozialen Medien – neu und gewöhnungsbedürftig. „Deutlich spannender und umfangreicher“ beschrieb Koech die Kampagne.

Manfred Börner ist ein erfahrener Verwaltungsmensch und wird im April 61 Jahre alt. Quelle: Joachim Strunk

Auf die nahe liegende Frage nach Populismus im eigenen Wahlkampf – wie es derzeit immer mehr zum Trend wird in der Politik –, sagte Börner, dass sein Stil von Sachlichkeit geprägt sei. Er wolle keine Show, „das mache ich nicht, ich stehe bei mir selber“.

Gunnar Koech (52) tritt nach 2007 bereits zum zweiten Mal für das Bürgermeisteramt an. Quelle: Joachim Strunk

Koech betonte: „Mein Wahlkampf ist in keinster Weise populistisch“. Er wolle nur bestimmte Themen mit Bildern oder Aktionen besetzen. Beispielsweise bei der von ihm verfolgten „Belebung“ der Stadt durch ein Fest auf dem Marktplatz: „Das finde ich nicht populistisch, sondern es ist eine schöne Aktion mit vielen Kontakten zu den Wählern“.

Die Rolle des „Bürgermeisters 2019“ sieht Koech im Spielraum abseits der Pflicht als ausführendes Organ der Politik. Vor allem die Kontaktpflege mit der Wirtschaft („Wir haben in Ratzeburg in all den Jahren keinen Wirtschaftsbeirat zustande gebracht“) und deren Einbeziehung zur politischen und gesellschaftlichen Gestaltung der Stadt liege ihm am Herzen.

Lokalchef Hanno Hannes (58) führte souverän durch das 50-minütige Streitgespräch. Quelle: Joachim Strunk

Aber auch der verstärkte Kontakt zu den Bürgern sei wichtig und verbesserungswürdig. Die Bürgermeinung mit ins Rathaus und in die Politik zu nehmen sei für ihn eine wichtige Aufgabe als „Bürger-Meister“. Einen „Aktenfresser“ wolle er nicht spielen. Koech sieht den Rathauschef eher als Verbindungsglied zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern.

Manfred Börner dagegen betonte ausdrücklich seine Verwaltungslaufbahn als (Polizei-)Beamter mit „über 30 Jahren Leitungs- und Führungserfahrung“. Als „Chef des Hauses“ wolle er die Richtlinien der Verwaltung bestimmen. Bei eigenen Entscheidungen wie beispielsweise bei Verkehrsregeln, Tempolimits oder Parkverboten, wolle er diese immer mit einem Höchstmaß an Transparenz rüberbringen, „um die Politik mitzunehmen“.

Gelöste Atmosphäre nach dem Rededuell der beiden Bürgermeisterkandidaten. Von links: Manfred Börner, Gunnar Koech, Hanno Hannes, Florian Grombein. Quelle: Joachim Strunk

Der Kontakt zu den Menschen vor Ort sei auch für ihn sehr wichtig. Aber er wolle nicht nur die Marktgespräche des „geschätzten Vorgängers Rainer Voß“ fortführen, sondern auch in verschiedene Einrichtungen für Jugendliche, Senioren oder Migranten gehen, um deren Meinung anzuhören und in weitere Entscheidungen einfließen zu lassen.

Beide Kandidaten sprachen sich zudem bei der Frage von LN-Leserin Anna-Lena Timmermann für eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Ratzeburger Jugendbeirat aus. Börner möchte diesem sogar „Sitz- und Stimmrecht im zuständigen Ausschuss“ verschaffen.

Ein weiterer Leser fragte direkt bei Gunnar Koech nach, warum sich zwei seiner Unterstützer von ihm losgesagt hätten. Das begründete Koech mit persönlichen und individuellen Gründen und Unstimmigkeiten der ehemaligen Partner, nachdem er seine organisatorische Struktur nach dem ersten Wahlgang geändert habe.

Gelöste Atmosphäre nach dem Rededuell der beiden Bürgermeisterkandidaten. Von links: Hanno Hannes (LN-Lokalchef), Manfred Börner, Gunnar Koech und LN-Redakteur Florian Grombein. Quelle: Joachim Strunk

Joachim Strunk

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