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Lauenburg Gedenktafel der Möllner Awo für Lotte Lemke
Lokales Lauenburg Gedenktafel der Möllner Awo für Lotte Lemke
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18:59 17.10.2019
Die Awo Mölln erinnert an den Aufenthalt von Lotte Lemke (1903-1988) auf der Domäne Schlagsdorf. Sie fand hier auf ihrer Flucht von Ostpreußen Unterkunft. Quelle: Foto: HFR
Mölln/Schlagsdorf

Auf Initiative des Awo Ortsvereins Mölln wird am 21. Oktober 2019 eine Gedenktafel für Lotte Lemke (1903-1988) im Grenzhus Schlagsdorf enthüllt. Lotte Lemke fand auf Ihrer Flucht aus Ostpreußen 1945 im Wohnhaus der Domäne Schlagsdorf Unterkunft. Sie gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der 1919 gegründeten Arbeiterwohlfahrt (Awo), die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum feiert.

Enthüllung der Gedenktafel

Am kommenden Montag, 21. Oktober, um 13.15 werden der Ortsvorsitzende des AWO-Ortsvereins Mölln Marcus Mesch in der Feierstunde sprechen. Außerdem wird Frau Lydia Struck, Autorin der Biographie über Lotte Lemke, einen kurzen biographischen Überblick zum Schaffen von Lotte Lemke geben. In diesem Rahmen erfolgt die Enthüllung der Gedenktafel. Außerdem wird eine Gruppe aus dem Möllner Seniorentreff teilnehmen. Weitere Gäste sind herzlich willkommen.

Der Ortsverein bietet in Mölln und Breitenfelde ehrenamtlich Freizeitangebote für Seniorinnen an. Ohne ehrenamtliches Engagement wären diese Angebote der Offenen Seniorenarbeit nicht zu realisieren. Daneben engagiert sich die Möllner Awo gesellschaftspolitisch, unter anderem im Begleitausschuss „Demokratie leben“ und am „Runden Tisch gegen Kinderarmut“ der Stadt Mölln.

Am Ende der Weimarer Republik hatte Lotte Lemke die Geschäftsführung der Awo bis zu ihrem Verbot durch die Nationalsozialisten inne. Sie leistete aktiv Widerstand gegen das NS-Regime und durfte zeitweise ihren erlernten Beruf nicht ausüben. Seit 1942 arbeitete sie beim Kreisgesundheitsamt in Heilsberg (Ostpreußen). Nach ihrer Flucht 1945 engagierte sie sich für den Neuaufbau der Awo. Der SPD-Parteivorstand der Westzonen berief sie erneut zur Geschäftsführerin. Zwischen 1965 und 1971 hatte sie das Amt der Bundesvorsitzenden der Awo inne. Außerdem setzte sie sich ab 1950 für den Aufbau des „Deutschen Muttergenesungswerkes“ ein.

Neubeginn nach der nationalsozialistischen Barbarei

Die Domäne Schlagsdorf stellte für das Wirken von Lotte Lemke einen Tiefpunkt, als Flüchtling und angesichts des umfassenden Nachkriegselends, und zugleich einen Neubeginn nach der nationalsozialistischen Barbarei dar. Das Wohnhaus der Domäne Schlagsdorf beherbergt heute das Grenzhus. Hier an dieser Lebensstation von Lotte Lemke wird zukünftig eine Gedenktafel an diese mutige Frau erinnern. Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Autorin Lydia Struck gelang es den Initiatoren der Gedenktafel Marcus Mesch, Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Mölln, und Rainer Schmid, stellvertretender Vorsitzender des Awo-Ortsvereins Mölln, das Erinnerungsprojekt umzusetzen.

Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Mölln und des Amtes Breitenfelde Edelgard Jenner würdigt die Initiative: „Bis heute wird die Leistung von Frauen und ihr Einsatz für das Gemeinwohl sehr häufig unterschätzt. Dabei haben Frauen durch die Jahrhunderte hindurch sowohl für ihre Familien und Nachbarschaften als auch für die Gesellschaft einen – häufig zwar unbezahlten – aber in vieler Hinsicht unbezahlbaren Dienst geleistet… Lotte Lemke steht damit stellvertretend für viele Frauen, die mit ihrem Engagement das Gesicht unserer Gesellschaft mitgeprägt haben.“

Großen Beitrag für die westdeutsche Wohlfahrtspflege geleistet

Lotte Lemke gehörte zu den engagierten Frauen, die ganz wesentlich die westdeutsche Wohlfahrtspflege nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt haben. Bereits in der Weimarer Republik hatte sie in der Geschäftsführung der AWO Verantwortung übernommen. Mit dem Verbot der Awo 1933 durfte Lotte Lemke nicht mehr in ihrem erlernten Beruf als Fürsorgerin tätig sein. Sie unterstützte den sozialdemokratischen Widerstand arbeitet seit 1943 beim Kreisgesundheitsamt in Heilsberg (Ostpreußen). Mit der deutschen Einheit baute die Awo auch in den ostdeutschen Bundesländern Einrichtungen der Wohlfahrtspflege auf und bot Dienstleistungen an.

Mit dem Grenzmuseum Schlagsdorf verbindet die Awo das Bestreben Grenzen zu überwinden. Die Darstellung von Einzelschicksalen im Kontext der innerdeutschen Grenze spiegelt gleichsam das Geschichtsverständnis der Arbeiterwohlfahrt wider: Es sind immer einzelne, zumeist in den Geschichtsbüchern unerwähnte Personen, die einen wichtigen Beitrag zur politischen Entwicklung, zur Geschichte leisten, allerdings viel zu selten gewürdigt werden. Insbesondere Frauen stehen vielfach im Schatten der „großen Männer der Geschichte“.

Von LN

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