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Lauenburg Mauer des Schweigens um verlorenen Sondermüll
Lokales Lauenburg Mauer des Schweigens um verlorenen Sondermüll
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22:28 18.02.2014
Auf dem Weg zur Sondermülldeponie in Groß Weeden hat ein Laster in Sierksrade „Ladung 6001“ verloren.
Sierksrade

Die Betreiber der Deponie geben keine Auskunft, die Firma, von der der Müll stammt, sagt nichts, und die Kreisverwaltung ist nicht im Bilde. Was hatte der Lastwagen geladen, der am Montagmittag in der Straße Steenkamp in Sierksrade auf dem Weg zur Sondermülldeponie Groß Weeden mehrere Kubikmeter seiner Ladung verloren hat? Die Polizei weiß über die Ladung nur:

Es handelt sich um die Sorte 6001 — kontaminiert und wassergefährdend.

Anwohner und auch Sierksrades Bürgermeister Christian Prüsmann sind verunsichert. So viel steht fest: Die Firma Terracon GmbH in Hamburg hatte eine Spedition mit dem Transport zur Deponie in Groß

Weeden beauftragt. Die Ladung bestand aus 27 Tonnen kontaminierten Bodens. Das Malheur passierte dem 50-jährigen Fahrer des Lasters kurz vor der Deponie. In der Straße Steenkamp öffnete sich aus bisher ungeklärter Ursache die Heckklappe des Sattelaufliegers, so dass einige Kubikmeter der dunklen Masse auf die Straße klatschten.

Ein Anwohner beobachtete, dass der Fahrer anschließend versuchte, durch Anheben und Absenken der Kippmulde den Deckel wieder zu schließen. Sehr schnell seien dann Mitarbeiter der Deponie zur Stelle gewesen, um mit Schaufeln und einem Radlader die Masse von der Straße zu kratzen, so seine Beobachtungen. Mitarbeiter einer Reinigungsfirma aus Bad Oldesloe waren kurze Zeit später auch vor Ort, um mit einem Bürstenwagen die Straße noch weiter zu reinigen.

Die Polizei nahm den Sachverhalt auf, notierte für die Ladung die Sorte 6001. Ein Gemisch, das aus einer Bodenbearbeitungsanlage kommt und so kontaminiert ist, dass es als wassergefährdend deklariert war. Der Beamte informierte die Ordnungsbehörde in Berkenthin, die ihrerseits die Behörde für Abfall und Bodenschutz beim Kreis anrief. Von beiden Behörden war allerdings niemand vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. Bis gestern wussten beide Behörden auch nicht, um was für eine Masse es sich handelte.

Jens Voderberg vom Ordnungsamt in Berkenthin machte deutlich, dass der Deponiebetreiber eine auf solche Fälle spezialisierte Firma mit der Reinigung beauftragt habe und somit alles geregelt sei. Der Geschäftsführer der Firma Terracon, Jan van den Borngardt, spielte das Ganze herunter: „Was das für Zeugs ist, ist doch erstmal nicht relevant. Die Polizei hat doch alles aufgenommen. Die weiß

Bescheid.“

Bürgermeister Prüsmann wollte vom technischen Leiter des Deponiebetreibers GBS, Klaus Lindner, diese Frage umgehend beantwortet haben. „Und zwar schriftlich“, so Prüsmann. Weil Lindner das zugesagt hatte, wollte er sich auf Nachfrage der LN dazu nicht äußern. „Aber sie können mir glauben, wenn 500 Liter Diesel auf der Autobahn auslaufen, ist das schlimmer.“

Spezialist für Bodenbehandlung
Terracon ist ein Beteiligungsunternehmen der Hamburger Firmengruppe „Eggers“ und wurde im Jahr 1991 gegründet. Das Tätigkeitsfeld der Terracon erstreckt sich auf die Sanierung und Behandlung von kontaminierten Böden. Die Terracon betreibt in Hamburg eine nach BlmSchG genehmigte Bodenbehandlungsanlage und ein Zwischenlager für kontaminierte Böden.



Als Behandlungsverfahren stehen sowohl biologische als auch chemisch- physikalische Verfahren (Bodenwäsche) zur Verfügung. Bei der Bodenwäsche werden organische oder mit Schwermetallen verunreinigte Böden chemisch-physikalisch aufbereitet, sodass bis zu 90 Prozent der Materialien in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können.



Die Stoffe, die zur Sondermülldeponie Groß Weeden gefahren wurden, gehören offenbar zu den restlichen zehn Prozent. (Quelle: Terracon)

Jens Burmester

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