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Lauenburg Menschen wichtiger als Haselmaus
Lokales Lauenburg Menschen wichtiger als Haselmaus
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17:05 27.03.2019
Verkehrsminister Bernd Buchholz (m.) fordert in Schwarzenbek eine stärker Berücksichtigung der Belange der Menschen bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen zu Infrastrukturprojekten.
Verkehrsminister Bernd Buchholz (m.) fordert in Schwarzenbek eine stärker Berücksichtigung der Belange der Menschen bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen zu Infrastrukturprojekten. Quelle: Holger Marohn
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Schwarzenbek

Schwarzenbek, „die Stadt mit der nimmermüden Ortsumgehung“, wie es Verkehrsminister Bernd Buchholz ausdrückt, kann auf einen Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Bauabschnitt der Umgehung im Sommer 2019 hoffen. Das hat der FDP-Politiker bei einer Veranstaltung zur Europawahl in Schwarzenbek bekannt gegeben. „Wir werden die bauen“, versprach Buchholz unter dem Applaus vieler Anwesender. Wann dann tatsächlich gebaut werden könne, hänge aber davon ab, wie die Schwarzenbeker mit dem Planfeststellungsbeschluss umgehen würden.

Haselmaus irgendwie eine Plage

„Wenn die Haselmaus den Plänen keinen Strich durch die Rechnung mache und es keine Klagen gebe, werde es nach dem Planfeststellungsbeschluss rund ein Jahr dauern, bis die ersten Arbeiten beginnen“, prognostizierte Buchholz. Für den dritten Bauabschnitt laufe derzeit die Kartierung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung. Insgesamt forderte Buchholz eine stärkere Gewichtung der Belange der Menschen bei Infrastrukturprojekten.

Die Haselmaus sei europaweit eine Tierart, die extrem selten und deshalb ganz besonders geschützt sei. „Nur hier bei uns oben ist die Haselmaus irgendwie eine Plage“, so Buchholz. Überall wo man hinschaue, gebe es Haselmäuse. Und wenn diese dann gefunden werde, müssten erst mal umfangreiche Umsiedlungsmaßnahmen nachgewiesen erfolgreich umgesetzt werden. Erst dann sei ein Beginn von Bauarbeiten möglich.

Belange der Menschen berücksichtigen

„Ich finde das in Wahrheit überhaupt nicht schlecht. Denn wir wollen eine Artenvielfalt, wir wollen eine ökologische Landschaft. Wir sind nur manchmal dabei – freundlich gesagt – etwas zu übertreiben“, so Buchholz. „Wir sind dabei, die Abwägung zwischen den ökologischen Belangen und den Mobilitätsinteressen der Menschen, die es auch noch gibt, nicht so vorzunehmen, wie ich mir das vorstelle.“

Wir alle wollen diese ökologische Vielfalt. Aber man muss auch mal zur Kenntnis nehmen, dass wir für die Ökologie schon unheimlich viel tun.

Holger Marohn