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Lauenburg Mehr Platz, mehr Licht und Luft
Lokales Lauenburg Mehr Platz, mehr Licht und Luft
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20:30 13.10.2014
Kreispräsident Meinhard Füllner (v. l.), Landtagspräsident Klaus Schlie, Kreisbauernvize Stefan Struve und Christoph Beckmann (alle CDU) besuchten den Schweinemastbetrieb von Moritz Rautenberg (roter Overall). Quelle: Fotos: unk
Goldensee

„Der Ansatz ist gut, ich werde das durchrechnen. Wenn ich in meinem Stall weniger Schweine mästen würde, dafür aber einen höheren Preis bekäme, würde ich mich mit Kusshand an der Initiative beteiligen“, sagt Moritz Rautenberg. Der Landwirt aus Goldensee bei Kittlitz betreibt auf dem Gut eine Schweinemast mit 1300 Mastplätzen sowie konventionellen Ackerbau (Raps, Getreide, Rüben).

Mit der „Initiative“ ist das Projekt „Tierwohl“ gemeint, das von rund 80 Vertretern der Fleischindustrie, der Landwirtschaft und dem Einzelhandel verabredet wurde und Anfang 2015 umgesetzt werden soll. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges Engagement der Schweine- und Geflügelzüchter und -mäster, ihren Tieren mehr Platz, mehr Licht und Luft im Stall zu gewähren, aber auch Abwechslung zum bisherigen Alleinfutter (Fertigmischungen) oder mehr Beschäftigung zu bieten. Eine geringere Belegung der Ställe soll zu weniger Emissionen, weniger Medikamenteneinsatz und somit zu geringeren Kosten führen.

Honoriert wird die Initiative durch Bonus-Zahlungen aus einem Fonds, den die Lebensmittelhändler „füttern“ — mit vier Cent pro verkauftem Kilo Schweinefleisch. Bezogen auf die gesamte Verkaufsmenge — unabhängig vom Anteil der Lieferungen aus teilnehmenden Ställen mit mehr Tierwohl und unabhängig vom aktuellen Marktpreis.

Letzterer ist für Schweinefleisch gerade drastisch gesunken. „Aktuell habe ich bei einem Basispreis von 1,46 Euro je Kilo Schlachtgewicht einen Erlös je Schwein von netto 1,35 Euro“, erklärt Rautenberg. Das 30 Kilo schwere Ferkel kostete ihn im Einkauf 67 Euro (2,23 Euro/kg), hinzu kommen Kosten von 63 Euro für Vor- und Endmastfutter. Tierärztliche Behandlung sowie Energiekosten von 1,80 und 1,90 Euro durchschnittlich kommen je Schwein dazu. Die Gesamtkosten für einen 90-Tages-Durchgang je Schwein belaufen sich auf 133,70 Euro. Für die tägliche Arbeit und die Abschreibung des Stalles bleibt zurzeit also nichts übrig.

„In den vergangenen vier Wochen fiel der Preis für Schweinefleisch erst um fünf, dann um zehn und schließlich um weitere vier Cent“, sagt Rautenberg. Das hänge zusammen mit dem Importstopp Russlands.

Seine Schweine werde er zwar immer los, „allerdings zu Lasten des Preises“, erklärt der 31-Jährige seinen Besuchern, Landtagspräsident Klaus Schlie und Kreispräsident Meinhard Füllner (beide CDU).

„Ein reiner Schweinemastbetrieb hat zurzeit nichts zu lachen.“ Daher sei er heilfroh, dass er witterungsbedingt in den letzten Jahren im Ackerbau hohe Erträge erzielen konnte und die Arbeitserledigungskosten durch überbetrieblichen Einsatz und Modernisierung stetig sinken. Die stark gefallenen Schweinepreise und die schlechte Rentabilität in der Haltung könnten so kompensiert werden. Die größten Probleme für die landwirtschaftliche Tierhaltung sieht Rautenberg „in der öffentlichen Akzeptanz. Es werden einem regelrecht Schuldgefühle eingeredet — trotz der täglichen Arbeit“. Insofern sei die Initiative Tierwohl ein gutes Projekt, das auch die Wertschätzung der Lebensmittel durch die Kunden wieder wachsen lassen könne. Schlie gab zu bedenken, dass „der Verbraucher sich immer am Preis orientieren“ werde: „Da werden wir die Welt nicht zurück drehen können“. In jeder Branche gebe es schwarze Schafe, die das öffentliche Bild prägten. „Da ist es wichtig, wenn man für sich selbst Regeln findet und diese auch einhält“, sprach er sich für die Initiative aus.

Die Goldenseer Schweinemast
Insgesamt 1300 Plätze für Sauen und Börge (kastrierte Eber) hält Moritz Rautenberg in seinem Stall vor. Im 16-Wochen-Rhythmus laufen jährlich 4300 Tiere durch die Anlage.



Ein Dutzend Tiere teilen sich jeweils eine Bucht. Auffallend sind die Markierungen auf den Rücken der Tiere. Bei Rautenberg bedeutet ein roter Strich eine Impfung. Der Anteil der mit Antibiotika geimpften Tiere ist mit vier Prozent sehr gering.


Rautenbergs Schweine stehen auf Vollspalten — 18 Milimeter breiten Spalten im Betonboden, durch die Kot und Urin fallen und abgeleitet werden.

Unverhältnismäßig hohe Kosten kämen auf ihn zu, „würde ich meinen Stall vergrößern wollen. Ab 2000 Schweine ist auch eine neue, modernsten Anforderungen genügende Luftfilteranlage vorgeschrieben“. Die Kosten dafür liegen bei 6 bis 7 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht und wären für ihn „über Markterlöse zurzeit nicht auszugleichen“, erklärt der studierte Agrarökonom.

Joachim Strunk

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