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Lauenburg Messebilanz: Mölln hat jetzt ganz viele Botschafter
Lokales Lauenburg Messebilanz: Mölln hat jetzt ganz viele Botschafter
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19:40 13.05.2019
Erster Senator in Mölln ist er schon, nun darf er sich auch noch Botschafter der Stadt nennen: Sven Michelsen wird hier von Britt Stein für den entsprechenden Ausweis fotografiert. Quelle: FotoS: Norbert Dreessen
Mölln

Dass Mölln jetzt mehr Botschafter hat als die Bundesrepublik Deutschland, ist eine Folge der Messe „Regio-Trend“ vom vergangenen Wochenende: Im Rahmen einer originellen Aktion des Tourismus- und Stadtmarketings konnte sich jeder, der wollte, zum Möllner Botschafter ernennen lassen und bekam dafür sogar einen amtlichen Ausweise mit Foto.

Die neuen Botschafter sollen „Möllner Lebensfreude und Kultur auf der ganzen Welt verbreiten“ - so steht es jedenfalls im Ernennungsschreiben. Wichtig sei es auch, „Ortsfremden die wundervolle Stadt zu präsentieren und schmackhaft zu machen“. Selbst Sven Michelsen, als Erster Senator und stellvertretender Bürgermeister der Stadt ja schon bisher eine Art Botschafter Möllns, machte bei der Aktion mit und holte sich den Ausweis. Diplomatische Immunität ist damit leider nicht verbunden.

An den drei Tagen der Messe, die nach 2017 zum zweiten Mal im Kurpark stattfand, gab es auch sonst viel zu sehen, zu hören und zu erleben. Dazu gehörte zum Beispiel die kleinste Disco der Welt, die alles bot, was zu einer solchen Location gehört, also laute Musik, eine glitzernde Disco-Kugel und wabernder Nebel. Das alles übrigens in einer Telefonzelle . . .

Breites Spektrum an Ständen

 Die Stände im großen Zelt und auf dem Gelände rundum präsentierten ein breites Spektrum. Ein Reisebüro war ebenso vertreten wie ein Elektronik-Markt, eine Krankenkasse, ein Baustoffhandel, eine kleine Hausbrauerei oder ein Gartenbaubetrieb. Dem Untertitel „Messe für Lifestyle, Reise und Shopping“ wurde die „Regio-Trend“ mit ihren 60 Ausstellern also allemal gerecht.Wer beim Shopping auch Regionen von fünf- oder gar sechsstelligen Eurobeträgen erreichen kann, der fand in der Autoschau eines namhaften süddeutschen Herstellers möglicherweise das Richtige. Die Wagen anschauen durfte natürlich jeder.

Er sei „zufrieden und geschafft“, sagte gestern Jochen Buchholz, Chef des Tourismus- und Stadtmarketings Mölln. Eine genaue Besucherzahl könne man nicht ermitteln, da der Eintritt frei war, „aber gefühlt kamen mehr Interessenten als vor zwei Jahren“. Es habe, so Buchholz, „eigentlich alles gut geklappt“, aber „natürlich gibt es immer was, das verbessert werden kann“. Die Planung für die nächste „Regio-Trend“ 2021 werde übrigens schon demnächst anlaufen. Bei den von den LN befragten Besuchern und Ausstellern überwog das Lob. „Die Mischung stimmt“, sagte beispielsweise Renate Hohmann. Die Rentnerin hatte beim Messebummel ihren achtjährigen Enkel Lukas dabei. Dessen Urteil: „Toll waren die Feuerwehrautos und das Segelflugzeug“. Und Klaus-Dieter Offen hob den Veranstaltungsort hervor: „Eine Messe im Park, das gefällt mir“.

Man habe bei den Gesprächen mit den Besuchern vor allem darauf hinweisen können, dass die Möllner Sportvereinigung ein enorm großes Angebot für alle Generationen vorhalte, sagt Birgitta Hagemann von der MSV: „Von der Baby-Krabbelgruppe bis zu den Reha-Kursen: Wir konnten hier vieles vorstellen, das nicht jeder Möllner kennt.“ Gaston Prüsmann, Vorsitzender des Tierschutzes Mölln-Ratzeburg, war nicht ganz zufrieden mit der Veranstaltung: „Die Organisatoren, vor allem Citymanagerin Monika Siegel, haben sich sehr viel Mühe gegeben – trotzdem war die Resonanz nicht so groß, wie wir es erhofft hatten. Das lag vielleicht auch daran, dass die Stände im Kurpark zu weit voneinander entfernt waren.“ Man hätte sie konzentrierter aufbauen sollen, so Prüsmann: „Früher in der Sporthalle kam eher ein Messe-Gefühl auf als hier im weitläufigen Park“.

Von „sehr positiv interessierten Besuchern“ an ihrem Stand sprach Gabi Stein vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Über die gerade hoch aktuellen Themen Klimawandel und Artenvielfalt habe man intensive Gespräche geführt. Und dann wurden am BUND-Stand auch noch Bomben verteilt – aber ganz harmlose: Die mit Lehm ummantelten „Saat-Bomben“ enthalten eine Samenmischung, die aus langweiligen Grünflächen eine blühende Blumenwiese machen kann. So wird die Messe vom Wochenende sicher noch an etlichen Stellen im Kreis ihre bunten Spuren hinterlassen.

Norbert Dreessen

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