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Lauenburg Menschlicher Schädel gefunden
Lokales Lauenburg Menschlicher Schädel gefunden
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23:06 21.05.2014
Die Polizei durchsuchte den Sachsenwald nach Leichenteilen. Quelle: Jens Burmester
Schwarzenbek/ Sachsenwald

Die Beamten sperrten den Fundort weiträumig ab. In den vergangenen Tagen suchten Beamte der Polizei auch mit Leichenspürhunden nach weiteren Teilen, die möglicherweise zum Fund passen könnten. Am Dienstagnachmittag wurde die Suche dann noch einmal ausgedehnt. Über 140 Beamtinnen und Beamte der ersten Einsatzhundertschaft und Polizeischüler der Polizeidirektion aus Eutin rückten an. „Wir wollten dicht an dicht durch den Wald marschieren, und dabei nichts übersehen“, erklärte Geesthachts Kripochef Jürgen Alfke.

Die vielen Polizeikräfte sorgten in Havekost für Getuschel. In der Lindenallee reihten sich etwa 20 Einsatzfahrzeuge der Polizei und zwei große silberne Reisebusse wie Perlen an einer Schnur hintereinander auf. Gegen 20 Uhr war zunächst einmal Schluss mit der Suche. „Wir haben etwas gefunden, dass zum Schädel passen könnte“, erklärte Alfke.

Bei den Fundstücken handelt es sich um Überreste von Kleidungsstücken und um menschliche Knochen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass das alles zusammen gehört. Allerdings muss das erst durch eine genauere Untersuchung in der Rechtsmedizin geklärt werden“, so Alfke. Polizeisprecherin Sonja Kurz gab an, dass es sich bei den Bekleidungsfetzen um weibliche Kleidung handeln könnte.

Während Alfke mit einem Kollegen und den Einsatzkräften aus Eutin den Wald absuchte, liefen längst schon die ersten Untersuchungen in der Lübecker Rechtsmedizin. „Wir werden natürlich unseren Fund mit allen Fällen abgleichen, bei denen Personen als vermisst gelten“, sagt Alfke.

 Gestern waren Beamte des K6 (Spurensicherung) der Bezirkskriminalinspektion Lübeck noch einmal am Fundort. Sie sammelten noch ein paar Stofffetzen ein, die offensichtlich von einer Jeans stammen.

Auch Reste der Oberbekleidung, die auf einen dunklen Mantel schließen lassen, wurden wie auch zwei Rippenbögen sichergestellt, nachdem die Beamten zuvor noch den Fundort komplett fotografiert hatten.

Ob es sich hier um die Überreste der seit dem vergangenen Oktober vermissten Schwarzenbekerin Tatjana M. handelt, wollte Alfke nicht bestätigen. „Dieser Fall liegt ganz oben auf dem Berg unserer Vermisstenfälle. Wir müssen aber das Ergebnis der Untersuchungen abwarten.“

jeb