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Lauenburg „Lohndumping kostet den Kreis jährlich zehn Millionen Euro“
Lokales Lauenburg „Lohndumping kostet den Kreis jährlich zehn Millionen Euro“
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22:31 02.05.2014
Nur wenige Zuhörer waren zum Ritter-Wulf-Platz gekommen, um die Kundgebung des DGB zu verfolgen. Quelle: jeb
Schwarzenbek

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte nach mehr als zehn Jahren erstmals wieder zu einer Maikundgebung im Kreis aufgerufen. Schwarzenbek war eigentlich gut gewählt, sind doch immerhin 40 Prozent der Belegschaft vom LMT-Fette gewerkschaftlich organisiert. Doch nur 30 Gäste kamen. Der DGB-Kreisvorsitzende Andreas Flindt begrüßte die Besucher, unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer (SPD), der Landtagsabgeordnete Olaf Schulze (SPD) und Schwarzenbeks Bürgervorsteher Konrad Freiberg (SPD).

Flindt forderte, dass sich gute Arbeit lohnen müsse. Milliardenschwere Rettungsaktionen für Bankrotteure in Nadelstreifen und die Ausgrenzung von Millionen Menschen seien ein politisches Armutszeugnis. Bürgermeister Frank Ruppert mahnte: „Reguläre Arbeitsplätze werden oftmals abgebaut, um dann durch Arbeitnehmer, die unter schlechteren Vertragsgestaltungen leiden, ersetzt zu werden.

Das schädigt unser Gemeinwesen.“

Die Mai-Rede hielt Heiko Gröpler vom DGB-Bezirk Nord. Insgesamt seien die Realeinkommen der Beschäftigten in den vergangenen zwei Jahrzehnten gesunken. Nur noch jede zweite Neueinstellung erfolge unbefristet: „Die Unsitte der befristeten Beschäftigung, die den Menschen keine Perspektive biete, fresse sich über die junge Generation langsam in den Arbeitsmarkt.“ Arbeitgeber, die am lautesten über Fachkräftemangel jammerten, böten oft nur Hungerlöhne. Das habe Aufstockungen über Hartz IV zur Folge. Durch solches Lohndumping müsse allein der Kreis Herzogtum Lauenburg jährlich fast zehn Millionen Euro für so genannte aufstockende Hartz IV-Leistungen ausgeben.

jeb