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Lauenburg Ministerpräsident Daniel Günther verspricht Bauern Unterstützung
Lokales Lauenburg Ministerpräsident Daniel Günther verspricht Bauern Unterstützung
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13:31 08.06.2019
Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (l.), war Hauptredner beim 82. Kreisbauerntag, der diesmal auf dem Hof von Hans-Peter und Knud Frithjof Grell (r.) in Duvensee stattfand. Günther ließ sich von Grell jun. gleich nach seiner Ankunft den mit 550 Milchkühen ausgestatteten Betrieb zeigen. Quelle: Joachim Strunk
Duvensee

„Weil Sie darum gebeten haben, dass ich mich hinter die Landwirtschaft stelle, sage ich hier vollkommen klar: Sie können sich auf mich als Ministerpräsident verlassen. Ich werde mich all denjenigen entgegen stellen, die schlecht über Landwirtschaft reden, die schwarze Schafe zum Anlass nehmen, ein generell negatives Bild von der Landwirtschaft zu zeichnen.“ Das gelte im Übrigen für die gesamte Jamaika-Landesregierung, bestehend aus CDU, FDP und den Grünen.

Der Kieler Regierungschef Daniel Günther sicherte den Landwirten seine volle Unterstützung zu. Quelle: Joachim Strunk

Die Skepsis der Bauern vor allem gegenüber den Grünen und Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) wie Nabu, WWF oder Greenpeace kam in mehreren Beiträgen und Grußworten zur Sprache. Nach wie vor kämpfen die Landwirte um ihr Image, das sie durch Fake News selbst ernannter Umweltschützer in den Medien, vor allem in öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und TV-Beiträgen, verunglimpft sehen.

Eine der Hallen bei Grell in Duvensee war bis auf den letzten Platz gefüllt, im Hintergrund lauschten etliche Besucher stehend den Reden und der Diskussion. Quelle: Joachim Strunk

In einem engagierten und mit viel Applaus bedachten Beitrag von Inken Burmester aus Siebenbäumen, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Junge Landwirte im Kreis, sprach sie diese Punkte konkret und nachdrücklich an. Vergaß dabei aber auch nicht, auf die „eigenen Fehler“ hinzuweisen. Wenn man als überzeugter Landwirt sowohl ökonomisch als auch ökologisch, nachhaltig und nachvollziehbar seine Arbeit machen wolle, müsse man auch auf die „schwarzen Schafe“ hinweisen, die den Ruf der Branche ramponierten.

Inken Burmester aus Siebenbäumen sprach vielen Berufskollegen aus dem Herzen, vergaß aber auch keine Selbstkritik. Quelle: Joachim Strunk

„Warum Schleswig-Holstein eine starke Landwirtschaft braucht“, lautete das Thema von Daniel Günther. Sicherlich keine spektakuläre Überschrift für sein Referat. Aber dennoch waren gut und gerne 600 Gäste gekommen. Landwirte vor allem, aber auch Vertreter der Landes-, Kreis-und Kommunalpolitik, von Unternehmen und Betrieben, von Organisationen und Behörden, ja, auch mit Pröpstin Frauke Eiben sowie den Pastoren Uli Schwetasch und Tobias Pfeifer von der evangelischen Kirche.

Und die Landwirte erwarteten vom Kieler Regierungschef klare Aussagen, welchen Stand, welchen Rückhalt die Zunft in der Politik an der Förde hat. Welche Unterstützung diese ihr gegenüber dem Bund, aber vor allem gegenüber der EU geben könne. Kreisbauernchef Hans-Peter Grell brachte hier vor allem die Verschärfung der Düngeverordnung ins Spiel, aber auch stetig steigende Forderungen seitens der Politik. Das hatte auch Inken Burmester zuvor kritisiert: „Es kann nicht sein, dass wir auf den Weltmärkten konkurrieren sollen, in Deutschland aber auf die EU-Verordnungen immer noch was oben drauf gesetzt wird.“

Ministerpräsident Daniel Günther zu Gast in Duvensee.

MP Günther bestätigte, dass der Landwirt – für viele Anwesende der „schönste und wichtigste Beruf“ – in Schleswig-Holstein einen hohen Stellenwert habe. Das Land sei seit Jahrhunderten durch die Landwirtschaft geprägt. Insofern gebe es keine zwei Meinungen, dass er sich jederzeit und voll für die Bauern einsetze. Auch er sehe „überbordende Vorstellungen der Gesellschaft“, die einmal rigoros für Umweltschutz plädiere und die Landwirte kritisiere, dann aber das günstigste Fleisch von weither aus dem Ausland beim Discounter kaufe. Hier müsse man ehrlicher miteinander umgehen.

850 000 Euro Strafe täglich drohen

Was die Dürrehilfen angehe, habe das Land reagiert und die Mittel noch einmal aufgestockt auf 3,8 Millionen Euro. Bezüglich der verschärften Düngeverordnung erklärte er, dass hier auch die Verlässlichkeit der Politik gefragt sei. Zudem könne man dem Steuerzahler nicht die täglich angedrohten 850 000 Euro Strafe wegen des Verstoßes gegen die Dünge-VO zumuten.

Weitere Themen waren zudem der Wolf, die Kraniche, der Gänsefraß, aber zunehmend auch der Kormoran oder der Biber, wie Landesbauernpräsident Werner Schwarz anmerkte. Es müsse Grenzen geben. Auch in Schleswig-Holstein sei schon einmal der Kranich bejagt worden . . .

Keine Trennung des Ausbildungsgangs

Zuvor hatten einige Redner in ihren Grußworten auf aktuelle und drängende Probleme hingewiesen, „wenn man schon die Gelegenheit hat, dem Ministerpräsident davon direkt zu erzählen“, so sinngemäß Landrat Dr. Christoph Mager. Er appellierte an Günther, die vor allem von den Grünen in der Regierung angestrebten Trennung des Ausbildungsganges zum Landwirt in einen traditionellen und einen ökologischen Zweig aufzugeben. Das gefährde zum einen den Ausbildungsstandort an der Beruflichen Schule in Mölln. Zum anderen sei es sinnvoller, „wenn beide Zweige von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen können“. Günther versprach, das Problem in Kiel anzusprechen.

Günther Mitglied im Verein Duvenseer Moor

Der Amtsvorsteher von Sandesneben-Nusse, Ulrich Hardtke, wies darauf hin, dass sein „Zukunftsamt der Perspektiven für morgen“ sich schon seit zehn Jahren mit aktivem Umwelt- und Naturschutz sowie energetischer Sanierung und regenerativer Energiegewinnung beschäftige. Als herausragendes Beispiel nannte der die Gründung des Vereins Duvenseer Moor vor zwei Jahren, wo die Bürger und Landwirte mitgenommen wurden. Zurzeit zähle der Verein 266 Mitglieder. Als 267. Mitglied wurde Daniel Günther nun aufgenommen.

Für die Kirche gab Pastor Uli Schwetasch seinen Segen für die Veranstaltung und wies im Hinblick auf die Diskrepanzen zwischen Gesellschaft und Bauerntum auf die Notwendigkeit von Demut und Gesprächsbereitschaft hin. „Es hilft, im Gespräch zu bleiben und einen guten Weg mit- und füreinander zu finden.“

Joachim Strunk

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